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Bitkom-ifo-Digitalindex: Zuversicht in der ITK-Branche steigt trotz anhaltender Corona-Krise

Bitkom-ifo-Digitalindex
Corona-Krise: Zuversicht in der ITK-Branche steigt

Die Digitalbranche sieht "erste Silberstreifen", schreibt der Digitalverband Bitkom. Bild: sdecoret / Adobe Stock
Die Digitalbranche sieht "erste Silberstreifen", schreibt der Digitalverband Bitkom.
Bild: sdecoret/stock.adobe.com
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In der Bitkom-Branche wächst langsam die Zuversicht. Nach dem Corona-Schock hat sich das Geschäftsklima im Juni 2020 für die Unternehmen der Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik (ITK) im Vergleich zu den beiden Vormonaten deutlich aufgehellt. Für 2020 erwartet der Digitalverband Bitkom für die Branche einen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent auf 163,5 Milliarden Euro.

Im kommenden Jahr soll dieser Umsatzrückgang zum großen Teil wieder aufgeholt werden. Die Prognose: 2021 wächst der Markt um zwei Prozent auf 166,7 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl soll 2020 konstant bei 1,2 Millionen bleiben; im Folgejahr sollen zusätzliche 20.000 Jobs generiert werden.

Diese Prognose des Bitkom fußt auf aktuellen Berechnungen und der Annahme, dass es nicht erneut zu einem flächendeckenden Lockdown kommt.

„Mitten in der Krise mit ihren vielen Unbekannten bieten Prognosen vor allem Orientierungswerte. Sicher ist: Der Digitalisierungsschub bringt der ITK-Branche langfristiges Wachstum“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Digitalindex von Bitkom und Ifo Institut klettert ins Plus

Die Erhebungen von Biktom und Ifo Institut zeigen, dass die ITK-Unternehmen im Juni ihre Geschäftslage deutlich besser beurteilten als noch im April und Mai. Der Index stieg um 9,3 Zähler auf 11,6 Punkte.

Im Durchschnitt beurteilen die Unternehmen die Geschäftslage tendenziell eher positiv.

In der Bitkom-Branche geht es langsam wieder bergauf. Grafik: Bitkom
In der Bitkom-Branche geht es langsam wieder bergauf. Grafik: Bitkom

Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate kletterten um 12,3 Zähler auf minus 8,0 Punkte.

Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus aktueller Lage und Erwartungen berechnet, dreht im Juni erstmals seit Februar wieder ins Plus und notiert mit 1,5 Punkten nun 11,0 Zähler höher als im Vormonat.

„Für die Unternehmen der Digitalbranche hat sich die Geschäftslage den zweiten Monat in Folge verbessert. Die Hoffnungen sind groß, dass der konjunkturelle Tiefpunkt der Corona-Krise für die digitale Wirtschaft überwunden ist und der allgemeine Digitalisierungsschub die Nachfrage nach digitalen Lösungen ankurbelt“, so Bitkom-Chef Berg.

Informationstechnik: Minus nach jahrelangem Plus

Nach langen Jahren kräftigen Wachstums bestimmten rückläufige Umsätze in der Informationstechnik das Minus auf dem Gesamtmarkt.

Die Umsätze im größten Teilmarkt sinken laut Bitkom-Prognose 2020 um 5,6 Prozent auf 88,2 Milliarden Euro.

Der Bereich IT-Hardware schrumpft am kräftigsten: Minus 7,5 Prozent auf 24,4 Milliarden Euro. Dies sei maßgeblich auf das zurückgehende Geschäft mit Halbleitern zurückzuführen, schreibt der Bitkom in einer Pressemitteilung. Andererseits würden aber etwa mehr Laptops, Headsets und weitere Produkte für das mobile Arbeiten verkauft.

Rückläufig ist auch der Markt für IT-Services inklusive Projektgeschäft und IT-Beratung (38,7 Milliarden Euro,  minus 5,4 Prozent) und Software (25,2 Milliarden Euro, minus 4,0 Prozent).

