Digitalisierung Wissenslücken der Führungskräfte als Hindernis - Industrie.de

Digitalisierung

Wissenslücken der Führungskräfte als Hindernis

Bei einem Großteil des industriellen Managements scheint es am Verständnis für die digitale Transformation zu mangeln. Foto: magele-picture – Fotolia
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Fehlendes Wissen im Management ist laut aktuellem Deutschen Industrie 4.0 Index der Unternehmensberatung Staufen das größte Hindernis bei der digitalen Transformation: Drei von vier Industrieunternehmen beklagen das mangelnde Know-how ihrer Manager. Damit ist der Wert seit der letzten Erhebung vor 12 Monaten nur unwesentlich gesunken – höchste Zeit, um gegenzusteuern.
Denn eigentlich obliegt es dem Management, seine Mitarbeiter in die digitale Zukunft zu führen. In der Praxis sieht es aber aktuell meist anders aus – entsprechend haben haben viele Angestellte diesbezüglich keine sehr hohe Meinung von ihren Vorgesetzten. So geben 40 % der Arbeitnehmer an, in ihrem Betrieb dominiere noch immer das Prinzip „Befehl und Gehorsam“; die Unternehmenskultur in Deutschland steht damit vor einer gewaltigen Herausforderung.
„Mit einem derart autoritären Führungsstil sind Unternehmen für die digitale Transformation denkbar schlecht aufgestellt. Denn ohne ein neues Verständnis von Führung wird es Unternehmen nur sehr schwer gelingen, die innovativen Potenziale ihrer Mitarbeiter zu heben“, so Thomas Rohrbach, Geschäftsführer von Digital Workx, einem Tochterunternehmen der Unternehmensberatung Staufen.
Manager stehen vor einer doppelten Herausforderung
„Innovationen leben auch von einem Klima der Selbstverwirklichung. Wer mit starkem Hierarchiedenken den kreativen Keim im eigenen Haus erstickt, kann keine großen Sprünge erwarten“, so Digitalisierungs-Experte Rohrbach weiter. Mangelnde Wertschätzung sei ebenfalls wenig geeignet, Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu führen. Auf den ersten Blick scheint es hier in der deutschen Arbeitswelt noch recht gut auszusehen: 77 % der Arbeitnehmer glauben laut dem Deutschen Industrie 4.0 Index, als Mensch voll respektiert zu werden. 71 % halten ihren Arbeitgeber für kritikfähig. Das gilt in zahlreichen Firmen allerdings nur für die guten Zeiten. In rund einem Drittel der Unternehmen vergreifen sich Vorgesetzte in Stresssituationen im Ton. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass ihr Vorgesetzter dabei den Druck aus der Geschäftsleitung direkt an sie weitergibt.
„Fairerweise muss man sagen, dass viele Führungskräfte mit dem Aufbau von digitalem Wissen einerseits und dem gleichzeitigen Erlernen eines neuen Führungsstils andererseits wirklich massiv gefordert sind“, gibt Remco Peters, Partner bei der Staufen AG, zu bedenken: Sie müssen ihr teilweise über Jahre gewachsenes Selbstverständnis hinter sich lassen und sich zum Mentor entwickeln, der Mitarbeiter durch sein Vorbild begeistert.
„Technische Qualifikationen lassen sich durch Weiterbildung erlernen und dann auch in der Belegschaft verankern, eine innovationsfreundliche Kultur dagegen muss vorgelebt werden“, so Peters. Dazu sei es auch nötig, dass Führungskräfte nah an der Wertschöpfung agierten. Das müsse nicht mehr zwingend die physische Fabrikhalle sein – denn digitale Kooperationssysteme (Collaboration Tools) ermöglichten es heute, selbst standortübergreifend dicht an den Mitarbeitern zu bleiben.
Über die Studie
Für den dritten Deutschen Industrie 4.0 Index wurden im Auftrag der Unternehmensberatung Staufen 1 000 Arbeitnehmer aus insgesamt 277 deutschen Industrieunternehmen befragt. Die Studie kann unter folgendem Kontakt angefordert werden: Kathrin Kurz, k.kurz@staufen.ag
Arne Stuhr ist Teilhaber der Kommunikationsberatung Thöring & Stuhr in Hamburg.
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