Mobilfunk-Generation

Hamburger Hafen ist bereit für „5G“

Quelle: Bernd Flickenschild auf Pixabay
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Im Hamburger Hafen haben die Hamburg Port Authority (HPA), die Deutsche Telekom und Nokia neue Aspekte des 5G Standards mit unterschiedlichen Anwendungen getestet. Von Januar 2018 bis Juni 2019 war das rund 8.000 Hektar große Areal ein Testgebiet, in dem die Zukunftstechnologie auf ihre industrielle Einsatzfähigkeit überprüft wurden. Der Feldversuch im Rahmen des EU Projektes 5G-MoNArch in Hamburg wurde nun erfolgreich abgeschlossen.

Das Augenmerk beim Projekt im Hamburger Hafen lag auf dem neuen Technologie-Konzept „Network-Slicing“. Unter 5G soll es künftig nicht mehr „das eine Netz“ geben – sondern parallel betriebene, virtuelle Netze auf Basis einer gemeinsamen Infrastruktur. Der Vorteil: Diese Netze, so genannte Slices, können unterschiedliche Eigenschaften haben. Diese sind so konstruiert, dass sie den spezifischen Anforderungen eines bestimmten Anwendungsfalles oder Nutzerkreises entsprechen.

Ein Beispiel ist eine spontan realisierbare Vorrangschaltung für Rettungsdienste im Hafengebiet bei Sturmflut. Erste Erkenntnisse sind bereits in die neueste Version des 5G-Standards eingeflossen, wie z.B. die Möglichkeit, dass ein Terminal in mehreren Slices gleichzeitig arbeiten kann. Weitere Erkenntnisse wurden in die laufende Entwicklungsarbeit für zukünftige Releases des 5G-Standards eingebracht.

Getestet wurden drei Anwendungsfälle im Hafen mit unterschiedlichen Anforderungen an ein Netz: Zum einen installierten die Partner Sensoren auf drei Schiffen der HPA-Tochter Flotte Hamburg GmbH & Co. KG. Diese Sensoren liefern Bewegungs- und Umweltdaten in Echtzeit aus großen Teilen des Hafengebiets. Zweites Beispiel: Das Port Road Management Center der HPA steuert über eine Ampel, die an das Mobilfunknetz angebunden ist, aus der Ferne die Verkehrsströme im Hamburger Hafen.

Schnelligkeit und Sicherheit als Ziel

Dies soll dazu beitragen, beispielsweise LKW schneller und sicherer durch das Hafengebiet zu lotsen. Beim dritten Beispiel wird die schnelle Verfügbarkeit hoher Datenmengen getestet: Mit Hilfe des neuen Standards werden 3D-Informationen an eine Augmented-Reality-Anwendung übertragen. Durch die 3D-Brille können Wartungsteams vor Ort – beispielsweise auf einer Baustelle – zusätzliche Informationen wie etwa Gebäudedaten abrufen, oder interaktive Unterstützung durch einen Experten erhalten.

Das Ziel des Projekts im Hamburger Hafen wurde klar erreicht: Die Projektpartner konnten nachweisen, dass komplexe mobile Anwendungen aus dem industriellen Bereich mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen in einem einzigen Netz zuverlässig funktionieren. „Wir haben wertvolle Erfahrungen gesammelt, über die wir auch die Hafenwirtschaft und andere Partner in mehreren Veranstaltungen informiert und beteiligt haben. Das war uns von Anfang an sehr wichtig“, sagt HPA-Projektleiter Hendrik Roreger. „Durch die gesammelten Erfahrungen haben wir im Hamburger Hafen jetzt einen deutlichen Technologievorsprung. Wenn 5G offiziell startet, wären wir bereit hier auch komplexe Anwendungen umzusetzen.“ Die künftige Abdeckung mit dem 5G-Signal im Hafen würde durch die Mobilfunkprovider erfolgen. Die HPA plant derzeit, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit 5G in weiteren Projekten zu vertiefen. (rhh)

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