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Maschinenbauer planen, neue Stellen zu schaffen – und werden vom Fachkräftemangel gebremst

VDMA-Umfrage
Maschinenbauer planen, neue Stellen zu schaffen – und werden vom Fachkräftemangel gebremst

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Der Maschinen- und Anlagenbau ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen.
Bild: jörn buchheim/stock. adobe.com

Die Mehrheit der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus plant, neue Mitarbeiter einzustellen. Davon sollen auch Nachwuchskräfte profitieren, denn das Angebot für Ausbildung und duales Studium soll ausgebaut werden. Die Personalengpässe haben sich zuletzt verschärft und könnten zur Wachstumsbremse werden, schreibt der VDMA in einer aktuellen Pressemitteilung.

Laut VDMA stehen die Chancen, aktuell einen Job in der Branche zu erhalten, sehr gut. Einer Umfrage des Verbands zufolge möchten rund 82 Prozent der 356 befragten Personal-Verantwortlichen im nächsten halben Jahr die Stammbelegschaft im Unternehmen vergrößern. Dafür suchen sie händeringend qualifiziertes Personal.

Das Stellenangebot soll daher in den kommenden sechs Monaten ausgeweitet werden. Gut 60 Prozent wollen mehr Stellen für Fachkräfte (Beschäftigte mit abgeschlossener Ausbildung) anbieten. 40 Prozent wollen Experten (Akademiker und Ingenieure) einstellen.

Allerdings: die Mehrheit der Befragten sieht aktuell bei allen Beschäftigten-Gruppen Engpässe, Hilfskräfte ausgenommen. Dies trifft insbesondere auf die Experten (81 Prozent) und Fachkräfte (90 Prozent) zu.

Maschinen- und Anlagenbau steht vor gewaltigen Herausforderungen

„Voranschreitende Digitalisierung, Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Mobilitätswende – der Maschinen- und Anlagenbau steht vor gewaltigen Herausforderungen“, konstatiert Hartmut Rauen. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des VDMA weiter: „Damit die Transformation der Industrie in ein neues Zeitalter gelingt, benötigen die Unternehmen viele gut ausgebildete Menschen.“

Rauen ist sich sicher, dass im Maschinenbau in den kommenden Jahren „viele hochattraktive und wertvolle Arbeitsplätze entstehen“ werden. Der Personalengpass dürfe hier nicht zur Fortschrittsbremse werden – auch vor dem Hintergrund, dass viele Mitarbeiter in Rente gehen und ersetzt werden müssen.

Maschinenbau baut Angebot für Nachwuchskräfte aus

Maschinenbau-Unternehmen setzen zur Sicherung des Fachkräfte-Nachwuchses weiterhin auf Ausbildung und duales Studium. Die Personal-Verantwortlichen wollen hier das Angebot ausweiten. Das gilt für duale Studienplätze in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik sowie für gewerblich-technische Ausbildungsplätze.

Der Mensch als Schlüssel zu einer erfolgreichen Digitalisierung

34 Prozent der Unternehmen wollen künftig mehr duale Studienplätze im technischen Bereich anbieten. Bei der letzten Umfrage im Juni waren dies noch 30 Prozent.

30 Prozent planen mit mehr technisch-gewerblichen Ausbildungsplätzen (Juni: 21 Prozent).

Stellenwert der Weiterbildung nimmt zu

Bei etwa einem Drittel der Unternehmen gibt es im Vergleich zu 2019 ein Plus an Weiterbildungs-Angeboten für Beschäftigte. Der Bedarf dürfte in den kommenden Jahren weiter an Fahrt aufnehmen, 60 Prozent der Firmen wollen das Angebot ausweiten.

„Die Rekrutierung von Nachwuchs- und Arbeitskräften wird viele Unternehmen in den nächsten Jahren vor zunehmende Herausforderungen stellen, allein schon aufgrund des demografischen Wandels“, prognostiziert Jörg Friedrich, der die VDMA-Bildungsabteilung leitet. Gegensteuern könnten die Unternehmen etwa mit Maßnahmen wie mobilem Arbeiten oder dem gezielten Anwerben von ausländischen Fachkräften. Zusätzlich könnte man die Kooperationen mit Schulen oder Hochschulen intensivieren.

Jeder achte Arbeitnehmer fürchtet wegen Digitalisierung um seinen Job

Dadurch könnten insbesondere potenzielle Bewerber angesprochen werden, die den Maschinen- und Anlagenbau bislang noch nicht auf dem Schirm haben.

Die Ergebnisse der VDMA-Blitzumfrage im Überblick

  • Mehrheit möchte im nächsten halben Jahr Personal aufstocken: 82 Prozent der befragten Unternehmen möchten die Stammbelegschaft ausweiten. Von diesen Unternehmen gehen 60 Prozent von einer moderaten Personalaufstockung von bis zu fünf Prozent aus.
  • Insbesondere für Fachkräfte sollen mehr Stellen geschaffen werden: 61 Prozent möchten in den nächsten sechs Monaten mehr Stellen für Fachkräfte anbieten. 39 Prozent möchten mehr Stellen für Experten (i. d. R. Ingenieure) und 38 Prozent für Spezialisten anbieten. In allen erwähnten Gruppen planen weniger als fünf Prozent mit weniger Stellen.
  • Mehrheit sieht bei allen Beschäftigtengruppen Engpässe: Bei den Experten sehen aktuell 81 Prozent der Befragten leichte bis starke Engpässe. Bei den Fachkräften sind es 90 Prozent. Nur bei den Hilfskräften scheint es keine Engpässe zu geben.
  • Ausbildungs-Angebot hat sich weiter erhöht: 34 Prozent wollen künftig mehr technische duale Studienplätze in ihren Unternehmen anbieten (vor sechs Monaten: 30 Prozent). 30 Prozent planen zudem mit mehr technisch-gewerblichen Ausbildungsplätzen (21 Prozent).
  • Ausbau des mobilen Arbeitens dürfte zu einem Anstieg qualifizierter Bewerber führen: Durch die Digitalisierung entstehen mehr Jobs in den Unternehmen. Auf einer Skala von eins (kein Einfluss) bis zehn (viel größere Auswahl qualifizierter Bewerber) lagen die Antworten im Schnitt beim mobilen Arbeiten bei 6,9. Der demografische Wandel dürfte hingegen zu einem Rückgang des Arbeitsangebots führen.
  • Stellenwert der Weiterbildung nimmt zu: Im Vergleich zu 2019 gaben 35 Prozent an, derzeit mehr Weiterbildungsangebote anzubieten. 16 Prozent haben ihr Angebot zurückgefahren. Die Bedeutung der Weiterbildung wird zunehmen: 59 Prozent wollen das Weiterbildungsangebot in den nächsten Jahren ausweiten, nur zwei Prozent planen eine Kürzung.
  • Vom Fachkräfte-Einwanderungsgesetz konnten bislang nur wenige Unternehmen profitieren: Sechs Prozent der Befragten konnten durch das Gesetz zusätzliche Arbeitskräfte gewinnen. Weniger als jeder vierte Befragte rechnet damit, dass das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz in Zukunft Früchte tragen wird und dadurch zusätzliche Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden. 44 Prozent können die Folgen nicht einschätzen und haben mit „weiß nicht“ geantwortet. (wag)

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