MIRA sichert sich Anteile am Chemiepark-Betreiber

Bayer und Lanxess verkaufen Currenta

Bayer-Kreuz Köln-Bonn
Das Bayer-Kreuz am Flughafen Köln-Bonn. Bild: Bayer
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Der Chemiekonzern Bayer und Lanxess verkaufen ihre Anteile am Chemiepark-Betreiber Currenta an von Macquarie Infrastructure and Real Assets (MIRA) geführte Fonds. Das gaben die Unternehmen jetzt bekannt. MIRA ist der weltweit größte Infrastruktur-Investor. Beide Unternehmen haben am 6. August entsprechende Vereinbarungen mit MIRA unterzeichnet. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Behörden.

Das Unternehmen Currenta organisiert und betreibt Infrastruktur, Energieversorgung und weitere Dienstleistungen in den Chemieparks in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Derzeit ist der Chemiepark-Betreiber ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer (60 Prozent) und Lanxess (40 Prozent). Currenta wird, einschließlich eines von Bayer übertragenen Immobilienportfolios, vor Abzug der Nettoverschuldung und der Pensionsverpflichtungen mit einem Gesamtunternehmenswert von 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Weiterhin enge Zusammenarbeit von Bayer und Currenta

„Wir freuen uns, mit MIRA als dem weltweit führenden Infrastrukturbetreiber den richtigen Partner gefunden zu haben, der die Currenta mit seiner internationalen Expertise erfolgreich weiterentwickeln kann“, sagt Dr. Hartmut Klusik, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Bayer AG. MIRA sei langfristig orientiert und werde auch für die Mitarbeiter der Currenta ein verlässlicher Arbeitgeber sein, so Klusik weiter. Bayer habe sich mit MIRA auf langfristige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge geeinigt.

Der 60-prozentige Anteil von Bayer an der Currenta hat einen Eigenkapitalwert von rund 1,17 Milliarden Euro (nach Abzug von Nettofinanzverschuldung und Pensionsverpflichtungen). Zusätzlich veräußert Bayer ein umfangreiches Paket von Liegenschaften und Infrastruktur für 180 Millionen Euro an die Currenta-Gruppe.

Im November 2018 hatte Bayer angekündigt, sich von seinen Anteilen an der Currenta trennen zu wollen. Hintergrund sind im Wesentlichen die veränderte Position von Bayer als Kunde im Chempark nach der Ausgründung der Covestro sowie die Fokussierung von Bayer auf seine Kernaktivitäten, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Bayer erwartet den Abschluss seines Teils der Transaktion im 4. Quartal 2019.

Lanxess wahrt strategische Interessen

Lanxess als einer der Hauptkunden von Currenta wird MIRA in der Übergangsphase operativ unterstützen und daher seine Beteiligung an Currenta noch einige Monate länger halten. Das Unternehmen erwartet, dass seine Transaktion bis Ende April 2020 abgeschlossen sein wird. Der von Lanxess gehaltene 40-Prozent-Anteil an Currenta wird mit einem Eigenkapitalwert (nach Abzug von Netto-Schulden und Pensionen) von circa 780 Millionen Euro vor Steuern bewertet. Zusätzlich erhält Lanxess eine Gewinnbeteiligung bis zum Abschluss des Verkaufs. Zudem hat sich Lanxess mit MIRA auf zunächst 10-jährige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge für die drei Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen verständigt. Dort betreibt der Konzern einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Produktionsanlagen.

„[…] wir sichern uns auch in Zukunft eine verlässliche Infrastruktur zu wettbewerbsfähigen Konditionen“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG. „Gleichzeitig erhalten wir durch den Verkauf unserer Beteiligung zusätzlichen finanziellen Spielraum, um unseren Wachstumskurs in der Spezialchemie voranzutreiben.“

MIRA ist seit 30 Jahren in Deutschland tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Kerngeschäftsfeldern von Currenta. Dazu zählen die Bereiche Versorgung, Transport, Logistik, Lagerung, Abfallwirtschaft und andere Entsorgungsleistungen. Mit diesen Investitionen hat MIRA sein Engagement im Bereich Nachhaltigkeit unter Beweis gestellt. Ziel ist es, Unternehmen so zu stärken und zu positionieren, dass sie die Bedürfnisse der Kommunen, in denen sie aktiv sind, erfüllen. Auf der Grundlage seiner Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit beabsichtigt MIRA erheblich in die Verbesserung der Umweltverträglichkeit und das operative Geschäft von Currenta zu investieren. So wird ein echter und nachhaltiger Mehrwert für Kunden und Interessengruppen geschaffen.

Die Vereinbarung von Bayer und MIRA sieht vor, dass die Unternehmenseinheit bestehend aus Currenta, der Logistiktochter Chemion und der Instandhaltungstochter Tectrion für mindestens die nächsten drei Jahre erhalten bleibt. Die geltenden betrieblichen und tariflichen Regelungen der Currenta-Belegschaft bleiben für diesen Zeitraum ebenfalls in vollem Umfang bestehen. (wag)


Information zu den Unternehmen

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern mit rund 117.000 Beschäftigten einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro.

Bayer AG
Kaiser-Wilhelm-Allee 1
51373 Leverkusen
Tel.: +49 (0)214 30-1
E-Mail: info@bayer.com
Website: www.bayer.de

Lanxess ist ein Spezialchemie-Konzern, der 2018 einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro erzielte und aktuell rund 15.400 Mitarbeiter in 33 Ländern beschäftigt.

Lanxess Deutschland GmbH
Kennedyplatz 1
50569 Köln
Tel.: +49 221 8885-0
E-Mail: lanxess-info@lanxess.com
Website: www.lanxess.de

Macquarie Infrastructure and Real Assets (MIRA) ist auf dem Gebiet der Infrastruktur tätig. MIRA ist Teil der Macquarie Group, die am Australian Securities Exchange (ASX:MQG) notiert ist. Macquarie ist seit 30 Jahren in Deutschland tätig und beschäftigt derzeit rund 200 Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt und München.

Macquarie Infrastructure and Real Assets (MIRA)
OpernTurm
Bockenheimer Landstr. 2-4
60306 Frankfurt
Tel.: +49 69 50 957 8000
Website: www.mirafunds.com

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