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CEO Outlook von KPMG: CEOs sehen Personalfragen in der Pandemie als größtes Geschäftsrisiko

CEO Outlook
CEOs sehen Personalfragen als größtes Geschäftsrisiko

CEO vor einem Fenster mit Zahlen. KPMG CEO Outlook Studie. Bild: conceptcafe/Adobe Stock
KPMG hat im "CEO Outlook" herausgefunden, dass die Pandemie die Arbeitswelt verändert und die Digitalisierung beschleunigt.
Bild: conceptcafe/stock.adobe .com
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Qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden hat in Covid-19-Zeiten für Unternehmen massiv an Bedeutung gewonnen. Das zeigt der aktuelle „CEO Outlook“ von KPMG, für den die CEOs der größten Unternehmen der Welt im Januar/Februar und erneut im Juli/August dieses Jahres befragt wurden. Die CEOs sehen das Thema „Personal“ in Folge der Pandemie inzwischen als wichtigstes Geschäftsrisiko, noch vor Lieferketten- und Umweltrisiken.

Anfang des Jahres hielt nur einer von hundert CEOs Personalfragen für geschäftskritisch (ein Prozent), im Sommer war es schon jeder fünfte (21 Prozent). KPMG hatte für den CEO Outlook 2020 im Januar und Februar 1.300 CEOs befragt. Aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 führte das Beratungsunternehmen vom 6. Juli bis zum 5. August eine Folge-Umfrage unter 315 CEOs durch. Die Unternehmen haben alle einen Umsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar; ein Drittel sogar von mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

39 Prozent der CEOs gaben an, selbst oder durch ihr familiäres Umfeld von Covid-19 betroffen gewesen zu sein. Dies habe laut Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates bei KPMG Deutschland, zweierlei Auswirkungen: „Zum einem gibt über die Hälfte der betroffenen Unternehmenslenker an, dass diese Erfahrung in den nächsten Jahren ihre strategischen Entscheidungen mit prägen wird. Zum anderen haben betroffene CEOs die Kommunikation mit den Mitarbeitern während der Krise stärker intensiviert als nicht betroffene Kollegen.“ In der internationalen Zusammenarbeit seien dies Aspekte, die es zu beachten gelte.

CEO Outlook 2020: Corona-Pandemie verändert die Arbeitswelt

KPMG stellt im CEO Outlook fest, dass die Pandemie deutliche Auswirkungen auf die Zukunft der Arbeitswelt hat. Zwei von drei Befragten geben an, dass sich die Kommunikation mit den Angestellten während der Corona-Krise verbessert habe.

Drei Viertel der CEOs wollen ihre Mittel zur digitalen Zusammenarbeit und Kommunikation weiter aufbauen (77 Prozent). Ebenso viele gehen davon aus, dass ihr Unternehmen künftig weniger Büroflächen benötigen wird (69 Prozent).

„Der Neugestaltung der Arbeitswelt mit den unterschiedlichsten Modellen der Zusammenarbeit kommt eine immer wichtigere Rolle zu“, kommentiert Angelika Huber-Straßer. CEOs räumen Personalfragen höchste Priorität ein, um ihr Geschäft sichern und auszubauen zu können. Das verstärkte Homeworking habe zur Steigerung des Potenzials qualifizierter Arbeitskräfte geführt. „Drei von vier CEOs wollen deshalb auch ihre Recrutingstrategien überdenken“, sagt Huber-Straßer.

Digitalisierung legt in der Krise an Geschwindigkeit zu

80 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Corona-Pandemie die Digitalisierung in den jeweiligen Unternehmen um mehrere Monate (50 Prozent) oder gar Jahre (30 Prozent) beschleunigt. In zwei von drei Unternehmen wurden digitale Geschäftsmodelle und Einkommens-Ströme entsprechend früher erreicht. 67 Prozent der CEOs wollen angesichts der Pandemie verstärkt in neue Technologien und die Digitalisierung ihres Unternehmens investieren.

„Viele CEOs erkennen die Möglichkeiten neuer Technologien, um auch die Customer Experience und das Engagement der Mitarbeiter zu verbessern. Unternehmen, die die sich bietenden Chancen nutzen, werden die Krise besser meistern als andere“, ist sich Huber-Straßer sicher.

Laut CEO Outlook gewinnt Klimaschutz an Bedeutung

Der Klimaschutz scheint endgültig auf der Management-Agenda der CEOs angekommen zu sein. Nach Ansicht vieler Unternehmenschefs wird er auch zunehmend relevant für das eigene Business. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) gehen davon aus, dass ihr Umgang mit Klimarisiken mit darüber entscheiden wird, ob sie in fünf Jahren noch im Amt sein werden.

Das decke sich mit früheren Annahmen, stellt Huber-Straßer fest und ergänzt, dass „die meisten Unternehmenslenker davon aus[gehen], dass die Öffentlichkeit von ihnen erwartet, die relevanten gesellschaftlichen Herausforderungen zu adressieren, weil das Vertrauen in die Lösungskompetenz von Regierungen schwindet. Nachhaltigkeit wird zum Imperativ in der Unternehmensstrategie.“

CEOs überdenken globale Lieferketten-Strategie

Zwei von drei Unternehmen haben ihren Ansatz globaler Lieferketten im Zuge der Pandemie überdacht. Hier wolle man schneller auf geänderte Kundenanforderungen reagieren und im Falle einer erneuten Katastrophe robuster aufgestellt sein. Außerdem gibt es den gesellschaftlichen Druck, näher am Heimatstandort zu produzieren.

Unternehmenschefs sehen Entwicklung der Weltwirtschaft skeptisch

Die CEOs schätzen die wirtschaftliche Lage nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie deutlich anders ein als zuvor. Das zeigen die beiden Umfragen deutlich.

Anfang des Jahres blickten noch 68 Prozent optimistisch auf die globale wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden drei Jahren. Im Zuge der Pandemie änderte sich dieser Wert im Juli/August auf nur noch 36 Prozent. Dabei halten die meisten CEOs die wirtschaftlichen Aussichten ihres eigenen Unternehmens für deutlich besser als die der Weltwirtschaft. (wag)


Kontakt zu KPMG

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Klingelhöferstraße 18
10785 Berlin
Tel.: +49 30 2068 0
E-Mail: information@kpmg.de
Website: www.kpmg.de

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