Insolvenz der Eisenmann SE

Update: Joachim Exner ist vorläufiger Insolvenzverwalter

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Seit 40 Jahren baut Eisenmann individuelle Kunststofflackieranlagen. Bild: Eisenmann SE
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Der Böblinger Automobilzulieferer Eisenmann SE hat am vergangenen Montag (29. Juli) beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Auch bei den Unternehmen Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG, Eisenmann Lactec GmbH und Enisco GmbH & Co. KG wurden Insolvenzanträge gestellt.

Update 31.07.2019: Das Insolvenzgericht Stuttgart hat inzwischen den Rechtsanwalt Joachim Exner zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Eisenmann Gesellschaften bestellt. Das Gericht folgte damit den Anträgen der Unternehmen. Exner ist Fachanwalt für Insolvenzrecht, sein Anwaltsbüro zählt zu den führenden Kanzleien im Bereich der Insolvenzverwaltung.

Das „sehr motivierte Mitarbeiter-Team wird alles tun, um das Unternehmen trotz der eingetretenen schwierigen Situation zu stabilisieren und eine unter den Insolvenzbedingungen bestmögliche Lösung für Gläubiger und Mitarbeiter zu erreichen“, sagte Dr. Michael Keppel, Chief Restucturing Officer der Eisenmann SE.


Originalmeldung vom 30.07.2019:

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird nun rasch die Ist-Situation analysieren und mit den Beteiligten sehr kurzfristig Gespräche aufnehmen, um die Sanierungsmöglichkeiten für die Unternehmensgruppe im Ganzen oder in Teilen zu prüfen.

Das Unternehmen, das international Anlagen und Dienstleistungen in den Bereichen Oberflächentechnik, Materialfluss-Automation, Thermoprozess- und Umwelttechnik anbietet, verspricht sich vom Insolvenzantrag die Beschleunigung des „im März 2019 gestartete[n] Programm[s] zur Restrukturierung und strategischen Neuausrichtung der Eisenmann-Gruppe“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir fokussieren uns auf unser Kerngeschäft und wollen mit der Sanierung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens die strategische Neuausrichtung der Eisenmann Gruppe vorantreiben, um so schnell wie möglich zu einem profitablen Geschäft zurückzukehren“, sagt Dr. Michael Keppel, Chief Restucturing Officer der Eisenmann SE. Man wolle diese Chance auf einen Neustart konsequent nutzen und könne dabei auf ein grundsätzlich solides Geschäftsmodell aufbauen. „Marktstellung, Reputation, Innovationskraft sowie motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind wesentliche Komponenten für die langfristige Perspektive unseres Unternehmens“, so Keppel weiter. Der Verwaltungsrat, die Familie Eisenmann und die Kreditgeber unterstützten laut Keppel den jetzt eingeschlagenen Weg.

Restrukturierung wurde im März 2019 eingeleitet

Eigentümer und Management der Eisenmann Gruppe hatten im März 2019 die Restrukturierung und strategische Neuausrichtung des Unternehmens eingeleitet. Die Akquisition und Abwicklung diverser Großprojekte hatten in 2018 zu einem hohen Jahresverlust geführt. „Wir mussten hier schnell und konsequent handeln. Gleichzeitig wollten wir aber auch die strategischen und strukturellen Grundlagen für unsere Wettbewerbsfähigkeit schaffen“, betonte Keppel.

Bei der Eisenmann SE sei man davon überzeugt, die zunehmenden Risiken und Kapitalanforderungen im Anlagengeschäft im Verbund mit einem industriellen Partner besser schultern und das volle Potenzial schneller ausschöpfen zu können. Deshalb suche man für das Geschäft mit Lackieranlagen (Paint & Assembly, PA) und Applikationssystemen (Application Technology, AT) einen strategischen Partner. „Die ersten Interessenten haben sich auch schon gemeldet“, sagt Keppel.

Eisenmann ist in Europa, Amerika und den BRIC-Staaten an 27 Standorten in 15 Ländern mit über 3.000 Mitarbeitern vertreten und erwirtschaftete 2017 einen Jahresumsatz von 723 Millionen Euro. (wag)

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