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Werkzeugmaschinenbau: 2016 verlief gut – 2017 lässt hoffen

Hightech-Werkzeuge „Made in Germany“ waren auch 2016 wieder ein Exportschlager. Foto: tiero – Fotolia
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Zwar sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im vierten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht – übers Jahr gesehen gab es aber ein deutliches Plus zu verzeichnen. Die Prognosen für 2017 gehen ebenfalls von einem ordentlichen Zuwachs des Auftragsvolumens aus.

Der Auftragsrückgang im vierten Quartal 2016 lag bei 4 % – gleichermaßen beim Binnen- und beim Auslandsgeschäft. Für das Jahr 2016 gilt insgesamt jedoch ein Plus von 7 %. Dabei stiegen die Bestellungen aus dem Ausland um 10 %, während die Bestellungen aus dem Inland das Jahr mit einer Null abschließen.

„Obwohl das vierte Quartal sich schwächer als die Vorquartale präsentiert, beendet die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie 2016 mit einem erneuten Auftragsrekord und bestätigt damit die positive Prognose des Vorjahres“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main, das Ergebnis. Der Auftragsrückgang zum Jahresende lässt sich ursächlich mit dem nachlassenden Projektgeschäft in China und den USA aus den ersten neun Monaten erklären.
2016 im Detail
Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie produzierte 2016 Maschinen im Wert von 15,2 Mrd. Euro, was einer Steigerung von gut einem Prozent entspricht und einen neuen Höchststand markiert. Mit einer Exportquote von 66 % sanken die Ausfuhren um 3 % auf nunmehr rund 9,1 Mrd. Euro. Dies lässt sich mit der ausgeprägten Nachfragedämpfung in China erklären. China bleibt dennoch wichtigster Absatzmarkt deutscher Werkzeugmaschinen. Nahezu ein Fünftel des Gesamtexports ging auch 2016 in das Reich der Mitte.
2016 waren im Jahresdurchschnitt 69 000 Frauen und Männer in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie beschäftigt. Die Kapazitätsauslastung in Deutschland lag im Jahresdurchschnitt mit 88 % auf Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand lag mit 6,9 Monaten leicht über dem Wert 2015.
Im internationalen Wettbewerb sind deutsche Werkzeugmaschinenhersteller weiterhin Spitze: 2016 ist es gelungen, mit deutlichem Abstand Exportweltmeister vor Japan zu werden. Die Hersteller erzielten ohne Teile und Zubehör ein Exportergebnis von 7,6 Mrd. Euro.
Auch in der Produktion gehört Deutschland weltweit zur Spitzengruppe: Nach vorläufigen Zahlen liegt Japan mit einem Minus von 5 % und 11,4 Mrd. Euro nur knapp vor Deutschland mit 11,25 Mrd. Euro. Unangefochtener Spitzenreiter in der Produktion ist und bleibt China mit 16,5 Mrd. Euro.
Weiterer Produktionszuwachs für 2017 erwartet
Dem neuen Jahr können die Werkzeugmaschinenbauer optimistisch entgegenblicken: „Wir erwarten für das laufende Jahr einen deutlichen Produktionszuwachs von 3 %“, so Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), anlässlich der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main.
Grundlage für die Einschätzung sind die internationale Industrieproduktion und die globale Werkzeugmaschinennachfrage, die sich laut Oxford Economics, Prognosepartner des VDW, gut entwickeln sollen. Gestützt wird die Prognose auch durch das dicke Auftragspolster aus 2016; insgesamt profitiert die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie vor allem vom großvolumigen und automobilgetriebenen Projektgeschäft weltweit.
Technologische Trends bieten Chancen
„2017 ist geprägt von vielen Herausforderungen, die Chancen bieten, neue Wettbewerbsvorteile zu generieren und unser Angebotsportfolio auszubauen“, erklärt Prokop. Das gelte vor allem im Bereich der digital vernetzten Produktion und den Lösungen für Industrie 4.0. Wesentliche Potenziale lägen in der durchgängigen Automatisierung des gesamten Auftragsdurchlaufs und der Behebung von Prozessstörungen.
Hohe Effizienzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich sei mit durchgängig vernetzten Lösungen ohne weiteres vorstellbar und helfe Kunden, im Wettbewerb die Nase vorn zu haben. Grundvoraussetzung dafür sind die Erfassung und die Analyse von Maschinen- und Prozessdaten: „Damit dies möglich wird, brauchen wir flexible, selbst für kleinere produzierende Unternehmen bezahlbare IT-Infrastruktur von der Maschine bis zur Cloud“, betont Prokop. Auf diesem Weg seien noch Hürden zu überwinden, die vor allem mit der Vernetzung in der Produktion zusammenhingen, etwa die Standardisierung der Schnittstellen, Datensicherheit und -hoheit, Haftungsfragen, Qualifizierung der Mitarbeiter sowie arbeitsrechtliche Fragen.
E-Mobilität stets im Blick behalten
Ein weiteres großes Zukunftsthema der Branche ist die Elektromobilität: Wie die Werkzeugmaschinenindustrie davon betroffen sein wird, ist in letzter Konsequenz noch offen, da nicht einmal die drängendsten Fragen nach der Höhe des Anteils reiner Elektrofahrzeuge oder der Veränderung des Zerspanvolumens geklärt sind. Fakt ist jedenfalls, dass es für eine längere Übergangszeit einen höheren Anteil an Hybridfahrzeugen geben wird. Ihr Komplexitätsgrad durch die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotoren dürfte nach Aussage deutscher Produktionsforscher weiterhin hohe Spanvolumina erfordern.
Eines bleibt jedoch unbestritten: Alle Firmen, die in die Automobilindustrie liefern, müssen sich zwangsweise mit diesen Themen auseinandersetzen.
Manuel Löhmann ist beim Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig.
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