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Drehteilehersteller rechnen 2017 mit kräftigem Wachstum

Bolzen als Schüttgut: Ihre Präzisionsdrehteile liefern die heimischen Drehteilehersteller zunehmend ins Ausland. Foto: Verband d. Deutschen Drehteile-Industrie
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Eine interne Umfrage unter den gut 135 Mitgliedsunternehmen des Verbands der Deutschen Drehteile-Industrie zeigt, dass das Auslandsgeschäft für Zulieferbetriebe in Deutschland an Bedeutung zunimmt: Zum Jahreswechsel 2016–2017 erreicht deren Exportanteil bereits 38,5 % – nach nur 36 bzw. 32 % in den beiden Vorjahren.

Für die kommenden sechs Monate bewerten die Zulieferbetriebe ihre geschäftlichen Aussichten als gut bis sehr gut; Ursache dafür ist der aktuell um 4,3 % gestiegene Auftragseingang. Das Auftragspolster der Unternehmen reicht derzeit durchschnittlich über die nächsten 28,2 Wochen. Einhergehend geben 94 % der Drehteilehersteller an, dass sie gut bis sehr gut ausgelastet seien.

Personal ist ausreichend vorhanden – die Kosten steigen
Laut dem Vorstandsvorsitzenden des Verbands, Willy Gaule, hat sich der Personalbedarf abgeschwächt: Beim Personalstand gab es im Jahr 2016 einen leichten Rückgang um 1 %. Derzeit planen nur noch 24 % der Umfrageteilnehmer, ihr Personal weiter aufstocken zu wollen – gegenüber noch 43 % im Jahr 2015.
Allerdings sehen sich die vorwiegend mittelständischen Zulieferbetriebe mit steigenden Kosten konfrontiert. Dies betrifft zum einen das Personal: So nahm der Anteil der Personalkosten am Umsatz von 33 über 34 auf nunmehr knapp 35 % in den letzten drei Jahren zu. Zum anderen hat sich Rohmaterial in den zurückliegenden fünf Monaten überdurchschnittlich verteuert; beispielsweise kostete Warmbreitband (Blech) Ende Januar 2017 beinahe doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Ebenso stiegen die Kosten für Warmbandstahl und Walzdraht um 15 bis 25 %. Ursachen sehen Experten vor allem in der weltweit deutlichen Verteuerung grundlegender Rohstoffe – Kohle, Koks, Eisenerz. Deutsche Verarbeiter sind bei deren Beschaffung auf Einfuhren angewiesen, es gibt keine Alternativen. Zusätzlich ergeben sich daraus sehr lange, schwierig kalkulierbare Beschaffungszeiten.
Sicher werden die teilweise rasch steigenden Kosten die Automation in den Betrieben vorantreiben. Allerdings halten sich die Zulieferer bei Investitionen bislang zurück: Wie die Umfrageteilnehmer angeben, investieren sie derzeit nur wenig mehr als 7 % vom Umsatz gegenüber knapp 10 % im Jahr 2015 und noch 9 % in 2016. Bezogen auf die Investitionssumme pro Mitarbeiter bedeutet dies einen Rückgang um knapp 21 % im Vergleich zu den Vorjahren. Konkret werden nur noch etwa 10 000 Euro pro Mitarbeiter gegenüber mehr als 13 000 Euro pro Mitarbeiter im Jahr 2015 investiert.
Über den Verband der Deutschen Drehteile-Industrie
Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie im Fachverband Metallwaren- und verwandte Industrien (FMI) e.V. wurde 1948 gegründet. In ihm haben sich Zulieferbetriebe organisiert, die im Lohnauftrag Drehteile aus Metallen und Kunststoffen herstellen. Sie arbeiten für eine Vielzahl an Branchen, zum Beispiel für die Automobil-, die Baumaschinen-, die Hausgeräte- und die Möbelindustrie. Aktuell gehören 135 Unternehmen mit über 10 000 Beschäftigten und zusammen über 1,5 Mrd. Euro jährlichem Umsatz dem Verband an.
Der Verband der Deutschen Drehteile-Industrie ist auch an der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie beteiligt, die über 6 500 Zulieferunternehmen mit über 860 000 Beschäftigten repräsentiert.
Konrad Mücke ist PR- und Fachjournalist für Maschinenbau.
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