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Dies Förderprogramme gibt es zur Digitalisierung des eigenen Unternehmens

Digitalisierung
Digitalisierung im Unternehmen: Welche Förderprogramme gibt es?

Förderprogramme für Unternehmen bei der Digitalisierung
Christian Seifert von der Avenit AG gibt Tipps zu Fördermöglichkeiten bei der Digitalisierung.
Bild: NicoElNino/stock. adobe.com

Fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen könnten laut Erhebungen des IHK-Unternehmens-Barometers den eigenen Umsatz durch den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur erhöhen. Insbesondere Industrie, Handel und der Informations- und Kommunikations-Sektor würden hiervon am meisten profitieren. In diesem Artikel werden die Fördermöglichkeiten, die Unternehmen haben, aufgezeigt.

Ähnlich spiegelt sich der bisherige Digitalisierungs-Fortschritt für Deutschland im Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) der Europäischen Kommission wider: 2020 lag dieser bei knapp 60 von 100 Punkten – nur unwesentlich höher im Vergleich zum Vorjahr.

Es besteht also ganz offensichtlich Digitalisierungs-Bedarf. Doch welche Fördermöglichkeiten stehen Unternehmen in Deutschland zur Verfügung? Christian Seifert, CEO der Avenit AG, beobachtet, dass viele Unternehmen aufgrund zu hoher bürokratischer Hürden den Schritt zur Beantragung von Fördergeldern nicht wagen. Wichtige Investitionen bleiben dadurch aus.

Seifert schaut auf die zwei aktuell größten und relevantesten Förderprogramme „Go Digital“ und „Digitalisierungsprämie Plus“.

Förderprogramm „Go Digital“

Ob Breitband-Ausbau, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder Big Cloud – das Feld der Digitalisierung ist weit und die Ausbaumöglichkeiten vielfältig. Damit finanzielle Ressourcen nicht unüberlegt in Digitalisierungs-Maßnahmen investiert werden, unterstützt das Förderprogramm Go Digital Unternehmer bei der Inanspruchnahme von externen Beratungsleistungen, welche Unternehmen helfen sollen, die beste Digitalisierungs-Investitionen zu wählen.

Bei Go Digital handelt sich also um kein Programm, welches beispielsweise den Kauf neuer Server finanziell unterstützt. Die Fördermaßnahme wurde seitens des Bundeswirtschaftsministeriums ins Leben gerufen und zielt insbesondere auf kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit weniger als 100 Mitarbeitern ab.

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Um außerdem förderfähig zu sein, sollte das Unternehmen einen Vorjahresumsatz von höchstens 20 Mio. Euro aufweisen, seine Betriebsstätte/eine Niederlassung in Deutschland haben sowie förderfähig im Sinne der De-minimis-Verordnung sein. Aktuell fördert das Bundeswirtschaftsministerium Beratungsleistungen mit einem Tagessatz von bis zu 1.100 Euro für maximal 30 Tage innerhalb eines halben Jahres.

Laut Seifert wird jedoch häufig übersehen, dass in die Mitarbeiterzahl auch Verbundunternehmen einberechnet werden. Dadurch sind Unternehmen häufig von der Unterstützung ausgeschlossen. Seifert sieht außerdem im sehr hohen bürokratischen Aufwand den größten Nachteil des Förderprogramms, der jedoch durch sehr gute Unterstützungsmöglichkeiten wieder wett gemacht wird.

Förderprogramm „Digitalisierungsprämie Plus“

Bei der Digitalisierungsprämie Plus handelt es sich um ein Förderprogramm auf Länderebene. Dieses wird von der L-Bank – der baden-württembergischen Staatsbank – bereitgestellt und richtet sich damit auch nur an Unternehmen oder Freiberufler, welche Investitionen in Baden-Württemberg tätigen.

Zusätzlich dürfen im Unternehmen nicht mehr als 500 Mitarbeiter tätig sein. Gefördert werden können die Digitalisierung von Produktion und Verfahren sowie Dienstleistungen oder Investitionen im Bereich der Digitalisierungs-Strategien und -Organisationen. Jedoch werden auch hier keine Investitionen in Grundausstattung wie Laptops oder Tablets finanziell unterstützt.

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Ein förderfähiges Investitionsvorhaben kann nach aktuellem Stand mit bis zu 12.000 Euro gefördert werden. Dennoch können die Wartezeiten auf die Fördergelder recht lang sein, weshalb Seifert empfiehlt, vorher zu kalkulieren, ob sich das Warten lohnt oder ob doch selbst finanziert werden sollte.

In welche Bereiche sollten Unternehmen investieren?

Seifert rät, in drei entscheidende Geschäftsbereiche Investitionen fließen zu lassen, um diese zu digitalisieren:

  • Marketing und Vertrieb: Hier können etwa Newsletter zur Kundenbindung erstellt, die eigene Website optisch und funktionell besser aufbereitet und in die Traffic- und Leadgenerierung mithilfe strategischer Werbeanzeigen investiert werden. Seifert mahnt hierbei jedoch dazu, dass digitale Marketingstrategien unbedingt koordiniert ablaufen sollten, um nicht die eigenen Ressourcen zu verschwenden.
  • Geschäftsprozesse: Sicherlich eine der wichtigsten Investitionsmöglichkeiten überhaupt. Wer hier nicht handelt, geht das Risiko ein, langfristig abgehängt zu werden. Ein klassisches Beispiel für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen ist der Schritt von schriftlicher Dokumentation in Papierform hin zur digitalen Dokumentation von Prozessen. Wichtig für den Erfolg solcher Maßnahmen ist insbesondere die Wahl der richtigen Software bzw. der optimalen Prozessplattform.
  • Schließlich bieten ebenfalls der Aufbau von Kundenportalen und die Digitalisierung der eigenen Services großes Potenzial, wenn es um die Nahbarkeit des eigenen Unternehmens geht.

Digitale Ausbaumöglichkeiten in der Industrie

Insbesondere Unternehmen in Industrie und Handel könnten ihren eigenen Umsatz um fast 45% steigern, wenn sie geeignete Digitalisierungs-Maßnahmen umsetzen würden.

Doch in welchen Bereichen haben industrielle Unternehmen noch Aufhol- und Verbesserungsmöglichkeiten? Seifert betont hier vor allem die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, welche sich stark ressourcensparend auswirken würden. Ebenfalls empfiehlt er Kundenportale und Servicemöglichkeiten aufzubauen bzw. zu verbessern. Hier können teilweise Informationen über die eigenen Kunden besser gesammelt und betreut werden und dazu beitragen, die Daten der Kunden besser zu organisieren. Grundsätzlich lautet die Devise für die Industrie also: Prozesse optimieren und, wo es möglich ist, automatisieren.

Über Christian Seifert

Christian Seifert ist Experte für digitale Lösungen und Kommunikation und Gründer sowie CEO der Avenit AG, eine Digitalagentur für den B2B Mittelstand.

Er unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Digital-Strategie. Seit mehr als 20 Jahren bietet er Kunden digitalen Kommunikationslösungen an. Er hält Vorträge zu Themen wie Social Media Marketing, Suchmaschinen-Marketing und digitalem Vertrieb.

Hier finden Sie die Website der Avenit AG. (wag)


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