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Coronakrise: MAN Truck & Bus SE kündigt Stellenabbau von 9500 Arbeitsplätzen an

Coronakrise
MAN stellt sich neu auf und baut 9500 Stellen ab

MAN Truck Produktion
Truck-Hersteller MAN stehen schwere Zeiten bevor: Es sollen bis zu 9500 Stellen abgebaut werden.
Bild: MAN
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Keine guten Nachrichten von LKW-Hersteller MAN: Wegen sinkender Nachfrage von Lkw will MAN in den kommenden Jahren rund 9500 Stellen streichen. Ganze Standorte – darunter auch zwei in Deutschland – könnten schließen, heißt es in einer Pressemitteilung von MAN. 

Der Vorstand der MAN SE und der MAN Truck & Bus SE hat den Gesamtbetriebsrat über Pläne informiert, die eine umfassende Neuaufstellung des Unternehmens vorsehen. Ziel der konsequenten Neuausrichtung sei es demnach, dass MAN Truck & Bus deutlich digitaler, automatisierter und nachhaltig profitabel zu machen. Außerdem gilt der Fokus künftig alternativen Antriebssystemen.

Bis zu 9500 Stellen sollen abgebaut werden

Die derzeitigen Überlegungen umfassen den Abbau von bis zu 9.500 Stellen in Deutschland und Österreich sowie weltweit über alle Unternehmensbereiche hinweg. In diesem Zusammenhang sind teilweise Verlagerungen von Entwicklungs– und Produktionsprozessen an andere Standorte geplant.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen durch den technologischen Wandel – bei Digitalisierung, Automatisierung und alternativen Antrieben. Wir brauchen deshalb eine Neuaufstellung von MAN Truck & Bus, um deutlich innovativer, digitaler und nachhaltig profitabler zu werden. Damit sichern wir die Zukunft des Unternehmens in einer sich rasant ändernden Welt. Der Vorstand wird alles dafür tun, dass MAN auch weiterhin zu den besten Bus- und Lkw-Herstellern der Welt zählt. Wir haben die Arbeitnehmerseite daher gebeten, unser Gesprächsangebot anzunehmen“, erklärt Andreas Tostmann, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE.

Ganze Standorte stehen vor dem aus

MAN erklärte, nötig sei ein „signifikanter Stellenabbau“ in allen Bereichen. Zudem wollen die Manager Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegen. Damit stehen auch der Produktionsstandort Steyr sowie die Betriebe in Plauen und Wittlich zur Disposition. Details über eine sozialverträgliche Vorgehensweise sind Teil der Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung.

Der Produktionsstandort im österreichischen Steyr und die Betriebe in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) könnten demnach ganz geschlossen werden.

Harsche Kritik von Seiten des Betriebsrats

Der Betriebsrat des Konzerns reagierte mit scharfer Kritik auf den angekündigten Stellenabbau. „Es kann nicht sein, dass Stellenabbau und Standortschließungen die einzigen Lösungsansätze sind, die dem Vorstand einfallen“, sagte der Vorsitzende Saki Stimoniaris. Er bezeichnete die Pläne als „Konzepte von tief unten aus der Mottenkiste“ und als „Rasenmäher-Methode“. Dadurch würde in Österreich und Deutschland fast jeder zweite Job wegfallen.

Die Unternehmensführung habe es in der Vergangenheit versäumt, in Zeiten guter Konjunktur für ausreichend Rendite zu sorgen, um eine Krise wie die jetzige zu überstehen. Die Belegschaft könne weder etwas für die Corona– noch die wirtschaftliche Krise und solle nun trotzdem dafür büßen.

Das sei mit dem Betriebsrat aber nicht zu machen. Stimoniaris forderte den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und kündigte an, dem Vorstand eigene Vorstellungen zur Zukunft von MAN vorzulegen. (ag)


Kontakt zu MAN

MAN Truck & Bus SE
Dachauer Straße 667
80995 München

Tel.: 49 8915 800
E-Mail: info@man-mn.com
Website: www.truck.man.eu

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