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Coronavirus :Absagen von Messen könnten Wirtschaft 3 Milliarden Euro

Coronavirus
Gesamtwirtschaftliche Folgen durch Corona könnten bis zu 3 Milliarden Euro kosten

Der AUMA beziffert den Schaden durch Absagen und Verschiebungen von Messen aufgrund des Coronavirus auf rund 3 Milliarden Euro.
Der AUMA beziffert den Schaden durch Absagen und Verschiebungen von Messen aufgrund des Coronavirus auf rund 3 Milliarden Euro. Bild: Deutsche Messe
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Die vergangene Woche hatte es in sich: Aufgrund des Coronavirus wurden in Deutschland nahezu alle großen Branchenmessen abgesagt oder verschoben. Darunter prominente Messen wie die Eisenwarenmesse (abgesagt), die Logimat (abgesagt) und die Hannover Messe (verschoben). Der Verband der deutschen Messewirtschaft warnt nun vor erheblichen wirtschaftlichen Einbußen. 

Der Messestandort Deutschland hat an den Absagen und Verschiebungen von Messen zu knabbern. Besonders Messeveranstalter und Messebau-Unternehmen sind davon besonders betroffen, heißt es von Seiten des AUMA.

Andere betroffene Wirtschaftszweige sind Hotels und die Gastronomie, das Logistikgewerbe sowie zahlreiche Lieferanten und Handwerker.

AUMA: Absagen und Verschiebungen können 3 Milliarden Euro kosten

Das Institut der Deutschen Messewirtschaft im AUMA hat die Effekte auf Deutschland hochgerechnet. Als Grundlage hierfür wurden Berechnungen des Ifo Instituts zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung von Deutschen Messen aus 2018 herangezogen.

Laut diesen sind allein durch die bisherigen Absagen und Verschiebungen Einbußen von fast drei Milliarden Euro zu erwarten. Davon sind auch mehr als 24.000 Arbeitsplätze direkt betroffen und den Finanzbehörden entgehen über 470 Millionen Euro Steuereinnahmen.

Wohlgemerkt sind in den obigen Summen nicht die den Unternehmen entgangenen Umsätze enthalten, die unter normalen Bedingungen auf Messen getätigt werden. Laut den Messeexperten liegen diese Werte um ein Vielfaches höher als die oben genannten Summen.

Gesamtwirtschaftlicher Beitrag von Messen sinkt um 10 Prozent

„Fast alle Messeplanungen für die nächsten Monate werden Makulatur. Veranstalter, Aussteller, Besucher und Dienstleister verlieren jede Planungssicherheit. Sie haben hohe Vorlaufkosten ohne Aussicht auf entsprechenden Nutzen oder hohe akute Umsatzeinbußen“, erläutert Philip Harting, AUMA-Vorsitzender.

Der Beitrag der Messewirtschaft von jährlich über 28 Milliarden Euro zur gesamten Wirtschaftsleistung könne um rund zehn Prozent sinken. Es müsse sichergestellt werden, dass die Wirtschaft, gerade kleine und mittelständische Unternehmen, auch in Zukunft das hocheffiziente Instrument Messe nutzen könne und der Branche auch künftig starke Dienstleister zur Verfügung stehen würden, heißt es.

„Das wird ohne staatliche Unterstützung kaum zu realisieren sein, trotz hoher Anstrengungen der Branche selbst“, so Harting weiter.

Deutschland als Messeplatz auf Nummer 1

Bei der Durchführung von Messen ist Deutschland weltweit die Nummer 1, so der AUMA. So finden jährlich 160 bis 180 internationale und nationale Messen in Deutschland statt.

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 180.000 Aussteller und zehn Millionen Besucher pro Jahr tummeln sich auf den Branchentreffs.

Deutsche Unternehmen investieren laut AUMA fast die Hälfte ihrer Etats für Business-to-Business-Kommunikation in Messebeteiligungen.

Die Ausgaben von Ausstellern und Besuchern für Messen in Deutschland führen zu gesamtwirtschaftlichen Produktionseffekten von über 28 Milliarden Euro. Des Weiteren werden über  230.000 Arbeitsplätze durch die Organisation von Messen gesichert und die durch Messen herbeigeführten Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen belaufen sich auf rund 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. (ag)

Einen Überblick, welche Messen stattfinden oder abgesagt/verschoben wurden, finden Sie hier.


Kontakt zum AUMA

AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.)
Littenstraße 9
10179 Berlin
Tel.: +49 30 2400 00
E-Mail: info@auma.de
Website: www.auma.de

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