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Daimler und Continental sagen Hauptversammlungen ab

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Daimler und Continental sagen Hauptversammlungen ab

Daimler und Continental haben ihre Hauptversammlungen wegen des Coronavirus abgesagt.
Daimler und Continental haben ihre Hauptversammlungen wegen des Coronavirus abgesagt. Bild: fotoak80 / stock.adobe.com
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Das Coronavirus hat uns fest im Griff. Die Fluggesellschaft Lufthansa setzt die Dividende für ihre Aktionäre aus, die US-Notenbank Fed senkt die Leitzinsen, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen sind ohnehin untersagt. Auch Daimler und Continental haben jetzt reagiert und ihre Hauptversammlungen verschoben. Es sind wahrlich keine guten Zeiten für die Wirtschaft.

Die Welt taumelt eine wirtschaftlichen Rezession entgegen. In nahezu jeder Branche beklagen Verantwortliche enorme finanzielle Einbußen wegen des Coronavirus. Mit Daimler und Continental haben jetzt zwei große Player am Markt ihre Hauptversammlungen abgesagt. Weitere werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit folgen.

Daimler: Hauptversammlung soll im Juli stattfinden

Nach Abwägung aller Gesichtspunkte habe man sich bei Daimler dazu entschlossen, die ordentliche Hauptversammlung des Unternehmens nicht wie geplant am 1. April 2020 durchzuführen. Das schrieb der Konzern jetzt in einer Pressemitteilung. Die Hauptversammlung soll stattdessen auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr – man rechnet mit Anfang Juli – verschoben werden. Einen genauen Termin nannte Daimler aber nicht. Mit der Ankündigung, die Hauptversammlung an einem anderen Termin abzuhalten, geht auch die zeitliche Verschiebung des Gewinnverwendungs-Beschlusses und der Dividendenauszahlung einher.

Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus (SARS-CoV-2) getroffen. „Die Gesundheit der Aktionäre sowie der Mitarbeiter als auch der beteiligten Dienstleister sowie der Gäste haben für das Unternehmen oberste Priorität“, schreibt Daimler.

Continental: Keine Hauptversammlung am 30. April

In Niedersachsen sind mittlerweile Großveranstaltungen verboten. Dies zwang den Automobilzulieferer Continental dazu, seine Hauptversammlung ebenfalls zu verschieben. Der ursprüngliche Termin war der 30. April 2020. Am Veranstaltungsort Hannover halte das Unternehmen fest. Conti will einen neuen Termin zeitnahe festlegen und bekanntgeben.

Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender von Continental, zeigt Verständnis für die Anordnung des niedersächsischen Gesundheitsministerium: „So sehr wir die Verschiebung unserer Hauptversammlung bedauern, so sehr unterstützen wir das Bestreben der Behörden, die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion einzudämmen. Wir bitten alle Beteiligten um Verständnis für die Verschiebung unserer Jahres-Hauptversammlung in einer solchen Ausnahmesituation.“

Abspaltung von Vitesco Technologies ebenfalls verschoben

Ein Aktionärs-Treffen muss laut gesetzlicher Vorschrift spätestens zum Ende des achten Monats des Geschäftsjahres erfolgen. Die geplante Abspaltung der Antriebs-Sparte von Conti, Vitesco Technologies, und deren anschließender Börsengang verschiebt sich ebenfalls. Das Unternehmen strebe die Abspaltung und den Börsengang aber zum nächstmöglichen Zeitpunkt an. „Die Entscheidung zum Spin-Off von Vitesco Technologies wird durch die Verschiebung nicht in Frage gestellt“, versichert Degenhart.

Kommt die rein virtuelle Durchführung von Aktionärs-Treffen?

Corona könnte aber auch ein Katalysator dafür sein, dass Aktionärs-Treffen in Zukunft nur noch virtuell stattfinden. Degenhard will das rechtlich prüfen. „Seit Jahren übertragen wir unsere Hauptversammlung vollständig im Internet und bieten dabei den Teilnehmern die elektronische Form der Stimmabgabe aus der Ferne an“, so der Vorstandsvorsitzende.

Aus Sicht der Conti-Führung wäre es konsequent, Hauptversammlungen ins Netz zu verlagern. „Wären die rechtlichen Voraussetzungen dafür bereits geschaffen, müssten wir jetzt womöglich unsere Hauptversammlung nicht notwendigerweise verschieben“, moniert Degenhart. „Alle damit zusammenhängenden, ursprünglichen Zeitpläne könnten eingehalten werden und wir müssten unseren Aktionären nicht die spätere Auszahlung ihrer Dividende zumuten.“

Degenhart: „Virtuell heißt nicht unbedingt steril“

Degenhart zufolge setzen sich virtuelle Veranstaltungsformate ohnehin immer stärker durch. „Unsere Jahrespressekonferenz führen wir bereits seit sechs Jahren erfolgreich rein virtuell als dialogisch geführten Webcast durch.“ In diesem Jahr seien bereits 2.000 Teilnehmer virtuell vor Ort gewesen. „Die dortigen Diskussionen haben gezeigt: virtuell heißt nicht unbedingt steril“, so der Conti-Chef. (wag)


Kontakt zu Daimler und Continental

Daimler AG
Mercedesstraße 120
70372 Stuttgart
Tel.: +49 711 170
E-Mail: dialog@daimler.com
Website: www.daimler.de

Continental AG
Vahrenwalder Straße 9
30165 Hannover
Tel.: +49 511 9380 1
E-Mail: mail_service@conti.de
Website: www.continental.de

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