Frauen in Führungspositionen

Frauenanteil in der Vorstandsetagen steigt minimal auf 9,2 Prozent an

Frauen in Führungspositionen der Indizes DAX SDAX MDAX
Aktuell sitzen 64 Frauen in den Unternehmen der Indizes DAX, SDAX und MDAX. Ihnen gegenüber sitzen 633 Männer. Bild: Jacob Lund / stock.adobe.com
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Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen ist weiter angestiegen. Er liegt jetzt bei 9,2 Prozent und damit 0,9 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Seit Juli 2015 ist der Frauenanteil kontinuierlich gestiegen, damals lag er bei fünf Prozent.

In den Führungsetagen der 160 Konzerne, die in DAX, MDAX und SDAX notiert sind, waren zum 1. Januar 2020 insgesamt 64 Frauen vertreten. Das sind sechs Frauen mehr als vor einem Jahr und drei mehr als zur Jahresmitte 2019. Gleichzeitig ging die Zahl der männlichen Vorstände leicht zurück: Derzeit sitzen 633 Männer in den Vorstandsgremien. Vor einem Jahr waren es noch acht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen Ernst & Young, das halbjährlich die Struktur der Vorstände der drei Indizes analysiert.

Von Männern geführte Unternehmen weiter in der Mehrheit

Ausschließlich von Männern geführte Unternehmen sind weiterhin deutlich in der Mehrheit. In 66 Prozent der Vorstandsgremien sitzt keine einzige Frau. Dabei unterscheiden sich einzelnen Indizes deutlich: Im DAX sitzt bei 77 Prozent der Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand, im MDAX sind es 28 Prozent und im SDAX 20 Prozent. Im DAX ist somit auch der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder am höchsten (14,7 Prozent), gefolgt vom MDAX (8,4 Prozent) und SDAX (5,6 Prozent).

Die Unternehmen DIC Asset, Hamburger Hafen und Logistik und GrenkeLeasing werden weiterhin von einer Frau geführt. Das Unternehmen Medigene hat mit Dolores Schendel zwar weiterhin eine Vorstandsvorsitzende, ist allerdings nicht mehr im SDAX gelistet. Bei Thyssenkrupp übernahm dafür interimsmäßig Martina Merz den Vorstandsvorsitz. Als erstes DAX-Unternehmen überhaupt setzt SAP auf eine Chefin: Jennifer Morgan führt den Softwarekonzern seit Oktober als Co-CEO.

Erstmals führt Frau DAX-Unternehmen: „Wichtiges Signal“

„So langsam tut sich etwas in den Vorständen der börsennotierten Unternehmen in Deutschland“, stellt Markus Heinen, Leiter People Advisory Services DACH bei EY, fest. „Der Frauenanteil steigt beständig an. Und, dass erstmals ein DAX-Unternehmen von einer Frau geführt wird, ist ein wichtiges Signal.“ Jetzt müsse man darauf hoffen, dass das Beispiel Schule macht, denn es sei „höchste Zeit, dass das Tempo, in dem Vorstandsposten mit Frauen besetzt werden, anzieht“, so Heinen. Wenn es so weitergeht wie im vergangenen Jahr, würde es bis zum Jahr 2048 dauern, bis zumindest ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist.

Verhältnismäßig häufig sind Frauen in den Chefetagen von TK-Unternehmen anzutreffen. Dort liegt ihr Anteil bei 16 Prozent. An zweiter und dritter Stelle folgen die Automobilbranche und Transport- & Logistikunternehmen (je knapp 14 Prozent). Bei den börsennotierten Energieversorgern und Medienunternehmen findet sich keine einzige Frau im Vorstand.

Weibliche Vorstandsmitglieder sind in erster Linie für operative Bereiche ihrer Unternehmen zuständig – etwa für Produktion oder Logistik: 30 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder tragen Verantwortung für das operative Geschäft. Jeweils 22 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder verantworten die Bereiche Personal und Finanzen.

Heinen: „Es gibt genügend Frauen, die das können“

Frauen in Führungsrollen zu etablieren ist für Heinen vor allem eine Frage der Unternehmenskultur: „Es gibt genügend Frauen, die das können. Damit sie aber eine Karriere im Unternehmen bis zu den Spitzenpositionen durchlaufen können, müssen sie konsequent gefördert werden.“ Firmeninterne Frauennetzwerke oder flexible Arbeitszeiten könnten dabei helfen, schlägt Heinen vor. (wag)


Kontakt zu Ernst & Young

Ernst & Young GmbH
Flughafenstraße 61
70629 Stuttgart
Tel.: +49 711 9881 0
E-Mail: info@de.ey.com
Website: www.ey.com/de

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