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Aufbau digitaler Kompetenzen: KMUs schlagen Großkonzerne

Digitalisierung
Aufbau digitaler Kompetenzen: KMUs schlagen Großkonzerne

Bei der Nutzung digitaler Tools wie Messengern oder betrieblichen Social Media eilt der Mittelstand den „Großen“ voraus. Foto: beeboys – Fotolia
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Neun von zehn Führungskräften großer deutscher Unternehmen messen der digitalen Befähigung ihrer Mitarbeiter eine besondere Bedeutung bei. Kein Wunder, denn ebenso viele glauben, dass sie ohne handfeste „Digital Skills“ im Wettbewerb nicht mithalten können. Doch seltsam: Bei der Nutzung digitaler Tools geht laut einer Studie von Sopra Steria Consulting der Mittelstand voran.

Umso wichtiger wird es für die „Großen“, sich von bürokratischen Digital-Know-how-Hürden zu befreien und die zukünftigen Anwender bei der Einführung digitaler Lösungen so früh wie möglich einzubeziehen. Am Bewusstsein dafür, dass digitale Fähigkeiten zunehmend an Wettbewerbsrelevanz gewinnen, mangelt es in großen Unternehmen nicht: Laut einer aktuellen Studie von Sopra Steria Consulting zur digitalen Überforderung im Arbeitsleben (siehe dazu auch den Link am Ende des Textes) sind Digital Skills in der Belegschaft für 93 % aller Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 5 000 Beschäftigten unverzichtbar, um ihre Marktposition zu behaupten.
In deutlichem Kontrast zu dieser Aussage steht jedoch der vergleichsweise spärliche Einsatz digitaler Tools in diesem Größensegment: Egal ob Messenger, Videomeetings, mobile Anwendungen oder Social Media – in nahezu allen Kategorien digitaler Interaktion schneiden Großunternehmen signifikant schlechter ab als mittelständische Firmen, deren Mitarbeiterzahl zwischen 500 und 5 000 rangiert.

Bei den Konzernen macht sich ein Umdenken bemerkbar

Einen deutlichen Rückstand zeigt die Studie zum Beispiel beim betrieblichen Einsatz von Laptops, Tablets oder Smartphones: Während derartige Mobilgeräte bei zwei Dritteln aller Mittelständler mit 500 bis 1 000 Angestellten längst zum Alltag gehören, gilt dies nur für 36 % aller Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl oberhalb der 5 000er-Marke.
Offenbar ist diese Diskrepanz inzwischen in den Chefetagen großer Unternehmen angekommen: In der Umfrage sagte jede siebte dort tätige Führungskraft aus, das eigene Unternehmen müsse digital aufholen, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Einen Rückstand der „Großen“ gegenüber den „Kleinen“ bringt die Studie aber auch beim Aufbau digitaler Kompetenzen ans Licht. Nur jeder zweite Mitarbeiter eines Großunternehmens hat sein digitales Know-how bislang im Rahmen einer betrieblichen Weiterbildung erworben. Bei Firmen mit dreistelligen Beschäftigtenzahlen liegt dieser Anteil bei 64 %. Doch auch hier setzt ein Umdenken ein: Mehr als vier Fünftel aller Führungskräfte großer Unternehmen sind der Ansicht, dass digitales Wissen und Können hauptsächlich im Rahmen betrieblicher Fortbildungsmaßnahmen vermittelt werden sollte – was als ein Auftrag an die HR-Abteilung interpretiert werden kann.

Wieso dieser Unterschied?

„Kleineren Firmen fällt die Adaption digitaler Tools und Arbeitsweisen generell leichter, weil sie seltener von bürokratischen Strukturen behindert werden“, berichtet Matthias Frerichs – Senior Manager Digital Banking bei Sopra Steria Consulting – aus seiner Beratungspraxis. Großunternehmen empfiehlt er, die Einführung neuer Technologien flexiblen Pilotteams mit Vertretern aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen anzuvertrauen. Dabei habe sich insbesondere die Methode des Rapid Prototyping bewährt: „Dank schnell verfügbarer Lösungsprototypen kann authentisches Anwender-Feedback praktisch vom ersten Moment an in die Lösungsentwicklung einfließen. Die aktive Mitgestaltung der späteren Anwender sichert breite Akzeptanz und ist das beste Mittel gegen digitale Überforderung“, so Frerichs.

Über die Studie

Im Juli 2016 ließ Sopra Steria Consulting insgesamt 211 Angestellte und Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zu ihrer Haltung gegenüber der digitalen Transformation befragen. Die Erhebung fand über ein Online-Panel statt und bezog Unternehmen unterschiedlicher Branchen ein – darunter Finanzdienstleister, Energieversorger, Industrieunternehmen und Behörden. Explizit ausgeschlossen waren IT-Dienstleister und Beratungsunternehmen.
Matthias Thews ist für Fink & Fuchs Public Relations in Wiesbaden tätig.

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