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KIT und FhG legen Grundstein für „Karlsruher Forschungsfabrik“

Kooperationsprojekt
KIT und FhG legen Grundstein für „Karlsruher Forschungsfabrik“

KIT Fraunhofer Karlsruher Forschungsfabrik
So soll die Karlsruher Forschungsfabrik auf dem Campus Ost des KIT einmal aussehen (Abbildung: Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten).
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Mehr als 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft waren bei der Grundsteinlegung der „Karlsruher Forschungsfabrik“ anwesend, einem Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG). Ab Ende 2020 wollen Forscher und Unternehmensvertreter die Arbeit in der Forschungsfabrik aufnehmen.

„Die Karlsruher Forschungsfabrik schafft die einzigartige Möglichkeit, das Zukunftsthema Intelligente Produktion an realen Prozessen praxisnah zu erforschen“, sagte der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. Gemeinsam mit den Kollegen der FhG könne Expertise gebündelt und Mehrwert für Unternehmen geschaffen werden. Professor Alexander Kurz, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft für Personal, Recht und Verwertung, lobte den breiten, kooperativen Ansatz: „Mit dem gemeinsamen Vorhaben bündeln das KIT und die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Forschung in Karlsruhe im Bereich zukünftiger, innovativer Produktionstechnologien und -methoden.“

„Die Karlsruher Forschungsfabrik wird ein Leuchtturm für den Innovationsstandort Baden-Württemberg“, sagte Katrin Schütz vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg . „Um unseren Status als Innovationsregion Nummer 1 in Europa weiter zu festigen, müssen wir neue Technologien so schnell wie möglich in die betriebliche Anwendung bringen. Die Forschungsfabrik wird dies maßgeblich beschleunigen.“

Auf dem Weg zur agilen Produktion

Die Forschungsfabrik wurde vom KIT und seinem wbk Institut für Produktionstechnik (Leitung: Professor Jürgen Fleischer) und der Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrem Institut für Chemische Technologie ICT (insbesondere vertreten durch Professor Frank Henning) und ihrem Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB (Leitung: Professor Jürgen Beyerer) initiiert.

Die drei genannten Wissenschaftler sowie Dr. Olaf Sauer vom Fraunhofer IOSB als Koordinator des Projekts auf Seiten der Fraunhofer-Gesellschaft erläuterten bei der Grundsteinlegung, wie die Forschungsfabrik mittels „KI-integrierter Produktion“ die gesteckten Ziele erreichen soll: „Modernste Digitalisierungsmethoden, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen ermöglichen es uns, neue Produktionstechnologien deutlich schneller zu planen, zu testen und vor allem frühzeitig in die Industrie zu überführen.“

Angestrebt wird eine agile Produktion, das heißt: Hochwertige Produkte laufen bereits vom Band, während das dazugehörige Fertigungsverfahren noch optimiert wird. Ziel agiler Produktion ist es, die „Time-to-Market“ signifikant zu verkürzen. Wie das geht, wollen die Wissenschaftler der Forschungsfabrik herausfinden und gemeinsam mit Industriepartnern in die Anwendung überführen.

Forschungsfabrik Karlsruhe
Grundsteinlegung zur Karlsruher Forschungsfabrik auf dem Campus Ost des KIT (Bild: Amadeus Bramsiepe, KIT).

Kooperation mit Industriepartnern

Die in der Karlsruher Forschungsfabrik zu entwickelnde Methodik der schnellen Industrialisierung neuer Produktionstechnologien verspricht innovativen Unternehmen in Baden-Württemberg entscheidende Vorteile im globalen Wettbewerb, schreibt das KIT in einer Pressemitteilung. Um Ergebnisse zielgerichtet und schnell zu transferieren, sollen interessierte Unternehmen deshalb von Anfang an eingebunden werden – durch enge Kooperationen, Verbundprojekte und Workshops. „Insbesondere werden wir uns in den kommenden Jahren dem Leichtbau und neuen Fertigungsverfahren für die Mobilität der Zukunft widmen. Die Branche erlebt einen starken Wandel. Eine schnelle Markteinführung neuer Anlagen, Methoden und Prozesse wird für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes entscheidend sein“, so die Initiatoren und künftigen Betreiber Jürgen Fleischer, Frank Henning, Jürgen Beyerer und Olaf Sauer.

Eckdaten zur Karlsruher Forschungsfabrik

Für den Bau der am Campus Ost des KIT angesiedelten Forschungsfabrik ist ein Gesamtbudget von rund 15 Millionen Euro vorgesehen. Hierzu tragen die Kooperationspartner KIT und Fraunhofer jeweils die Hälfte bei. Gleiches gilt für Investitionen in die Erstausstattung der Fertigungshallen, Labore und Büros in Höhe von voraussichtlich 2,25 Millionen Euro. Nach der für Ende 2020 geplanten Eröffnung wird die Forschungsfabrik auf zwei Stockwerken und einer Fläche von 4 500 Quadratmetern rund 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beherbergen. Für Industriepartner stehen 50 Arbeitsplätze zur Verfügung, außerdem Büroflächen in unmittelbarer Nähe. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg sowie vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. (wag)

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