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VDMA-Blitzumfrage zum Coronavirus: Der deutsche Maschinenbau spürt eine Beeinträchtigung der Lieferketten

Coronavirus
VDMA-Blitzumfrage: Maschinenbau spürt Beeinträchtigung der Lieferketten

Der Maschinenbau spürt die Störungen der globalen Lieferketten.
Der Maschinenbau leidet unter den Flogen des Corona-Virus. Bild: guruXOX / stock.adobe.com
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Der deutsche Maschinenbau ist von globalen Wertschöpfungs-Netzwerken geprägt. Die Coronavirus-Pandemie zeigt deshalb in diesem Wirtschaftsbereich messbare Folgen. Knapp 60 Prozent aller Betriebe spüren bereits jetzt Beeinträchtigungen der Lieferketten. Die Auswirkungen werden allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch als „gering bis mittel“ eingestuft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Blitzumfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Für die Umfrage hat der Verband Antworten von gut 1000 Unternehmen erhalten.

„Die Störungen der Lieferketten machen sich immer deutlicher bemerkbar, wobei hier bislang die Lieferländer Italien und China die größten Sorgen bereiten“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Diese Störungen könnten nur teilweise durch alternative Lieferanten abgewendet werden, heißt es von Seiten des VDMA.

Blitzumfrage Coronavirus VDMA: Spüren Sie bereits nennenswerte Beeinträchtigungen im Betriebsablauf in Folge der Ausbreitung des Coronavirus?
59 Prozent der befragten Unternehmen spüren bereits die Folgen des Coronavirus. Grafik: VDMA

Wiechers: Warenverkehr in der EU muss weiter frei fließen können

Von den Unternehmen, die bislang noch nicht betroffen sind, rechnen drei Viertel in den kommenden drei Monaten mit Beeinträchtigungen.

„Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Warenverkehr innerhalb der EU weiter frei fließen kann und auch Berufspendler, insbesondere Servicekräfte, über die Grenzen zur Arbeit können“, betont Wiechers.

Volkswagen und Daimler haben die Produktion wegen des Coronavirus in vielen Werken schon gestoppt, andere Autobauer werden folgen. „So lange die Werkshallen nicht ganz geschlossen werden, können unsere Firmen die bestellten Maschinen und Anlagen theoretisch auch weiterhin ausliefern oder ihren Service durchführen“, sagt Wiechers. „Aber je stärker die Restriktionen in unseren Kundenbranchen werden, umso heftiger werden auch wir als Ausrüster getroffen.“

VDMA Blitzumfrage Corona: Welche Beeinträchtigungen spüren Sie in welchem Maße?
Störungen, Stornierungen, Produktionsrückgänge: Der Maschinenbau spürt Corona deutlich. Grafik: VDMA

Alle Fachzweige des Maschinenbaus sind von Corona betroffen

Die VDMA-Blitzumfrage zeigt auch, dass von den Auswirkungen der Corona-Pandemie alle Fachzweige des Maschinenbaus betroffen sind. Viele Betriebe wissen schlicht nicht, ob die Ausfälle in der Produktion in diesem Jahr noch aufgeholt werden können.

Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen rechnen für das Jahr 2020 mit Umsatzeinbußen, davon 45 Prozent mit Umsatzrückgängen von mehr als zehn Prozent. In der Folge haben gut 40 Prozent der befragten Maschinenbaubetriebe bereits Kapazitäts-Anpassungen vorgenommen, überwiegend über das Arbeitszeitkonto, aber auch durch Kurzarbeit.

Personalabbau wird auch in der mittelständischen Maschinenbauindustrie zunehmend zum Thema“, warnt Wiechers. Etwa die Hälfte der Unternehmen erwägt zugleich eine Kürzung der Investitionsvorhaben für 2020.

VDMA Blitzumfrage Corona: Können Sie Störungen in der Lieferkette durch alternative Lieferanten abwenden?
Die Lieferanten können nicht in allen Fällen ausgetauscht werden. Grafik: VDMA

Corona-Virus stürzt gesamten Maschinen- und Anlagenbau in die Krise

Bereits vergangene Woche hatte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker prognostiziert, dass das Coronavirus die deutsche Wirtschaft heftig zurückwerfe. Selbst wenn sich die Lage im zweiten Halbjahr 2020 entspannen würde, könnte man den zusätzlichen Rückgang in diesem Jahr nicht mehr ausgleichen. (wag)


Kontakt zum VDMA

VDMA e. V.
Lyoner Str. 18
60528 Frankfurt
Tel.: +49 69 6603 0
E-Mail: kommunikation@vdma.org
Website: www.vdma.org

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