„Die Sonderkonjunktur in einigen Bereichen, etwa bei Videokonferenz-Software, reicht nicht aus, um Rückgänge an anderer Stelle zu kompensieren. Unternehmen in Kurzarbeit benötigen meist weniger IT-Ressourcen als unter Volllast“, sagt Berg.

„Die Kunden von Software-Anbietern sind auf Liquiditätssicherung bedacht und reduzieren Ausgaben für Lizenzen und Wartungsverträge auf das Nötigste. Die Rückgänge in diesem Bereich werden auch durch ein weiter kräftiges Wachstum des Cloud-Geschäfts nicht aufgewogen“, so der Bitkom-Chef.

Telekommunikation stabilisiert Gesamtmarkt

In der Telekommunikation setzt sich der Trend moderaten Wachstums auch im Krisenjahr 2020 fort. Dieses Jahr wird eine Steigerung um 0,4 Prozent auf 67,1 Milliarden Euro erwartet.

Mit Telekommunikationsdiensten werden nach Bitkom-Berechnungen 48,8 Milliarden Euro umgesetzt – ein Plus von 0,7 Prozent. Das Geschäft mit Endgeräten geht auf 11,2 Milliarden Euro zurück (minus 1,1 Prozent). Die Investitionen in die Infrastruktur steigen um 0,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro an.

Grafik Umsatz ITK-Branche Bitkom
Der Umsatz in der ITK-Branche ist insgesamt rückläufig. Grafik: Bitkom

„Die Telekommunikation ist der Stabilitäts-Anker der Branche. In der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Telekommunikationsdiensten gestiegen. Negativ wirken sich vor allem sinkende Roaming-Einnahmen aus, weil Auslandsreisen ausbleiben“, sagt Berg.

Netzbetreiber investierten dennoch Milliarden in Frequenzen und in den Aufbau der 5G- und Breitbandnetze.

Unterhaltungselektronik setzt Talfahrt fort und schreibt rote Zahlen

In der Unterhaltungselektronik setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Auch 2020 gibt es wieder ein kräftiges Minus von 7,0 Prozent, die Umsätze schrumpfen auf 8,2 Milliarden Euro.

„Der Markt für Consumer Electronics ist unverändert unter Druck“, analysiert Berg. „Der Absatz ist überwiegend rückläufig, mit Ausnahmen wie etwa Spielekonsolen. In einigen Bereichen sinken die durchschnittlichen Stückpreise, unter anderem für TV-Geräte.“

Berg: Corona-Krise ist Digital Turning Point

Mittelfristig stehen die Zeichen für die Digitalbranche laut Analyse insgesamt wieder auf Wachstum.

Berg appelliert an die Unternehmen, die bislang nicht in die digitale Transformation investiert, dies jetzt zu tun.

Laut einer Bitkom-Studie plant nur jedes vierte Unternehmen quer durch alle Branchen (24 Prozent), in diesem Jahr in digitale Geschäftsmodelle zu investieren.

„Die Wochen des Lockdowns sollten ein Weckruf gewesen sein, auch für Bremser und Bedenkenträger. Es sind digitale Technologien, die das öffentliche Leben und unsere Wirtschaft am Laufen gehalten haben“, sagt Berg.

Daher sei die Corona-Krise ein „Digital Turning Point“. In den vergangenen Wochen seien die digitalen Defizite schonungslos offengelegt worden – „in Unternehmen, der Verwaltung und insbesondere der Bildung“, so Berg.

Der Bitkom-Chef fordert daher: „Jetzt gilt es umso mehr, die Digitalisierung in allen Bereichen mit Mut, Entschlossenheit und Tempo voranzutreiben.“ (wag)


Kontakt zum Bitkom


Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Albrechtstraße 10
10117 Berlin-Mitte
Tel.: +49 30 2757 60
E-Mail: bitkom@bitkom.org
Website: www.bitkom.org

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