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Digitalisierung erfordert andere Ausbildungsinhalte

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Industrie 4.0 schafft keine neuen Berufe – doch von Mechatronikern etwa wird in Zukunft mehr Prozesskompetenz verlangt. Foto: Zapp2photo – Fotolia
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Die Digitalisierung der Industrieproduktion in Deutschland schreitet voran – und der technische Wandel betrifft nicht zuletzt die Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau. Im Rahmen der Veranstaltung „Ausbildung für Industrie 4.0“ von VDMA Ost sowie den sächsischen und thüringischen Industrie- und Handelskammern wurden Anforderungen und Perspektiven formuliert.

Moderne Technologien, komplexe Prozesse und Industrie 4.0: Die Produktion wandelt sich enorm. „Unternehmen werden diese Herausforderungen nur mit qualifizierten Mitarbeitern meistern“, betonte Jens Hertwig, Vorstandsmitglied des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Ost, bei der Veranstaltung am 27. Juni 2017 in Gera. „Schon in wenigen Jahren wird es in der Fertigung wahrscheinlich zwei Typen von Facharbeitern geben: Diejenigen, die das vielschichtige System der Produktion am Laufen halten – und jene, die für stabile Auftragsprozesse sorgen.“ Vor allem die steigende Prozessorientierung müsse sich künftig in den Ausbildungsinhalten der gewerblichen Berufe widerspiegeln. Wichtig sei hierbei auch, die Prozesskompetenz bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr zu vermitteln.

Berufsbilder an neue Erfordernisse anpassen

„Die Digitalisierung zwingt uns zu schnellerem Handeln“, erklärte Udo Staps, Vizepräsident der IHK Ostthüringen. „Komplett neue Berufe sind indes derzeit nicht gefragt. Oftmals reichen Zusatzqualifikationen, um bestehende Berufsbilder wie den Mechatroniker oder Industriemechaniker inhaltlich an die neuen Erfordernisse von Industrie 4.0 anzupassen. Dafür ist aber ein gewisses Maß an Risikobereitschaft und Experimentierfreude notwendig.“

Aus Sicht der IHKs und des VDMA Ost dürfen die wichtigsten Partner in der dualen Ausbildung nicht vergessen werden: die Berufsschulen. Um leistungsfähige Berufsschulen in den Regionen zu sichern, müsse die Schulsanierung weitergeführt, die IT-Infrastruktur in Schulen modernisiert und der Lehrkräftenachwuchs gesichert werden.

Industrie mahnt Weiterführung der Landesfachklasse an

Eine gute Grundlage für die digitalisierte Produktion sind zudem produktionstechnische Aus- und Fortbildungsberufe. Die Kaeser Kompressoren SE nutzt deren Vorteile und bildet seit mehreren Jahren junge Menschen zu Produktionstechnologen aus. „Generell ist die Zahl der Ausbildungsstellen allerdings noch gering“, stellte Uwe Grundmann, Leiter des Produktionszentrums fahrbare Kompressoren im Werk Coburg fest.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen ist das noch junge, vom VDMA und seinen Mitgliedsfirmen konzipierte Berufsbild in den Unternehmen zu wenig bekannt. Zum anderen ist die Ausbildung in den Berufsschulen kaum verankert – so gibt es in Ostdeutschland lediglich im thüringischen Ilmenau eine Landesfachklasse, in der Produktionstechnologen ausgebildet werden.

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Berufsbild und der Ausbildung in der Region gemacht. Daher muss die Landesfachklasse unbedingt erhalten werden“, mahnte Grundmann. Bei Kaeser werden die jungen Facharbeiter in der Arbeitsvorbereitung, Produktionslogistik und im Service eingesetzt; sie verzahnen dort erfolgreich Maschinen, Informationstechnologie und Unternehmensorganisation miteinander und tragen so entscheidend zu einer reibungslosen Produktion bei.

Katrin Blanke ist beim VDMA Ost im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig.

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