Studie der TU München zu börsennotierten Unternehmen

Familienunternehmen wirtschaften solider und erfolgreicher

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Börsennotierte Familienunternehmen wirtschaften solider und erfolgreicher als Nicht-Familienunternehmen – und die positive Performance wächst mit dem Familieneinfluss. Das geht aus der Studie „Börsennotierte Familienunternehmen in Deutschland“ der TU München im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervor.

Die erste Studie der Stiftung Familienunternehmen wurde vor zehn Jahren angefertigt, nun wurden die Zahlen für den Zeitraum 2009 bis 2018 aktualisiert. Die Studie basiert auf der Gesamtheit aller im CDAX notierten Unternehmen. Finanz- und Immobilienunternehmen wurden aus Vergleichbarkeitsgründen nicht berücksichtigt, womit der Datensatz 475 Unternehmen umfasst.

Etwa 40 Prozent der börsennotierten Unternehmen sind demnach Familienunternehmen. Vor zehn Jahren waren es noch vier Prozent mehr. Sie sind für etwa 30 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung im CDAX verantwortlich (29 Prozent in der Vorgängerstudie).

„Familienunternehmen wirtschaften auf lange Sicht und mit Substanz“, sagt der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Prof. Rainer Kirchdörfer. „Diese Tugenden übertragen sie auch an die Börse. Sie setzen damit einen Kontrapunkt im Börsenkonzert, in dem es häufig vor allem darum geht, die Erwartungen von Investoren zu steuern. Je stärker der Familieneinfluss in einem Unternehmen, desto stärker treten die positiven Effekte zu Tage.“

Familienunternehmen verzeichnen im Betrachtungszeitraum 2009 bis 2018 ein höheres Wachstum in Bezug auf Umsatz und Beschäftigung. So ist das jährliche Beschäftigungswachstum von Familienunternehmen mit sechs Prozent annähernd doppelt so hoch wie bei Nicht-Familienunternehmen mit drei Prozent. Auch gemessen an den Kennzahlen Return on Assets (Gesamtkapitalrendite) sowie Return on Equity (Eigenkapitalrendite) schneiden Familienunternehmen signifikant besser ab.

Positive Effekte nehmen mit wachsendem Familieneinfluss zu

Dabei zeigt sich, dass die positiven Effekte mit wachsendem Familieneinfluss zunehmen. Ein börsennotiertes Unternehmen qualifiziert sich in der Studie in der Regel als Familienunternehmen, wenn die Gründerfamilie mindestens 25 Prozent der Stimmrechte besitzt und/oder ein Aufsichtsrats- oder Vorstandsmandat bekleidet (Founding Family Definition). Die Ergebnisse, bezogen auf den Return on Equity und den Return on Assets, sind deutlich höher, wenn eine engere Definition Anwendung findet, die von einem besonders starken Familieneinfluss ausgeht (modifizierte „Substantial Family Influence“-Definition oder SFImod).

Die marktwertgewichtete Kursentwicklung zeigt, dass eine starke familiäre Verankerung zuletzt auch auf das Interesse von Anlegern stieß. Nach der engen Definition (SFImod) erzielten börsennotierte Familienunternehmen über den Untersuchungszeitraum von 2009 bis 2018 einen durchschnittlichen Total Return (Aktien- zzgl. Dividendenrendite) von jährlich 23,2 Prozent. Nicht-Familienunternehmen kamen hingegen nur auf eine Rendite von 15,2 Prozent. Nach der weiter gefassten Definition von Familienunternehmen ist die Rendite ebenfalls höher, wenn auch nur leicht. Ohne Marktgewichtung ist kein Unterschied erkennbar.

Börsennotierte Familienunternehmen könnten für Investoren also sehr attraktiv sein, stellt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Kaserer zusammenfassend fest: „Dies gilt umso mehr, als in dieser Studie die Gesamtheit dieser Unternehmen betrachtet und damit keine Rosinenpickerei betrieben wurde.“

Zwar ist ein Trend erkennbar, demzufolge börsennotierte Familienunternehmen immer häufiger von Fremdgeschäftsführern geführt werden. Doch nach wie vor haben Gründerfamilien einen großen Einfluss. In durchschnittlich 60 Prozent der Familienunternehmen ist die Gründerfamilie operativ in die Unternehmensleitung im Rahmen eines Vorstandsmandats involviert. In durchschnittlich 45 Prozent nimmt die Familie, gegebenenfalls zusätzlich, ein Aufsichtsratsmandat war. (wag)


Kontakt zur Stiftung Familienunternehmen

Stiftung Familienunternehmen (Gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts)
Prinzregentenstraße 50
80538 München
Tel.: +49 89 12 76 40 00 2
Fax: +49 89 12 76 40 00 89
E-Mail: info@familienunternehmen.de
Website: www.familienunternehmen.de

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