Studie von KPMG und Ludwig-Maximilians-Universität

„Digitalisierung stellt neue Anforderungen an Rechnungswesen“

Digitalisierung im Rechnungswesen
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Neue Technologien finden im Rechnungswesen nur zögerlich Anklang. Big Data-Analysetools, Self-Service Reporting und In-Memory-Datenbanken werden von etwa 90 Prozent der Unternehmen noch nicht oder lediglich in Pilotprojekten genutzt. Unter anderem zu diesem Ergebnis kommen das Beratungsunternehmen KPMG und die Ludwig-Maximilians-Universität in München. Für die Studie mit dem Titel „Digitalisierung im Rechnungswesen 2019“ wurden insgesamt 151 leitende Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Priorität für die Führungskräfte haben Projekte, mit denen das Feld für weitere Digitalisierungsschritte erst geebnet wird. Dabei geht es vor allem um die Homogenität der im Rechnungswesen eingesetzten Basissysteme, die Standardisierung von Workflows und die Qualität der Stammdaten, so die Studie. Die Digitalisierung der Abschlussprüfung gewinnt an Bedeutung.

Neben dem mutigeren Einsatz von neuen Technologien mangelt es zudem häufig an Offenheit für neue Methoden des Projektmanagements. „Unternehmen gehen Transformationsprojekte im Rechnungswesen überwiegend noch nach klassischen Methoden an“, sagt Dr. Markus Kreher, Head of Finance Advisory bei KPMG. Agile Prinzipien oder Methoden spielten eine untergeordnete Rolle. Nur jeder sechste Befragte gab an, dass Methoden wie Scrum oder Design Thinking eine hohe Bedeutung bei der Umsetzung von Digitalprojekten in ihrer Abteilung haben.

Viel Potenzial für weitere Automatisierungen

Obwohl in den Unternehmen bereits transaktionale Prozesse wie beispielsweise „Purchase to Pay“ und „Order to Cash bei fast drei von vier Unternehmen ganz oder teilweise automatisiert sind, zeigen die Umfrageergebnisse, dass es noch viel Potenzial für weitere Automatisierungen gibt. Um hierfür innovative Lösungen zu entwickeln, arbeiten immer häufiger Beschäftigte aus den Fachbereichen eng mit Kollegen aus der IT zusammen.

„Die Digitalisierung des Rechnungswesen stellt neue Anforderungen an die Personalplanung. Immer mehr Unternehmen stellen hierfür interdisziplinäre Teams zusammen, die Mitarbeiter aus den Fachbereichen und aus der IT umfassen“, sagt Kreher. „Auch in neue Mitarbeiter wird investiert, um neue Kompetenzen zu erwerben. Outsourcing hingegen spielt eine untergeordnete Rolle.“

Digitalisierung der Abschlussprüfung gewinnt an Bedeutung

Die meisten der befragten Unternehmen teilen die Einschätzung, dass die Digitalisierung der Abschlussprüfung an Bedeutung gewinnt. So gehen 78 Prozent davon aus, dass die Datenanalyse im Hauptbuch in naher Zukunft „wichtiger“ bis „sehr wichtig“ werden wird. Beim Nebenbuch sind es 75 Prozent. Die Hälfte der Befragten erwartet auch entsprechende Visualisierungen über Process Mining in der Abschlussprüfung. „Die Ergebnisse zeigen, dass durchaus eine gesteigerte Erwartungshaltung an den Einsatz neuer Technologien in der externen Abschlussprüfung besteht. Unregelmäßigkeiten und Auffälligkeiten lassen sich hier mit technischer Unterstützung schnell erkennen“, sagt Kreher. (wag)

Informationen zur Studie

Bereis zum dritten Mal wurde die Studie durchgeführt. Befragt wurden im März 2019 insgesamt 151 Unternehmen in Deutschland (72 Prozent), Österreich (13 Prozent) und der Schweiz (15 Prozent). 85 Prozent der Teilnehmer sind in einer leitenden Funktion als CFO oder als Leiter externes oder internes Rechnungswesen tätig. Die Stichprobe dieser Studie umfasst Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Branchen. Unternehmen mit unter 1.000 Mitarbeitern bilden mit 57 Prozent den größten Anteil der Stichprobe. Weitere 37 Prozent der Befragten repräsentieren Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 1.000 und 50.000 und etwa 6 Prozent der befragten Unternehmen haben mehr als 50.000 Mitarbeiter. Zusätzlich wurden 14 ausführliche qualitative Interviews mit Finanzvorständen und Leitern des Rechnungswesens/Controllings von Großunternehmen geführt.


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KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Klingelhöferstraße 18
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