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EY-Studie: Frauenanteil in deutschen Vorstandsetagen steigt und liegt bei 14,1 Prozent

EY-Studie
Frauenanteil in deutschen Vorstandsetagen erreicht Rekordniveau

Frauen Führungspositionen
Noch immer ein seltenes Bild, auch wenn es sich langsam ändert: Frauen in Führungspositionen bei deutschen Unternehmen.
Bild: fizkes/stock.adobe.com

Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen von Deutschlands börsennotierten Unternehmen ist im ersten Halbjahr 2022 weiter gestiegen: In den 160 DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Unternehmen arbeiteten zum Stichtag 1. Juli insgesamt 101 weibliche Vorstände – fünf mehr als vor einem halben Jahr. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Top-Managerinnen damit etwa verdoppelt.

Den 101 Frauen stehen in den Vorstandsgremien 614 Männer gegenüber. Der Frauenanteil liegt bei 14,1 Prozent. Vor einem halben Jahr waren es 13,5 Prozent.

Die Vorstände deutscher Konzerne bleiben mehrheitlich eine reine Männerdomäne. Derzeit sind 51 Prozent der Vorstandsgremien der börsennotierten Unternehmen ausschließlich männlich besetzt. Jedes neunte Unternehmen hat aktuell mindestens zwei weibliche Vorstandsmitglieder.

Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft EY, die diese Analyse halbjährlich durchführt.

Frauenanteil in Vorständen und Führungspositionen steigt

Im Verlauf des ersten Halbjahres gab es bei den 160 analysierten Unternehmen insgesamt 23 Neubestellungen von Vorständen. Neun davon waren weiblich (39 Prozent).

„Der Frauenanteil in Vorständen und Führungspositionen steigt. Das ist grundsätzlich positiv, das Tempo ist aber relativ langsam“, analysiert Markus Heinen, Leiter des Bereichs People Advisory Services bei EY, die Ergebnisse.

Seit Jahren rede man darüber, dass sich etwas ändern müsse. Dennoch stünde noch immer eine Frau sechs Männern gegenüber. Trotzdem haben man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und „eingesehen, dass sich der Frauenanteil in Führungspositionen nicht allein durch Freiwilligkeit steigern lässt“, so Heinen.

Seit August 2021 gilt zweites Führungspositionen-Gesetz

Im August vergangenen Jahres trat das zweite Führungspositionen-Gesetz in Kraft. Es besagt, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Firmen, die mehr als drei Mitglieder haben, mindestens ein Mitglied eine Frau sein muss.

Seitdem müssen Unternehmen begründen, warum sie keine Frauen im Vorstand haben oder keine berufen wollen. Firmen, die sich nicht an das Gesetz halten, müssen laut Familienministerium mit „empfindlichen Strafen“ rechnen.

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Man könne zu solchen verbindlichen Vorgaben stehen, wie man will, sagt Heinen, aber: „Sie zeigen Wirkung und geben einer positiven Entwicklung endlich neuen Auftrieb. Einer Entwicklung, die sehr wichtig ist – für die Wirtschaft, aber auch für unsere Gesellschaft als Ganzes.“

Fehle die weibliche Sichtweise, bestünde die Gefahr, „dass Firmen die Hälfte ihrer potenziellen Kunden nicht richtig im Blick haben oder ihre Produkte und Dienstleistungen an ihnen vorbei entwickeln. Und das gilt branchenübergreifend“, warnt Heinen.

Frauen in Vorständen: DAX-Konzerne bleiben Vorreiter

Derzeit weisen Konsumgüter-Hersteller und Telekommunikations-Unternehmen mit jeweils 20 Prozent den höchsten Frauenanteil in ihren Vorstandsgremien auf. Medien-Unternehmen mit einem Frauenanteil von knapp acht Prozent stellen das Schlusslicht dar.

Mit Abstand am stärksten vertreten sind Frauen in den Vorständen der DAX-Konzerne: Hier sind knapp 20 Prozent weiblich. Deutlich niedriger ist der Anteil in MDAX- und SDAX-Vorständen, wo jeweils etwa 11 Prozent der Top-Manager Frauen sind.

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Heinen ist der Ansicht, dass die Unternehmen von einer größeren Sichtbarkeit von Frauen in den Vorstandsetagen profitieren: „Viele junge Frauen haben großartige Ideen, um Unternehmen mit ihren Visionen nach vorne zu bringen. Was oft fehlt, um aus Visionen Wirklichkeit werden zu lassen, sind Vorbilder.“

Dabei müsse es nicht immer aktive Unterstützung oder Mentoring sein. „Alleine zu wissen, dass es bei den Entscheidern jemanden gibt, der tickt wie man selbst, kann den Unterschied machen und eine entscheidende Rolle dabei spielen, sich selbst auch mehr zuzutrauen. Und sich dann am Ende Verantwortung und Führung zuzutrauen und ein Unternehmen selbst zu leiten und zu formen“, so Heinen. (wag)

Neun weibliche CEOs – 151 männliche CEOs

Ganz an die Spitze schaffen es in Deutschland weiterhin nur relativ wenige Frauen. Neun der 160 untersuchten Unternehmen haben einen weiblichen CEO.

Dabei handelt es sich um die folgenden Unternehmen:

  • Deutsche Wohnen
  • DIC Asset
  • GFT Technologies
  • Merck
  • New Work
  • Pfeiffer SUSE
  • Takkt
  • Vacuum Technology
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