Unternehmenssteuerung

So entwickeln Digital Champions ihre Technologie-Strategie

Digital Champions Capgemini Sergey Nivens Adobe Stock
Bild: Sergey Nivens / stock.adobe.com
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Das Beratungs- und IT-Unternehmen Capgemini hat drei Fähigkeiten ausgemacht, auf deren Basis sogenannte Digital Champions ihre Technologie-Strategie entwickeln. Diese drei Fähigkeiten sind „Technology Innovation“, „Technology Scaling & Digital Platforms“ sowie „Advanced Data Analytics“.

Technologiebasierte Innovationen („Technology Innovation“) sind in fast jeder Branche zu finden und wettbewerbsentscheidend. Aus diesem Grund orientieren sich viele Unternehmen in ihrer Entwicklung an Technologieunternehmen. Gerade Startups fordern etablierte Player am Markt in ihren Kernmärkten mit digitalen Geschäftsmodellen heraus – und stellen so ganze Branchen auf den Kopf.

Digitale Champions setzen auf einen Innovationsradar, um für sie relevante Technologien zu identifizieren. Mittels dieses Radars werden Technologie-Innovationen gesammelt und anhand von Kriterien wie Reifegrad, Umsetzbarkeit oder Einfluss auf das Geschäftsmodell bewertet. Anschließend werden diese Kriterien auf Basis des Potentials für den Einsatz im Unternehmen priorisiert. Häufig startet ein Innovationsradar erst als einmaliger Pilot und wird dann sukzessive in einen Regelprozess überführt.

Der digitalen IT kommt dabei eine zentrale Aufgabe zu. Sie muss kontinuierlich relevante Technologien identifizieren, die Technologie-Kompetenz im Unternehmen optimieren und diese dann unternehmensweit teilen. Interdisziplinäre Expertenteams erkennen Trends aus verschiedenen Perspektiven, bewerten diese und verteilen das IT-Innovationsbudget entsprechend.

Wer nicht skaliert, verliert

Erfolgreichen Technologie-Unternehmen wie Facebook, Amazon oder Google gelingt es, durch anpassungsfähige Strukturen gezielt auf externe und interne Anforderungen zu reagieren. Flexible Anpassbarkeit der Leistungsfähigkeit von Ressourcen in der Cloud ermöglicht die Skalierung ihrer Geschäftsmodelle und Services, um so auf veränderte Nachfrage reagieren zu können.

Eine Voraussetzung für leistungsbezogene Skalierbarkeit sind Zero-Infrastructure Modelle, bei denen das „as-a-Service“ Konzept konsequent verfolgt wird. Hier muss keine oder kaum eigene physische Infrastruktur betrieben werden. Services können einfach „konsumiert“ werden. Aus funktionaler Sicht denkt eine digitale IT Software as a Service weiter und erweckt so Konzepte wie Product as a Service zum Leben.

Durch die so entstehende modulare Architektur ist es Digital Champions möglich, auf neuartige Prozesse wie „Innovate-Design-Transform“ zu setzen. Unternehmen können nun auf Basis der schnellen Verfügbarkeit der richtigen Technologien und in Kombination mit innovativen Arbeitsmethoden – etwa Design Thinking – rasch sogenannte „Minimum Viable Products“ für neue Geschäftsmodelle entwickeln, validieren und dann dynamisch skalieren.

Außerdem ist es möglich, das eigene Produkt- und Serviceportfolio durch skalierbare Plattformen zu erweitern und auszubauen. Kunden profitieren hiervon durch ein verbessertes Kundenerlebnis, etwa wenn ergänzende Dienstleistungen von externen Partnern angebunden und integriert werden.

Einer digitalen IT ist es durch gezielte Skalierung möglich, den Wertbeitrag der einzelnen Produkte und Services zu maximieren. Relevante Technologien werden schnell identifiziert, gezielt implementiert und auf den Bedarf zugeschnitten. So gelingt es Digital Champions, schnell und flexibel in einem volatilem Marktumfeld zu agieren.

Daten als wertvollstes Gut im Unternehmen

In den meisten Unternehmen herrscht ein Überschuss an Daten, der nur zu einem Bruchteil analysiert und genutzt wird. Hierin liegt für Unternehmen eigentlich eine große Chance, denn Daten können ein wettbewerbsentscheidender Faktor sein und einen stetig wachsenden, strategischen Vermögenswert darstellen (z.B. durch Data Lakes). Durch Datenanalysen können Vorhersagen und Handlungsempfehlungen erstellt oder strategische Entscheidungen im Unternehmen unterstützt werden. Beispielsweise konnte Amazon basierend auf Data Analytics die Effizienz im Versandprozess soweit optimieren, dass Lieferungen von Produkten bereits antizipiert werden, noch bevor deren Bestellung durch den Kunden ausgelöst wurde.

Um Unternehmen schnell und zielstrebig durch den digitalen Wandel zu steuern, liegt der Wert von Daten in deren Verfügbarkeit für Analysen. Master Data Management, Datenarchitektur und eine im Unternehmen verankerte Data Governance bilden Bausteine auf dem Weg zum Einsatz von Advanced Data Analytics und darauf aufbauenden Technologien. Erst wenn strukturierte und unstrukturierte Daten gesammelt wurden und verfügbar sind, können Technologien wie künstliche Intelligenz oder Adcanced Data Analytics darauf aufgesetzt werden. Auch die Installation eines (Chief) Data Officer hat sich in der Vergangenheit als probates Mittel für die Beschleunigung der Transformation bewährt. Eine digitale IT hilft Unternehmen bei der Entscheidung, an welcher Stelle Daten und darauf aufbauende Datenanalysen im Unternehmen einen Mehrwert erzeugen können. (wag)

Der Autor Felix Middendorf ist Experte für Digitale IT-Strategie & Transformation bei Capgemini.


Kontakt zu Capgemini

Capgemini Service SAS
11 rue de Tilsitt
75017 Paris, Frankreich
Tel.: +33 1 4754 5000
Website: www.capgemini.com

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