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Studie von BCG: In Führungsetagen deutscher Konzerne ist die Geschlechter-Parität noch weit entfernt

Studie von BCG
Führungsetagen deutscher Konzerne: Geschlechter-Parität noch weit entfernt

Weibliche Führungskraft mit ihrem Team. Ein seltenes Bild in deutschen börsennotierten Konzernen. Bild: Mangostar/Adobe Stock
Eine weibliche Führungskraft mit ihrem Team: Noch immer ist dieses Bild ein seltenes in deutschen börsennotierten Unternehmen.
Bild: Mangostar/stock.adobe. com
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Obwohl es genügend Kandidatinnen gäbe, tun sich deutsche Unternehmen schwer mit der Geschlechter-Parität in Vorständen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Boston Consulting Group (BCG), in der die Strategie-Beratung die Vielfalt in den Vorständen und Aufsichtsräten der 100 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands untersucht hat. 

Wenn es in diesem Tempo weitergeht, schreibt BGC in einer Pressemitteilung, dauert es noch mehr als 30 Jahre, bis im obersten Führungsgremium Geschlechter-Parität erreicht ist.

Seit 2017 ist der Frauenanteil um vier Prozentpunkte gestiegen. Am mangelnden Vorhandensein von Frauen scheint es jedoch nicht zu liegen: In den untersuchten Unternehmen liegt die Frauenquote auf der ersten Ebene unter dem Vorstand bei 19 Prozent, auf der zweiten Ebene bei 23 Prozent. Damit ist der Anteil an Frauen in der sogenannten Talent-Pipeline etwa doppelt so hoch wie im Vorstand – dort sind es rund zehn Prozent.

Geschlechter-Parität: Fakten sprechen für mehr Vielfalt in der Führung

„Obwohl alle Fakten für mehr Vielfalt in der Führung sprechen, kommt die Gleichstellung nur in winzigen Schritten voran: Es gibt genügend Frauen in der Talent-Pipeline, die für Top-Jobs geeignet sind. Und Unternehmen, die Wert auf Diversität legen, arbeiten nachweislich erfolgreicher und sind innovativer“, sagt Nicole Voigt, BCG Managing Director and Partner.

In Untersuchungen kommt die Strategie-Beratung zum Ergebnis, dass Unternehmen mit vielfältigen Führungsteams im Schnitt um neun Prozentpunkte höhere EBIT-Margen erreichen. Betrachtet man den Umsatzanteil, den diese Unternehmen mit Innovationen erwirtschaften, liegt auch dieser deutlich über dem männerlastiger Wettbewerber – nämlich um rund 20 Prozentpunkte.

Deutschland schneidet im europäischen Vergleich schlecht ab

Was Vielfalt in der obersten Führungsebene angeht, gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern. Der Frauenanteil von zehn Prozent bedeutet für die Bundesrepublik Platz 24 von 27.

In den Vorstandsetagen der europäischen Nachbarländer sieht es besser aus: In Schweden ist ein Viertel der Vorstände weiblich, in Frankreich ein Fünftel und in Spanien immerhin noch ein Sechstel. In diesen drei Ländern gilt seit Jahren eine gesetzlich festgelegte Gleichstellungsquote.

„In Unternehmen Zielgrößen zu definieren und deren Erreichung nachzuhalten ist sehr effektiv. Das zeigen nicht nur die Beispiele aus Europa, sondern auch die Praxis in deutschen Aufsichtsräten“, erläutert Voigt. Für Aufsichtsräte gilt seit 2016 eine Frauenquote. Inzwischen ist jedes dritte Mitglied der Kontrollgremien weiblich.

Verbindliche Regeln befördern Geschlechter-Parität

Voigt ist der Ansicht, dass Politik und Wirtschaft die Entwicklung vorantreiben müssen, wenn der Geschlechter-Ausgleich auch in den Vorständen gelingen soll. Es gehe darum, Transparenz zu schaffen, etwa durch die Pflicht, den Frauenanteil bei Führungskräften zu veröffentlichen – insbesondere auf den oberen Ebenen.

Anreize für Familien könnten als ein weiterer Hebel wirken. Steuerliche Maßnahmen wie Änderungen beim Ehegattensplitting förderten eine gleichmäßigere Verteilung von Erwerbsarbeit in der Familie. Auch das tradierte Rollenverständnis – Männer arbeiten Vollzeit, Frauen (auch gut ausgebildete) Teilzeit und kümmern sich um die Kinder – hemme die Entwicklung.

Jobsharing-Angebote für Führungskräfte könnten dieses Rollenbild in Richtung von mehr Gleichberechtigung verändern, heißt es von Seiten der BCG. Sicher sei aber auch, das Gleichstellung nur dann funktioniere „wenn alle – auch Männer – sie aktiv leben“, so Nicole Voigt. (wag)


Kontakt zu BCG

Boston Consulting Group GmbH
Ludwigstraße 21
80539 München
Tel.: +49 89 2317 40
E-Mail: onlineDE@bcg.com
Website: www.bcg.com

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