DSGVO

67 Prozent haben DSGVO in weiten Teilen umgesetzt

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Die deutsche Wirtschaft kämpft immer noch mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Fast anderthalb Jahre nach Geltungsbeginn haben zwar 67 Prozent der Unternehmen die neuen Datenschutzregeln zu großen Teilen umgesetzt. Allerdings hat dabei erst ein Viertel die Umsetzung der DSGVO vollständig abgeschlossen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 500 Unternehmen aus Deutschland.

Weitere 24 Prozent haben die Verordnung teilweise umgesetzt, sechs Prozent stehen noch am Anfang. „Die Datenschutz-Grundverordnung trifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen hart“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Es bestünden nach wie vor große Unsicherheiten bei der Auslegung der neuen Regeln, eine vollständige Umsetzung der DSGVO scheint deshalb für viele Unternehmen unmöglich. Rechtsunsicherheit und ein schwer abzuschätzender Umsetzungsaufwand sind für jeweils zwei Drittel der Unternehmen (68 Prozent) die größten Herausforderungen. 53 Prozent beklagen fehlende Umsetzungshilfen, gut ein Drittel (37 Prozent) sieht fehlendes Fachpersonal als größte Herausforderung.

DSGVO hat innovative Projekte verhindert

Laut Befragung ist es für Unternehmen, die mit der Umsetzung der DSGVO zumindest begonnen haben, am aufwändigsten, die neuen Informations- und Dokumentationspflichten zu erfüllen. Fast alle Befragten bestätigen einen hohen Aufwand. Doch nicht nur der ist hoch: Für viele haben die Datenschutzregeln auch enge Grenzen für Innovationen gesetzt. Dies stellte der Bitkom bereits in einer Umfrage nach einem Jahr DSGVO fest. 14 Prozent gaben an, dass innerhalb ihrer Unternehmen neue, innovative Projekte aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung gescheitert seien. „Wir müssen die Datenschutzregeln so weiterentwickeln, dass der Schutz der Privatsphäre und die Entwicklung innovativer datengetriebener Geschäftsmodelle in Einklang gebracht werden können. Datenschutz sollte kein lästiger Bremsklotz, sondern Leitplanke mit Orientierungsfunktion für datenbasierte Dienste sein“, so Dehmel.

Nahezu alle Unternehmen (98 Prozent) fordern Nachbesserungen der DSGVO. Gleichzeitig sind fast ebenso viele (95 Prozent) der Meinung, dass die DSGVO praktisch nicht komplett umsetzbar sei. 74 Prozent geben an, dass ihre Kunden genervt sind von zusätzlichen Infoblättern und Hinweisen. Drei von zehn Befragten (29 Prozent) finden, dass die DSGVO Innovationen innerhalb der EU verhindert. Und jedes sechste Unternehmen (16 Prozent) sagt sogar: Die DSGVO ist eine Gefahr für unser Geschäft. „Die EU-Kommission wird die DSGVO im nächsten Jahr genau prüfen. Sie sollte Erleichterungen für KMUs vorsehen und auch die Datennutzung im Forschungsumfeld erleichtern“, so Dehmel.

Brexit bringt Unsicherheit für Datentransfers

Darüber hinaus sehen sich Unternehmen mit Datenschutzherausforderungen durch den anstehenden Brexit konfrontiert. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) lässt Personendaten von externen Dienstleistern im Ausland verarbeiten. Von diesen sind es wiederum 11 Prozent, die dies in Großbritannien erledigen lassen. Die Konsequenz: Die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) derer, die derzeit Personendaten in Großbritannien verarbeiten lassen, wollen dies nach dem Brexit nicht mehr tun. Dehmel: „Nach dem Brexit dürfen personenbezogene Daten nicht mehr ohne Weiteres nach Großbritannien übermittelt werden. Ohne Brexit-Deal müssen viele betroffene Unternehmen ihre Prozesse umgehend anpassen und neu aufsetzen. Das kann sich unmittelbar auf den Geschäftserfolg auswirken und die Wirtschaft in Deutschland insgesamt empfindlich treffen.“

Großteil hat sich mit ePrivacy-Verordnung auseinandergesetzt

Neben der Datenschutz-Grundverordnung müssen sich Unternehmen demnächst auf ein weiteres Regelwerk für den Datenschutz einstellen, die sogenannte ePrivacy-Verordnung. Diese Verordnung soll die DSGVO im Bereich der elektronischen Kommunikation ergänzen und wird derzeit auf EU-Ebene verhandelt. Dehmel: „Die EU muss aus den Erfahrungen der DSGVO lernen. Eine unklare und zu weit gefasste Verordnung provoziert Rechtsunsicherheit und Probleme bei der Umsetzung. Nach derzeitigem Stand gefährdet die ePrivacy-Verordnung die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen.“

Der ganze Bericht kann auf der Website des Bitkom gelesen werden.


Kontakt zum Bitkom

Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Albrechtstraße 10
10117 Berlin-Mitte
Tel.: +49 30 275760
Fax: +49 30 27576 409
E-Mail: bitkom@bitkom.org
Website: www.bitkom.org

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