Zukunft des stationären Handels

Künstliche Intelligenz und Facial Recognition entscheiden

Bildquelle: Gerd Altmann auf Pixabay
Anzeige

Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) nehmen weltweit rasant zu. Das belegt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung BearingPoint und des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsmanagement (IIHD). So prognostizieren Experten für Europa bis 2020 KI-Investitionen in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar. Für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird ein durch KI getriebenes Wachstum um insgesamt 2,7 Billionen Euro bis 2030 erwartet. Die enormen Wachstumsraten um jährlich 1,4 Prozent sind dabei maßgeblich auf Produktivitätssteigerungen zurückzuführen, die sich durch die Automatisierung von Prozessen ergeben.

Hinsichtlich der aktuellen Marktdurchdringung von KI liegt Europa jedoch deutlich hinter den USA und China. Der Grund: Bisher fehlen oft die analytischen Voraussetzungen (siehe Abbildung). Lediglich elf Prozent der europäischen Unternehmen wenden beispielsweise Big Data Analytics unternehmensweit an, belegt die Studie von BearingPoint und dem IIHD Institut. Zwei Drittel der Unternehmen befinden sich noch in der Pilotierungsphase oder nutzen Big Data Analytics bisher gar nicht.

In der Folge fällt auch die KI-Adaption in Europa derzeit sehr gering aus. Lediglich sechs Prozent der europäischen Unternehmen nutzen KI zum Beispiel im Rahmen von Prozessautomatisierung und Smart Robotics. Machine- und Deep-Learning-Algorithmen sowie virtuelle Assistenten kommen in nur drei Prozent der Unternehmen zum Einsatz.

Facial Recognition als Schlüsseltechnologie

Ein zentrales Anwendungsfeld für KI, insbesondere im Handel, ist Facial Recognition (Gesichtserkennung) – auch als „biometrische künstliche Intelligenz“ bekannt. Facial-Recognition-Software kann sowohl grundlegende demografische Daten, wie beispielsweise Alter, Geschlecht und ethnische Herkunft, als auch Bewegungsdaten von Konsumenten generieren, die Auskunft über das Einkaufsverhalten geben.

Gesichtserkennung könnte künftig Antworten auf zentrale Fragen der Customer Journey liefern und beispielweise dokumentieren, wie sich ein Kunde in einem Geschäft bewegt, wie lange er sich mit bestimmten Produkten beschäftigt und welche davon am Ende tatsächlich den Weg an die Kasse finden. Richtig eingesetzt, könnte die neue Technologie dem stationären Handel auf diese Weise wieder zu mehr Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Onlineshops zu verhelfen.

Trotz ihres Potenzials kommen die Technologien um KI und Facial Recognition im deutschen Handel bisher kaum zum Einsatz. Dieser geringe Implementierungsfortschritt ist dabei auf einige zentrale Hürden zurückzuführen. Zum einen ist die Verfügbarkeit von (Kunden-)Daten im deutschen Handel immer noch kaum gegeben. Außerdem spielen die geringe Akzeptanz der Konsumenten und die hohen Anforderungen an den Datenschutz eine Rolle. (rhh)

Bearing Point

Anzeige

Smarte Maschinen im Einsatz

Konferenz „Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ am 15. Oktober 2019

Konradin Industrie

Titelbild Industrieanzeiger 21
Ausgabe
21.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de