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Studie von BCG und DGFP: HR-Abteilungen haben Nachholbedarf bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Personal
HR-Abteilungen sind auf ESG-Vorschriften nicht vorbereitet

HR BCG Studie ESG
HR-Abteilungen sind laut Studie nicht gut auf Zukunftsthemen vorbereitet.
Bild: denisismagilov/stock. adobe.com

Die Studie „Future of HR in Strategy, Sustainability and Technology“ der Boston Consulting Group (BCG) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e. V. (DGFP) kommt zum Schluss: Personalabteilungen haben Nachholbedarf bei den Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Zwar hätten die Unternehmen die Bedeutung von Technologien für die HR-Funktion zwar erkannt, allein die Veränderungsbereitschaft und die notwendigen Investitionen in den Wandel seien noch nicht ausreichend. Für die Studie haben BCG und DGFP 260 HR-Professionals in Deutschland befragt.

Personalabteilungen experimentieren bereits mit unterschiedlichen IT-Systemen und technologischen Lösungen. Eine stringentere Umsetzung würde die strategische Aufstellung jedoch weiter stärken, zeigt die Studie.

In nur 16 Prozent der Unternehmen gibt es innerhalb der HR-Abteilung eine Technologie-Einheit. In jedem dritten Unternehmen fehlt technologisches Know-how im Personalwesen.

„Die Mehrzahl der Unternehmen ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend auf Data-Analytics und andere Digitalisierungsthemen vorbereitet“, analysiert Kai Helfritz von der DGFP.

In die gleiche Kerbe schlägt sein Co-Autor und BCG-Partner Philipp Kolo: „HR-Manager müssen Budgets aufstocken und die Kompetenzen für den Einsatz von IT und Software ausbauen.“

Auch das zweite große Zukunftsthema für HR – die Einhaltung von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) – ließe sich nur verwirklichen, wenn HR eine strategische Rolle einnehme und die Digitalisierung vorantreibe.

ESG: Strategisches Zukunftsthema mit viel Potenzial

Die Einhaltung der ESG-Kriterien verändert die Aufgaben des Personalmanagements grundlegend. Themen wie Arbeits- und Gesundheitsschutz, gerechte Vergütung, Weiterbildung und die Wahrung von Menschenrechten treten in den Mittelpunkt.

Das beeinflusst die strategische Rolle, Arbeitsweisen und Prozesse im Unternehmen. 78 Prozent der Befragten halten Nachhaltigkeit zwar für eine besonders wichtige Aufgabe – aber nur vier Prozent sind in der Lage, notwendige Daten zu sammeln, zu melden und somit die Vorschriften zu erfüllen.

„Die meisten HR-Abteilungen sind auf die Herausforderung ESG noch nicht vorbereitet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Kolo. Eine solide Datenbasis sei dabei wichtig. Nur so könnte gegenüber Investoren und anderen Stakeholdern ein nachhaltiges Handeln belegt werden.

HR wird für die Unternehmensstrategie immer wichtiger

Sogenannte People-Themen spielen eine immer größere Rolle in der Unternehmensstrategie. Das hat mehrere Gründe, etwa den angespannten Arbeitsmarkt, die Digitalisierung des Personalwesens oder die Anforderungen der Nachhaltigkeit.

81 Prozent der Unternehmen gaben in der Studie an, zu wachsen, zu expandieren oder umzustrukturieren. Die Personalabteilung ist bei der Gestaltung der Unternehmensstrategie nur in 60 Prozent der Fälle involviert. Und das, obwohl die Personalverantwortlichen in aller Regel an den CEO berichten oder es einen CHRO im Vorstand gibt.

„Um die strategische Position des HR-Managements weiter auszubauen, werden Daten eine wichtige Rolle spielen“, sagt Jens Baier, ebenfalls Co-Autor der Studie und Senior Partner bei BCG. „Das HR-Management setzt moderne Organisationsformen noch nicht flächendeckend ein – die Zufriedenheit mit der Personalarbeit steigt allerdings mit Elementen wie agiler, funktionsübergreifender Zusammenarbeit oder der Ausrichtung auf ,Employee Journeys‘.“

58 Prozent der Unternehmen arbeiten noch mit Excel-Tabellen

Nur acht Prozent der Firmen verfügen über eine sogenannte Full Suite, also ein zentrales, cloudbasiertes Human-Capital-Management-System, das alle HR-Funktionen abdeckt.

Laut Studie ist ein solches System sehr effektiv: 87 Prozent der Nutzer gaben an, dass die Full Suite die HR-Strategie spürbar unterstützt.

Ebenfalls nur acht Prozent arbeiten mit einer ganzheitlichen Datenplattform, die alle relevanten Quellen zusammenbringt und so zielführende Analysen ermöglicht. Über hochwertige Daten verfügt nur jedes fünfte Unternehmen.

58 Prozent arbeiten stattdessen mit manuellen Excel-Berechnungen. „Hier liegt ein großes Potenzial brach“, sagt Helfritz. Datengestützte Entscheidungen seien evident, nachhaltiger und glaubwürdiger und schufen Mehrwert für Unternehmen und Mitarbeiter. Helfritz empfiehlt HR daher, nicht nur in IT zu investieren, sondern auch die dafür notwendigen Kompetenzen und Funktionen auszubauen. (wag)

Die Studie „The Future of HR in Strategy, Sustainability and Technology“ können Sie hier downloaden.

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