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Bitkom-Studie: Digitalisierung birgt große Potenziale für Klimaschutz

Bitkom-Studie
Digitalisierung birgt große Potenziale für Klimaschutz

Studie des Bitkom: Die Chancen der Digitalisierung gilt es zu nutzen. Bild: greenbutterfly via Adobe Stock
Die Chancen der Digitalisierung gilt es zu nutzen.
Bild: greenbutterfly/ stock.adobe.com
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Die Digitalisierung kann eine zentrale Rolle beim Klimaschutz einnehmen. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom, Borderstep Institut und Universität Zürich. Allerdings ist digitaler Klimaschutz kein Selbstläufer – er muss von Unternehmen aktiv betrieben und von der Politik flankiert werden. Bei der Metastudie wurden die direkten und indirekten Auswirkungen der Digitalisierung auf den Klimaschutz untersucht.

Dabei haben es sich Bitkom, Borderstep Institut und Uni Zürich zum Ziel gesetzt, konkrete Handlungsfelder zu identifizieren:

  • In welchen Bereichen besitzt die Digitalisierung besonders große Potentiale für den Klimaschutz?
  • Wie können diese Potenziale genutzt werden?
  • Welche klimaschädlichen Wirkungen können von digitalen Technologien ausgehen?
  • Wie lassen sich klimaschädliche Wirkungen reduzieren?

„Auch in der Corona-Krise dürfen wir den Kampf gegen den Klimawandel nicht vergessen“, warnt Bitkom-Präsident Achim Berg. Für ihn sind Klimaschutz und Digitalisierung die größten Herausforderungen unserer Zeit. Jetzt gelte es, sie zusammen zu denken und zu entwickeln.

„Beim Klimaschutz müssen wir digitale Lösungen ins Zentrum rücken – und bei der Digitalisierung Fragen der Klima- und Ressourcen-Schonung“, so Berg. Je mehr man über den Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß und Digitalisierung wissen, desto könnten digitale Technologien im Kampf gegen den Klimawandel genutzt werden.

Bitkom-Studie untersucht Effekte der Digitalisierung auf Klimaschutz

Die Bitkom-Studie untersucht die direkten und indirekten Effekte der Digitalisierung auf den Klimaschutz. Bei der Untersuchung wurde die gesamte Breite betrachtet: Von digitalen Infrastrukturen wie Rechenzentren und Telekommunikationsnetzen bis hin zu Endgeräten in Privathaushalten und Unternehmen.

Ein Überblick über die Ergebnisse:

  • Treibhausgas-Emissionen: 1,8 bis 3,2 Prozent der globalen Emissionen von Treibhausgasen sind laut Studie auf Herstellung und Betrieb digitaler Geräte und Infrastrukturen zurückzuführen. Dabei entfallen auf Rechenzentren und Kommunikationsnetze je rund 15 Prozent, auf Hardware bzw. Endgeräte etwa 70 Prozent. Ob die Emissionen künftig weiter zunehmen, hängt maßgeblich vom Energiemix in den nationalen Stromnetzen ab.
  • Globale Potenziale: 20 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen können durch digitale Technologen eingespart werden, zeigt die Studie. Die wissenschaftlichen Szenarien hierzu gehen allerdings auseinander. Die größten Klima-Potenziale der Digitalisierung liegen in den Sektoren Energie (Elektrizität und Wärme), Gebäude sowie Mobilität und Transport. Eine konsequente Digitalisierung in Landwirtschaft und Industrie trage zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auch in diesen Gebieten bei.
  • Potenziale in Deutschland: Mit digitalen Technologien könnten bis 2030 in Deutschland bis zu 290 Megatonnen CO2-Äquivalent eingespart werden. Das würde etwa 37 Prozent der prognostizierten Treibhausgas-Emissionen des Jahres 2030 entsprechen. Die Potenziale in der Bundesrepublik sind fast doppelt so groß wie im globalen Durchschnitt.

Digitalisierung: Wirtschaftswachstum und Umweltschutz vereinen

„Seit Jahrzehnten wird die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie postuliert“, betont Bitkom-Chef Berg. „Die Digitalisierung gibt uns nun die Instrumente, um Wirtschaftswachstum und Umweltschutz endlich zusammenzuführen.“

Mittels mehrerer digitaler Hebel ließe sich der Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. Mit Smart Grids etwa ließen sich die Netzeffizienz verbessern und erneuerbare Energien integrieren. Mit Smart Metern in Privathaushalten könne dort der Energieverbrauch reduziert werden.

„Eine smarte Mobilität, die auf alternative Mobilitätsformen, die Kombination verschiedener Verkehrsträger und eine bessere Auslastung setzt, ist zudem ein wirksames Instrument nicht nur für den Personenverkehr, sondern auch für die Logistik“, regt Berg an.

Energie-Effizienz von Rechenzentren muss gesteigert werden

Eine automatisierte Gebäudeüberwachung vermeidet unnötiges Heizen und Kühlen. Berg: „Zugleich müssen wir die Energie-Effizienz von Rechenzentren steigern, deren Strombedarf in Deutschland derzeit mehr als 12 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr beträgt. Ihre Abwärme wird noch zu oft ungenutzt an die Umgebung abgegeben.“

Durch die Abschaltung der Kohlekraftwerke entstehe ein Defizit in der Fernwärmeversorgung, das es auszugleichen gelte. Dafür sei die industrielle Abwärme, die insbesondere von Rechenzentren erzeugt wird, ideal geeignet.

Nicht zuletzt sei auch der Ausbau erneuerbarer Energien nötig. „Die Digitalisierung wird umso nachhaltiger und umweltschonender, je mehr sie über regenerativ erzeugten Strom versorgt wird“, sagt Berg. (wag)


Kontakt zum Bitkom


Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Albrechtstraße 10
10117 Berlin-Mitte
Tel.: +49 30 2757 60
E-Mail: bitkom@bitkom.org
Website: www.bitkom.org


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Nirgendwo in Europa sind Stromkosten für Rechenzentren so hoch


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