Betriebliche Sicherheit

Berufsgenossenschaften fördern Otoplastiken

Bei gesundheitsgefährdenden Lärmpegeln absolute Pflicht: Der Gehörschutz. Foto: Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler.
Anzeige
Eine Langzeitstudie der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) hat nachgewiesen, dass der maßgeschneiderte Gehörschutz deutlich verbesserte Lärmschutzwirkung gegenüber Standardlösungen bietet. Daher haben die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) und die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) ein entsprechendes Förderprogramm ins Leben gerufen.

Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit. Der Gehörschutz ist daher ein zentraler Bestandteil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und spielt in der Arbeitswelt eine elementare Rolle. Allerdings ist Gehörschutz nicht gleich Gehörschutz. Die qualitative Spannbreite ist groß: Sie reicht von Standardprodukten wie Einwegstöpseln über Bügelgehörschutze bis hin zu Premiumlösungen, den so genannten Otoplastiken. Diese unterscheiden sich von Einweg- oder Mehrweg-Produkten vor allem dadurch, dass sie auf die Form der Ohrmuscheln des Trägers individuell zugeschnitten sind. Dadurch punkten sie mit einem hohen Tragekomfort und genießen bei den Anwendern eine sehr hohe Trageakzeptanz. Dies wiederum erhöht die Schutzwirkung – denn nur Gehörschutz, der gerne und damit dauerhaft getragen wird, kann auch schützen.

Erwiesene Wirksamkeit

Eine Langzeitstudie der BGHM hat die höhere Wirksamkeit von Otoplastiken im Vergleich zu Standardgehörschutz durch eine Langzeitstudie nachgewiesen. Über zwölf Jahre hinweg wurden dabei insgesamt 103 Probanden untersucht. Das Ergebnis: Bei Personen, die gewöhnliche Gehörschutz-Stöpsel oder -kapseln verwendeten, betrug der durchschnittliche Hörverlust rund sieben Dezibel (dB) im ersten Jahr der Untersuchung. Bei Trägern von Otoplastiken lag der Wert dagegen bei lediglich zwei dB. Zudem war bei konsequenter Nutzung des angepassten Gehörschutzes in den folgenden sechs Jahren kein weiterer Hörverlust zu beobachten.

Möglichkeit der Förderung

Trotz der nachweislich höheren Wirksamkeit scheuen viele Unternehmen noch immer die Anschaffung von Otoplastiken aufgrund der vergleichsweise höheren Anfangsinvestitionen. Das ist allerdings kurzsichtig: Denn Otoplastiken sind nicht nur der wirksamste Gehörschutz; auf lange Sicht sind sie durch ihre erhöhte Tragedauer – durchschnittlich beträgt sie vier Jahre – auch wesentlich kostengünstiger als alle anderen Formen des Gehörschutzes. Ein weiteres Argument zur Anschaffung von Otoplastiken liefern nun die BG Bau und die VBG. Die beiden Berufsgenossenschaften unterstützen Unternehmen finanziell, die ihren Mitarbeitern Otoplastiken zur Verfügung stellen. Die VBG lobt eine Prämie von 40 Prozent der Investitionskosten aus; bei der BG Bau sind es sogar 50 Prozent der Anschaffungskosten, maximal jedoch 100 Euro. Die Förderung ist allerdings an eine Bedingung geknüpft: Der Antragssteller verpflichtet sich, die Otoplastiken innerhalb von sechs Monaten einer ersten Funktionskontrolle sowie innerhalb der folgenden zwei Jahre einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Durch die doppelte Prüfung sichert sich das Unternehmen nicht nur die Förderprämie der Berufsgenossenschaft. Es schützt sich zugleich gegen Gewährleistungs- oder Schadensersatzansprüche von Mitarbeitern.

Die Vorteile liegen auf der Hand

Beim angepassten Gehörschutz handelt es sich um echte Maßarbeit. Jeder Anfertigung geht ein Gespräch mit dem Fachmann voraus, bei welchem unter Anderem die ideale „Bauart“ gewählt wird: Zur Wahl stehen die Schalen- und Kanalform (jeweils mit Griffteil zum einfachen Entfernen) sowie die flache Kanalform. Im Anschluss an die Beratung werden die Otoplastiken dann gefertigt – bei großen Anbietern wie ForSec beträgt die Wartezeit durchschnittlich drei Wochen. Hier sind übrigens die Funktionskontrolle und die wiederkehrenden Prüfungen (wie sie für die Förderung erforderlich sind) als Serviceleistung im Kaufpreis enthalten. Träger und Unternehmen dürften die vielfältigen Vorteile dieser Form des Gehörschutzes schnell zu schätzen lernen; denn Otoplastiken haben eine lange Nutzungsdauer und sind somit nachhaltig, überzeugen durch hohen Tragekomfort sowie sicheren Sitz, lassen sich einfach reinigen und bieten ein Höchstmaß an Sicherheit. Darüber hinaus lassen sie sich individuell auf den Einsatzort abstimmen, ermöglichen die Kommunikation zwischen Beschäftigten und können unliebsame Geräusche herausfiltern, während beispielsweise Warnsignale hörbar bleiben.
Matthias Wenten schreibt für die Agentur document1 mit Sitz in Uedem.
Anzeige

Smarte Maschinen im Einsatz

Konferenz „Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ am 15. Oktober 2019

Konradin Industrie

Titelbild additive P2
Ausgabe
P2.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de