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Leistungsfähigkeit nimmt im Alter ab – Unternehmen und jeder Einzelne gefordert

Demografischer Wandel
Leistungsfähigkeit nimmt im Alter ab – Unternehmen und jeder Einzelne gefordert

Demografischer Wandel Leistungsfähigkeit
Die Zahl der älteren Beschäftigten steigt.
Bild: onephoto/stock.adobe. com

Die menschliche Leistungsfähigkeit nimmt während des Alterns ab, auch bei gesund alternden Menschen. Dennoch: „Sowohl Unternehmen als auch jeder Einzelne können dazu beitragen, die unerwünschten Begleiterscheinungen des Alterns hinauszuzögern,“ sagt Catharina Stahn, wissenschaftliche Expertin am Ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Sie stellt die Frage: Wie können Unternehmen unterstützen?

Künftig wird es immer mehr ältere Erwerbstätige geben. Der Erhalt der Leistungsfähigkeit ist daher von hoher Bedeutung. In der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen nahm in den letzten zehn Jahren die Erwerbsbeteiligung so stark zu wie in keiner anderen Alters­gruppe – von 41 Prozent (2010) auf 61 Prozent (2020), berichtet das statistische Bundesamt. Zudem wird der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung abnehmen. Dies ist einer der Hauptgründe, in die Leistungsfähigkeit aller Beschäftigten zu investieren.

Sinnvollerweise setzen Unternehmen dabei auf alternsgerechte Maßnahmen. Diese beziehen sich – altersunabhängig – auf das gesamte Erwerbsleben.

Fragen, die für die Leistungsfähigkeit eine Rolle spielen, sind zum Beispiel:

  • Werden arbeitswissenschaftliche Kriterien der Schichtplangestaltung berücksichtigt?
  • Sind die Arbeitsmittel ergonomisch gestaltet?
  • Sind Zwangshaltungen auf ein Mindestmaß reduziert?
  • Werden passgenaue Weiterbildungsangebote ermöglicht?
  • Existiert im Unternehmen ein realistisches Bild von älteren Beschäftigten?
  • Spielen Vorurteile übers Altern eine Rolle?

Faktencheck Altern und Leistungsfähigkeit

  • Die körperliche Leistungsfähigkeit erreicht etwa bis zum 25. Lebensjahr ihr Maximum. Untersuchungen zeigen, dass Leistungseinbußen im mittleren Lebensalter primär auf eine inaktive Lebensweise, nicht aber auf biologische Alterung zurückzuführen sind, heißt es vom Ärzteblatt.
  • Bei der kognitiven Leistungsfähigkeit wird unterschieden zwischen der sogenannten kristallinen und der fluiden Intelligenz: Während kristalline Leistungen von Übung und Bildung abhängen, beziehen sich fluide Funktionen auf inhaltsübergreifende kognitive Funktionen, die logisches Denken und das Lösen neuartiger Problemstellungen ermöglichen.
  • Während die fluide Intelligenz bereits ab dem dritten Lebensjahrzehnt abnimmt, bleibt die durch Lernerfahrungen und Faktenwissen ausgebildete kristalline Intelligenz bis in das hohe Erwachsenenalter stabil.
  • Aspekte wie die Sozialkompetenz, das Beurteilungsvermögen oder auch betriebsspezifisches Wissen können im Alter sogar ausgebaut werden.
  • Abnehmende Fähigkeiten können durch die Ausbildung bzw. die Erweiterung anderer Fähigkeiten – also durch Training – kompensiert werden. Eine einseitige, defizitorientierte Sichtweise des Alterns entspricht nicht der Realität.
  • Die kognitive Leistung wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel genetische Veranlagung, Lebensführung, sportliche Aktivität, berufliche Tätigkeit, Stresslevel.
  • Mit zunehmendem Alter werden die Unterschiede zwischen gleichaltrigen Menschen größer: Es zählt nicht das kalendarische Alter, sondern das biologische Alter, wie zum Beispiel die Fitness.

Ein großer Faktor: Die Eigenverantwortung

Ein aktiver Lebensstil, der durch eine gesunde Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung und den Verzicht auf Tabak- und übermäßigen Alkoholkonsum ergänzt wird, ist ideal, um früh einsetzenden Leistungseinbußen entgegenzuwirken. Dies konstant umzusetzen, liegt nach wie vor in der Verantwortung jedes Einzelnen. Unternehmen können aber durch entsprechende Sensibilisierung und Aufklärung unterstützen. (wag)

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