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Knapp zwei Drittel der Millenials können sich einen Jobwechsel vorstellen – jeder Fünfte sucht aktiv nach neuem Job

Arbeitsmarkt
Knapp zwei Drittel der Millenials können sich einen Jobwechsel vorstellen

Jobwechsel Millenials Arbeitsmarkt Studie EY
Laut einer EY-Umfrage liebäugeln 61 Prozent der Millenials mit einem Jobwechsel.
Bild: pizuttipics/stock. adobe.com

Droht deutschen Unternehmen eine Kündigungswelle? Diese Frage stellt sich Ernst & Young (EY) anlässlich ihrer jüngst veröffentlichen Studie mit dem Titel „Karrierewege Millenials 2022“. Gemeinsam mit der Karriereplattform für Frauen „The Female Factor“ hat die Beratungsgesellschaft 1000 Deutsche und 1500 Personen aus Österreich und der Schweiz im Alter von 18 bis 40 Jahren befragt. Knapp zwei Drittel der Befragten sind nach eigenen Angaben offen für einen neuen Arbeitgeber.

Die Studie zeigt, dass 61 Prozent offen für einen neuen Arbeitgeber sind. 21 Prozent suchen demnach sogar aktiv nach einer neuen Stelle (Frauen: 23 Prozent, Männer 19 Prozent). Die „Great Resignation“, wie diese Entwicklung im englischsprachigen Raum genannt wird, scheint nach Deutschland zu schwappen.

Der Arbeitsmarkt ist jedenfalls in Bewegung – und bei der Jobwahl geht es Millennials nicht um den schnöden Mammon. Zumindest nicht nur. Der wichtigste Faktor bei den 18- bis 40-Jährigen ist laut Studie das Klima zwischen den Kollegen.

Millenials halten Arbeitsklima für wichtigstes Kriterium

Die Gründe (wichtig bis sehr wichtig) für einen geplanten Jobwechsel:

  • Arbeitsklima (58 Prozent in Deutschland)
  • Gehalt (50 Prozent)
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (50 Prozent)
  • Standort des Büros, also Arbeitsort (42 Prozent)
  • Interessante Aufgaben (42 Prozent)
  • Wertvolle Berufserfahrung sammeln können (36 Prozent)
  • Flexibilität (35 Prozent)
  • Berufliche Weiterentwicklung/Erreichen der Karriereziele (33 Prozent)
  • Weiterbildungsmöglichkeiten (33 Prozent)
  • Guter Ruf des Unternehmens (32 Prozent)

Angenehmes Arbeitsumfeld motiviert wechselwillige Millenials

„Angestellte, gerade jüngere Berufstätige, wollen sich heute häufiger ausprobieren. Auf dem Arbeitsmarkt sehen sie aktuell die Chance dazu, da es durch den Fachkräftemangel Vakanzen an qualifizierten Mitarbeitern gibt“, sagt Jan-Rainer Hinz, Mitglied der Geschäftsführung, Personalleiter und Arbeitsdirektor von EY in Deutschland.

Das gelte für fast alle Branchen. Firmen seien gut beraten, auf die individuelle Situation der Arbeitnehmer einzugehen – und Flexibilität bei Entwicklungsmöglichkeiten, dem Arbeitsort und dem Privatleben zu bieten.

Hinz: „Und darüber hinaus bedeutet es für die Unternehmen, dass eine positive Atmosphäre und Arbeitskultur immens wichtig sind, um gute Mitarbeiter zu halten – und neue zu gewinnen.“

Fehlende Flexibilität im Job: Droht der „Flexit”?

Besonders die befragten Frauen finden das Arbeitsklima wichtig: Für 64 Prozent ist dies ein wichtiger bis sehr wichtiger Faktor. Bei den männlichen Millennials in Deutschland sind es 53 Prozent.

Ein bemerkenswerter Wandel, findet Hinz, denn: 46 Prozent aller Befragten gab an, dass für die Wahl ihres aktuellen Arbeitgebers noch das Gehalt ausschlaggebend gewesen sei. Dahinter folgen das Arbeitsklima (34 Prozent) und der Standort des Büros (24 Prozent).

Vor allem Männern ist die Karriere wichtig

Geht es um den Karriereplan, sind vor allem Männer auf höhere Funktionen aus. 36 Prozent geben an, dies in den kommenden fünf Jahren mit einem Wechsel des Arbeitgebers erreichen zu wollen. Bei den Frauen sind es 20 Prozent.

Wenn die Mitarbeiter eine neue Stelle gefunden haben, wünschen sie sich vor allem Förderung – und formulieren das auch gegenüber ihrem Arbeitgeber. 64 Prozent der Befragten reden mit ihren Vorgesetzten über ihre Karrierepläne. (Männer: 71 Prozent, Frauen: 56 Prozent).

Allerdings fühlen sich die weiblichen Befragten besser von ihren Vorgesetzten unterstützt: 28 Prozent der Frauen gaben den Grad der Unterstützung mit „voll und ganz“ an – bei den Männern waren es dagegen 18 Prozent. (wag)

Die gesamte Studie gibt es bei EY zum Download (PDF).

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