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KMUs zögern bei Einsatz des Mobilfunkstandards 5G – Acatech-Projektgruppe will "5G-Lawine" lostreten

Industrie 4.0
KMUs zögern bei Einsatz von 5G – Projektgruppe will „5G-Lawine“ lostreten

5G in der Industrie 4.0
Eine Acatech-Projektgruppe ist der Ansicht, dass KMUs schlecht über die Vorteile von 5G informiert sind.
Bild: peshkov/stock.adobe. com

5G ist für die Industrie 4.0 ein zentraler Baustein. Vor allem KMUs zögern noch immer, die Technologie einzusetzen. Sie scheuen sich besonders vor den antizipierten Kosten und dem (vermeintlich) geringen individuellen Nutzen. Dieses Fazit zieht eine Projektgruppe um Acatech-Mitglied Jürgen Fleischer vom KIT. Aus seiner Sicht braucht es eine „5G-Lawine“. Experten im Acatech-Impuls „5G in der Industrie“ haben jetzt festgehalten, wie diese Lawine losgetreten werden kann und wie Probleme im Zusammenhang mit der Digitalen Souveränität gelöst werden können.

Seit rund zehn Jahren ist Industrie 4.0 in Deutschland ein großes Thema. Der Mobilfunkstandard 5G soll Industrie 4.0 auf ein neues Level heben.

Ein Beispiel: Will ein Unternehmen die Echtzeit-Arbeitssituation eines Industrie-Roboters aus der Ferne analysieren, funktioniert dies am besten mit einer Virtual-Reality-Anwendung. Diese ist in ausreichender Qualität nur mit 5G technisch realisierbar. Außerdem vereinfacht 5G die Vernetzung von Geräten und Maschinen – und damit die Erfassung von Daten. Diese können dann mithilfe von KI ausgewertet werden.

„Die Vorteile von 5G sind unzureichend transparent“ 

„5G zeichnet sich durch bisher nicht bekannte Reaktionszeiten, übertragbare Datenmengen und hochgenaue Lokalisierung aus“, nennt Acatech-Mitglied Jürgen Fleischer die Vorzüge des vergleichsweise neuen Mobilfunkstandards.

Fleischer ist der Ansicht, dass die Vorteile von 5G nicht transparent genug gemacht werden. Industrie-Unternehmen seien daher nicht in der Lage, entsprechende Use Cases zu entwickeln und diese auch finanziell zu bewerten.

5G für die Industrie: Campusnetze, Einsatz und Vorteile

„Deshalb muss das Ziel sein, 5G-Anbieter und industrielle Anwendungs-Domänen gezielt zusammenzubringen, um dieses enorme Potenzial heben zu können“, so Fleischer, der das Institut für Produktionstechnik (wbk) am KIT leitet und die Acatech-Publikation „5G in der Industrie“ mit herausgibt.

Die Projektgruppe möchte daher zusammen mit Unternehmen Anwendungs-Beispiele entwickeln, um den Nutzen praxisnah aufzuzeigen. Auf diese Weise lasse sich eine „5G-Lawine“ lostreten und die Technologie einführen.

Offene Netzarchitektur = mehr digitale Souveränität

5G ist ein elementarer Teil der Kommunikations-Infrastruktur. Viele Geschäftsmodelle könnten auf der Technologie aufbauen, etwa im Bereich Platform-as-a-Service oder bei der Entwicklung von Software zur Auswertung großer Datenmengen.

Ein Problem dabei: Die Komponenten für die 5G-Infrastruktur kommen derzeit von wenigen Herstellern. Die drei größten Hardware-Produzenten sind Huawei, Ericsson und Nokia. Ihr Marktanteil beträgt mehr als 75 Prozent.

Bei der Einführung von 5G ergeben sich daher Fragen nach der digitalen Souveränität Deutschlands und Europas. Die Einrichtung einer standardisierten und offenen Netzarchitektur könnte daher sinnvoll sein: Mit ihrer Hilfe wäre die vertikale Kompatibilität zwischen verschiedenen Hardware-Herstellern möglich. Dies würde auch die Sicherheit der Zugangsnetze erhöhen.

Die Autoren des Papiers „5G in der Industrie“ fordern daher, dass die Politik das Thema 5G höher auf die Agenda setzt. Sie müsse einen möglichst breiten Zugang zur Technologie und einen souveränen Umgang damit ermöglichen. (wag)

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