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Arbeitswelt im Umbruch: Im Jahr 2030 will fast jeder ortsunabhängig arbeiten können

Arbeitswelt im Umbruch
Im Jahr 2030 will fast jeder ortsunabhängig arbeiten können

Studie Homeoffice EY Frau im Urlaub
Auf dem Balkon, im Urlaub, auf dem Land: Sieht so die Arbeitswelt der Zukunft für Büroarbeiter aus? Viele wünschen sich: Ja.
Bild: Olezzo/stock.adobe.com

Bei vielen Unternehmen hat die Umstellung auf die pandemiebedingte neue Arbeitswelt sehr gut funktioniert – zumindest aus Sicht ihrer Mitarbeiter. Das geht aus einer Studie der Unternehmens-Beratung EY hervor. Demnach sind rund 90 Prozent der befragten Angestellten mit Bürotätigkeiten, die sie aufgrund von COVID-19 seit mehr als einem Jahr häufig mobil oder im Homeoffice ausführen, in ihrem Job aktuell sehr zufrieden.

Nach der Pandemie soll es für die Mehrheit auch kein Zurück in die Vergangenheit mehr geben. Von den 1.000 Studienteilnehmern – Arbeitnehmer im Alter von 20 bis 50 Jahren – wollen gut 80 Prozent auch künftig komplett oder teilweise im Homeoffice arbeiten.

EY hat außerdem nach den Vorstellungen von der Arbeitswelt im Jahr 2030 gefragt:

  • 84 Prozent möchten bis dahin vollkommen ortsunabhängig arbeiten können
  • 78 Prozent hätten gerne die Möglichkeit, sich bis dahin die Arbeitszeit vollkommen flexibel einteilen zu können
  • 60 Prozent wünschen sich einen Arbeitgeber, bei dem vollkommen hierarchiefrei gearbeitet wird
  • Rund die Hälfte geht davon aus, dass es bis 2030 kein Firmengebäude mehr gibt

Drei Viertel zeigen sich motiviert für die neue Arbeitswelt

„Nach den guten Erfahrungen mit mobilem Arbeiten oder im Homeoffice ist für die Mitarbeitenden vieles möglich geworden, was vor der Pandemie noch undenkbar schien“, kommentiert Nelson Taapken, Change-Experte und Partner bei der Unternehmensberatung EY, die Studien-Ergebnisse.

Bitkom: Nach Pandemie werden mehr Leute im Homeoffice arbeiten

Drei Viertel der Befragten stehen den erwarteten Veränderungen auch insgesamt positiv gegenüber. 55 Prozent freuten sich auf die Arbeitswelt der Zukunft und möchten gerne in ihr arbeiten. Taapken empfiehlt Unternehmen daher, die hohe Veränderungs-Bereitschaft und Motivation der Mitarbeiter zu nutzen und sie in den Wandel miteinzubeziehen. Die Teilnehmer der Studie jedenfalls wären bereit dazu: jeweils rund 80 Prozent würden sich in Innovationsprojekte, Projekte zur Chancengleichheit oder Nachhaltigkeit einbringen.

Vier-Tage-Woche und digitale Weiterbildung

Für ihr Engagement und ihre Bereitschaft zur Veränderung erwarten die Mitarbeiter jedoch Gegenleistungen:

  • 94 Prozent fordern (bzw. wünschen sich) für die Arbeit im Homeoffice eine vernünftige Ausstattung mit der nötigen Infrastruktur
  • 90 Prozent legen Wert auf regelmäßige Online-Teamkonferenzen
  • Nur 20 Prozent der Befragten wollen künftig in einem klassischen Vollzeit-Modell arbeiten
  • Ein Drittel wünscht sich eine starke Flexibilisierung der täglichen Arbeitszeit
  • 40 Prozent möchten ihre Arbeitszeit am liebsten auf 80 Prozent reduzieren – favorisieren also zum Beispiel eine Vier-Tage-Woche

Aber auch beim Thema Weiterbildung stehen laut EY-Studie einschneidende Veränderungen an: 84 Prozent erklären, Weiterbildung müsse flexibel bzw. zeit- und ortsunabhängig – also in erster Linie digital – funktionieren. Nur elf Prozent erwarten von ihrem Arbeitgeber noch regelmäßige Präsenz-Kurse.

Arbeiten am Urlaubsort – viele zieht es aufs Land

Sollte der Standort für die Ausübung der Arbeitstätigkeit in Zukunft keine Rolle mehr spielen, will mehr als die Hälfte der Befragten hauptsächlich im Homeoffice arbeiten. 29 Prozent planen, aufs Land zu ziehen.

Für 28 Prozent käme die tägliche Pendelei nicht mehr in Frage. 25 Prozent wollen sich die Arbeitszeit in Zukunft dann so einteilen, dass sie auch tagsüber mehr Zeit für Familie und Hobbies haben. Ebenfalls ein Viertel der Befragten erklärt, am liebsten an einem beliebigen Ort arbeiten zu wollen – etwa an ihrem bevorzugten Urlaubsziel.

Taapken: „Unternehmen sollten diese Bedürfnisse, die eine völlig neue Arbeitskultur mit sich bringen, sehr ernst nehmen. Anderenfalls dürften sie sich schwer damit tun, künftig junge und innovative Mitarbeitende für sich zu gewinnen.“ (wag)


 


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