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Kommentar: Coronavirus in Deutschland: Handeln ist angesagt

Kommentar
Coronavirus in Deutschland – Handeln ist angesagt

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Alexander Gölz ist Chefredakteur bei industrie.de. Bild: Ulrich Pfeiffer/Pfeiffer Fotodesign
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Ein Sprichwort sagt: „Krankheiten machen vor Grenzen nicht halt“. So hat das Coronavirus nun auch die Bundesrepublik erreicht und trifft die deutsche Wirtschaft mit voller Breitseite.

Durch Absagen und Verschiebungen wichtiger Branchenmessen wie der Hannover Messe, Logimat oder auch der Eisenwarenmesse hat die deutsche Industrie schwer zu kämpfen. Schaut man derzeit nach Italien, sind diese Maßnahmen eventuell zu spät erfolgt.

Ich erinnere mich noch gut zurück an den Dezember des vergangenen Jahres, als die ersten Coronafälle aus der 11-Millionen-Metropole Wuhan in China bekannt wurden. Damals war es eher unwahrscheinlich, dass dieses Virus auch Deutschland befällt und die Wirtschaft und das öffentliche Leben stark beeinträchtigt.

Deutsche Politik im Winterschlaf

Heute denke ich darüber anders: Wir haben nun auch in Europa einen Corona-Schockmoment: Die Abriegelung ganzer Metropolen wie Mailand oder Venedig zeigt, wie prekär die Lage inzwischen ist. Doch die deutsche Politik kommt nicht aus ihrem Winterschlaf.

Am Wochenende hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlen, alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Nun sind – dem Föderalismus sei Dank – die einzelnen Bundesländer gefordert, diese Empfehlung in verbindliche Maßgaben umzuwandeln. Dies erfolgte bereits vor längerem in der Schweiz oder in Österreich. Dort sollen Universitäten ab kommenden Montag (16. März) geschlossen bleiben.

Als Chinas kommunistisches Regime am 22. Januar die Metropole Wuhan unter Quarantäne stellte, fühlten sich viele im Westen wie in einem Hollywood-Blockbuster: Dramatisch-schön, aber weit weg und wenig bedrohlich war das, was sich da im Reich der Mitte abspielte. Ein so hartes Vorgehen wäre in einer liberalen Demokratie nicht denkbar, hieß es.

Mailand sollte ein Weckruf sein

Wir haben uns lange selbst belogen, doch damit sollte spätestens jetzt Schluss sein. Die Abriegelung einer europäischen Mega-City wie Mailand sollte ein schriller Weckruf sein. Zeugen berichten von schlimmen Zuständen in überlasteten italienischen Kliniken, die Zahl der Toten steigt von Tag zu Tag.

Und die WHO warnt: „Dies ist keine Zeit für Ausreden. Dies ist eine Zeit, um alle Register zu ziehen.“ Der Charité-Virologe Christian Drosten sprach heute gar davon, dass mit einer Sterberate bei den Erkrankten im Alter von über 80 Jahren von bis zu 25 Prozent zu rechnen sei.

Drosten spricht sich darüber hinaus auch für die Absage von Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen aus.

Ich denke also, es ist höchste Zeit zu handeln, auch in Deutschland. Die Politik ist nun gefordert, geeignete und verbindliche Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und mehr Zeit zu gewinnen.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund.

Alexander Gölz, Chefredakteur industrie.de


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