Kooperation zwischen Computerriese und Institut

IBM und Fraunhofer bringen Quantencomputing nach Deutschland

Quantencomputing Fraunhofer IBM
Bild: Jürgen Fälchle / fotolia.com
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Der Computerriese IBM und die Fraunhofer-Gesellschaft haben eine Vereinbarung über eine Partnerschaft im Gebiet des Quantencomputings bekannt gegeben. Dadurch wollen die Kooperationspartner die Forschung in Deutschland in diesem Bereich fördern und entscheidend voranbringen. Ziel ist es, die Kompetenzen und Strategien rund um das Thema Quantencomputing für die Industrie und anwendungsorientierte Verfahren voranzutreiben.

Im Rahmen der gemeinsamen Initiative wird ein IBM Q System One an einem deutschen Standort in Betrieb genommen. Es wird die erste Einrichtung dieser Art in Europa sein. Das IBM Q System One ist dahingehend optimiert, Qualität, Stabilität, Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit von Multi-Qubit-Anwendungen sicherzustellen. Diese Faktoren und das daraus resultierende hohe Quantum Volume (eine Maßzahl für die Leistungsfähigkeit eines Quantenrechners) ermöglichen Forschungsarbeiten für konkrete Anwendungsszenarien in Wissenschaft und Industrie.

Quantencomputing hat das Potenzial, die komplexen Systeme in Wirtschaft und Industrie zu analysieren, die Komplexität molekularer und chemischer Wechselwirkungen zu entflechten, komplizierte Optimierungsprobleme zu bewältigen und Künstliche Intelligenz deutlich leistungsfähiger zu machen, schreibt die Fraunhofer-Gesellschaft in einer Pressemitteilung. Solche Fortschritte könnten die Tür zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und enormen Verbesserungen in den Lieferketten, der Logistik und der Modellierung von Finanzdaten und Problemen aus den klassischen Ingenieurswissenschaften öffnen.

Bundesregierung investiert 650 Millionen Euro

Die Bundesregierung will in den nächsten zwei Jahren 650 Millionen Euro investieren, um die Quantentechnologie von der Grundlagenforschung hin zu marktfähigen Anwendungen zu entwickeln. Das Fraunhofer-Center für Quantencomputing folgt der Zielsetzung des Rahmenprogramms der Bundesregierung. Der Schwerpunkt liegt auf einer Konzentration von Kompetenzen rund um Quantencomputing und dem Aufbau einer Gemeinschaft aus Forschern, Entwicklern, IT- und Branchenexperten rund um diese Technologie.

Die gemeinsame Initiative von Fraunhofer-Gesellschaft und IBM vereint etablierte Partner aus Forschung und Industrie unter dem Dach eines neuen Kompetenzzentrums, dem Fraunhofer-Center für Quantencomputing. Das Kompetenzzentrum wird von der Fraunhofer-Gesellschaft betrieben und verwaltet. Aktuell seien bereits 14 Fraunhofer-Institute auf dem Gebiet der Quantentechnologie aktiv.

„Quantentechnologien werden unsere Zukunft wissenschaftlich und wirtschaftlich stark beeinflussen“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Bis zum Jahr 2022 wolle die Bundesregierung laut Karliczek 650 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung zu Quantentechnologien investieren. Dabei könne die Kooperation von Fraunhofer und IBM im Feld des Quantencomputings einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung des Programms leisten. „Es ist wichtig, dass wir schon heute verschiedene Anwendungsfelder des Quantencomputings erschließen, gerade auch für mittelständische Unternehmen, die für Deutschland wirtschaftlich eine hohe Bedeutung haben“, so Karliczek.

Auch Hubert Aiwanger, Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, freut sich über die Entwicklung: „Bayern bekommt einen Quantencomputer, also einen Computer, der sehr viel schneller ist als die jetzigen.“ Die Quantencomputer werden nach Aiwagners Einschätzung die Forschung und Wirtschaft in Bayern stark nach vorne bringen. „Wir sind damit an der Weltspitze mit dabei“, ist sich Aiwanger sicher.

Ein physisches Quantencomputersystem werde es Deutschland ermöglichen, Forschung, Entwicklung und Wirtschaft in Europa und darüber hinaus voranzutreiben, glaubt Matthias Hartmann, General Manager IBM Deutschland. Und auch Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, glaubt: „Diese Partnerschaft ist eine wegweisende Initiative für angewandtes Quantencomputing und ein entscheidender Fortschritt für deutsche Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen aller Größenordnungen in unserem Land.“ (wag)


Kontakt zu IBM und der Fraunhofer-Gesellschaft

IBM Deutschland GmbH
IBM-Allee 1
71139 Ehningen
Tel.: +49 800 225 5426
E-Mail: halloibm@de.ibm.com
Website: www.ibm.de

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
Hansastraße 27 c
80686 München
Tel.: +49 89 12050
Fax: +49 89 1205 7531
E-Mail: info@zv.fraunhofer.de
Website: www.fraunhofer.de

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