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Der Chief Digital Officer: Fünf Faktoren für seinen Erfolg

Management
Der Chief Digital Officer: Fünf Faktoren für seinen Erfolg

Der CDO kann Unternehmen bereichern - wenn man ihn lässt. Foto: Tashatuvango / Fotolia
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Seit Beginn der Digitalisierung vermehrt in den Führungsetagen anzutreffen: Der Chief Digital Officer (CDO). In der Praxis entpuppt sich der CDO jedoch oftmals als zahnloser Tiger, weil er entweder nicht vernünftig ins Unternehmen integriert wird oder die Stelle gar von wenig geeignetem Personal besetzt wird. Es können fünf Schlüsselfaktoren für den Erfolg des CDO benannt werden.

Ohne klares Aufgabenprofil, abgegrenzte Verantwortungsbereiche oder echte Entscheidungsbefugnisse fristet so mancher Chief Digital Officer sein Dasein. Ins Boot geholt, um das Unternehmen fit für die digitalisierte Unternehmenswelt zu machen, ist er zur Beratertätigkeit verdammt – denn wirklich mitentscheiden darf er nicht. Selbst talentierte CDOs müssen zwangsläufig scheitern, wenn sie in der falschen Umgebung arbeiten oder nicht richtig ins Unternehmen eingeführt werden. Entsprechend ist die Geschäftsführung gefordert, um die Rahmenbedingungen für den Erfolg ihres CDO zu schaffen. Fünf Aspekte sind dabei hervorzuheben:

1. Die Unternehmenskultur passt

Das „Erscheinen“ eines CDO führt bei Bereichs- und Abteilungsleitern ebenso wie bei Mitarbeitern oftmals zu anfänglicher Skepsis und Abwehrreaktionen. Denn er verkörpert schließlich Neues und bedroht damit gewachsene Unternehmenstraditionen. Noch vor der Rekrutierung eines CDO ist daher die Frage nach den Unternehmenswerten und der Arbeitskultur zu stellen. Gerade Traditionsunternehmen in eher statischen Geschäftsfeldern könnten durchaus auch zu dem Schluss kommen, dass sie für einen CDO schlicht „noch nicht bereit sind“. Falls seitens der Unternehmensführung dennoch der Bedarf nach einem CDO erkannt wird, müssten zunächst einmal wohl dosierte Veränderungen in der Unternehmenskultur angestoßen werden – bevor der CDO mit „radikalen“ Ideen in Erscheinung tritt, die aber niemand umsetzen kann (oder will).

2. Eine klare Rollendefinition

Die Aufgabenbeschreibung für den Arbeitsvertrag allein reicht nicht. Noch vor der Rekrutierung muss klargestellt werden: Was sind die unternehmerischen Ziele des CDO? Welche strategischen und operativen Spielräume soll er erhalten – darf er bei Vorstandssitzungen nur mit am Tisch sitzen oder wird er zum gestaltenden Entscheider, dessen Unterschrift etwa unter neuen Initiativen und Strategien zwingend notwendig ist? Ohne Klarheit über die Befugnisse wird jeder noch so Erfolg versprechende Kandidat über kurz oder lang scheitern.

3. Kompetenzen vor Herkunft

Ein CDO muss nicht unbedingt aus dem Silicon Valley oder der Digitalwirtschaft kommen, um seinem Unternehmen Erfolg zu bringen. Neben Background und Fachkompetenzen sind entscheidend:
Erfahrung in der jeweiligen Unternehmensform. Ist der Kandidat bereits mit der Branche vertraut und konnte bereits zeigen, dass er im angedachten Umfeld erfolgreich arbeiten kann?
Führungskompetenz. Ist der Kandidat in der Lage, klassische Management-Vorgänge zu steuern – etwa Sitzungen zu leiten oder Entscheidungen herbeizuführen?
Auf Augenhöhe mit der Unternehmensführung. Kann der Kandidat nicht nur mit anderen Spezialisten kommunizieren, sondern spricht er auch die Sprache des Top-Managements?
Ausgeprägte Empathie. Versteht der Kandidat andere Menschen, ihre Sorgen und Ängste? Beim Thema Digitalisierung geht es nicht zuletzt darum, bei allen Chancen auch Widerstände abzubauen (Stichwort: Stellenabbau durch Automatisierung).

4. Ein gut geplantes „Boarding“

Eine solide Einführung ins Unternehmen ist für jedwede Managementposition wichtig und wird dennoch immer wieder vernachlässigt. Gerade beim CDO, mit dessen Rolle noch kaum ein Kollege vertraut ist, ist dieser Punkt entscheidend. Daher sollte die Geschäftsführung dafür sorgen, dass im Rahmen des Eingliederungsprozesses die angedachten Aufgaben des CDO an Führungskräfte und Mitarbeiter kommuniziert werden, um der Stelle von Anfang an Gewicht zu verleihen.

5. Ein eigenes Standing entwickeln

Im Vergleich zum Chief Information Officer (CIO) oder dem Chief Technical Officer (CTO) ist der CDO kein reiner „Supporter“ fürs Geschäft. Vielmehr beeinflusst er qua Aufgabenstellung die Geschäfts- sowie Produktstrategie bis hin zu operativen Entscheidungen in jedem einzelnen Bereich des Unternehmens maßgeblich. Darum müssen die Erfolge des CDO auch seine eigenen Erfolge sein – und nicht die des Vorstandsvorsitzenden oder anderer Führungskräfte. Nur so kann der Respekt vor der Arbeit des Chief Digital Officers wachsen und damit auch die Akzeptanz im Mitarbeiterkreis steigen.
Xenia von Schröder ist für die Frankfurter Niederlassung der Consulting-Firma KornFerry International tätig.

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