Digitalisierung

Mit Cloud-Native-Ansätzen digitale Agenda vorantreiben

Cloud-Migration
Bild: ra2 studio / fotolia.com
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Viele Unternehmen betreiben große, traditionelle IT-Anwendungen. Diese wurden meist nach dem Wasserfall-Ansatz entwickelt und sind hauptsächlich monolithisch und/oder als Client-Server-Modell konzipiert. Im Gegensatz dazu stehen Cloud-Native-Ansätze. Sie eignen sich besonders, um die digitale Agenda voranzutreiben, sagt das IT-Beratungsunternehmen Capgemini.

Die Studie zum Thema „Cloud Native“ zeige, dass sich die Anzahl an Unternehmen, die cloud-native Ansätze verwenden bis zum kommenden Jahr mehr als verdoppeln wird – auf mehr als 30 Prozent, schreibt Capgemini. Entsprechend sinkt die Menge „nicht-cloud-nativer“ IT-Landschaften von 85 auf 70 Prozent. Dieser Umstieg beinhaltet Herausforderungen, die eine strategische Vorgehensweise erfordern.

Cloud-native Anwendungen bieten maximale Flexibilität

Traditionelle Anwendungen wurden entworfen, entwickelt und gebaut, um von der internen IT-Organisation vor Ort betrieben, gehostet und verwaltet zu werden. Sie basieren zumeist auf einem monolithischen und/oder Client-Server Entwurf, gemäß dem Prinzip „One Size fits all“. Ganz anders die cloud-nativen Anwendungen: Sie sind spezifisch für die Ausführung auf Cloud- / As-a-Service-Infrastruktur und können sowohl on- als auch off-premise betrieben werden. Der entscheidende Vorteil: cloud-native Anwendungen sind zustandslos, technologieunabhängig und können in fast jedem Kontext eingesetzt werden.

Capgemini cloud-native Applikationen
Vergleich – Traditionelle und Cloud-native Applikationen. Grafik: Capgemini Hier klicken, um Grafik in vollständiger Größe anzuzeigen

8 Voraussetzungen für den Umstieg

Allerdings können bei der technischen und organisatorischen Umstellung auf „cloud-native“ erhebliche „Shift-Herausforderungen“ anfallen, schreibt Capgemini. Dazu gehören etwa:

  • Unzureichende Erfahrungen mit Microservices in der IT-Organisation
  • Fragestellungen hinsichtlich Cybersicherheit und Datenschutz
  • Auswirkungen auf langjährige Verträge mit Partnern
  • Kosteneffekte für die bestehende lokale Infrastruktur

Es lohnt daher, genau hinzusehen, welche traditionellen Anwendungen geändert werden sollten und inwieweit Technologie, Sicherheit sowie kulturelle und kommerzielle Aspekte vom Wechsel zu cloud-native betroffen sind.

Laut Capgemini schaffen diejenigen, die folgende Punkte berücksichtigen, die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wechsel und die Realisierung eines geschäftlichen Mehrwerts im Anschluss:

  1. Benefit Case: Der Wechsel zu cloud-native sollte einem Business und/oder Benefit Case folgen, denn der Wechsel zur Cloud bietet nicht immer harte finanzielle Vorteile.
  2. On-Premise-Basierte-IT: Eine erfolgreiche Cloud-Nutzung erfordert meist eine gut konzipierte private Cloud. IT-Unternehmen sollten daher ihre traditionelle IT in eine private Cloud umwandeln, um Selbstbereitstellung, dynamische Ressourcenskalierung sowie ein Chargeback-Modell für Geschäftsbereiche sicherzustellen.
  3. Public Cloud ist nicht gleich Public Cloud: Die Cloud-Anbieterauswahl sollte wie jede COTS-Auswahl (Commercial off the shelf) für kommerzielle Produkte Cloud-Anbieter haben unterschiedliche Merkmale in Bezug auf Service Level Agreements (SLA), Leistungskennzahlen (KPIs), Schnittstellen (APIs), Überwachung, Anzahl der DCs, Instance-Typen, unterstützte Betriebssysteme, Standards, einfache Migration, Dienstalter usw.
  4. Security: Stellen Sie sicher, dass Sie alle Aspekte abdecken, von der Benutzeridentifikation, Autorisierung und Authentifizierung bis hin zur Daten- und Netzwerkverschlüsselung,
  5. Netzwerk: Latenz- und Bandbreitenprobleme, Chatty-Anwendungen, Netzwerktopologie, Netzwerksicherheit, Erweiterung der lokalen Topologie auf die Cloud müssen berücksichtigt werden
  6. Daten- und Anwendungsintegration: Drosselung eingehender Abfragen, Datenverschiebung, Interdependenzen und Auswirkungen des Remote-Hosts könnten erforderlich sein
    Vendor Management, System, Release & Change Management: Konfigurationsmanagement, Patching, Kapazitätsplanung und -überwachung, Systemüberwachung etc. sollten die Cloud sowohl die traditionellen Umgebungen abdecken
  7. Die Mitarbeiter: Ein wesentlicher Wandel sollte nie ausschließlich als Technologiewandel begriffen werden. Er bedeutet immer auch einen Kulturwandel für Mitarbeiter. Hinzu kommen benötigte Kompetenzen, die mitunter nicht ausreichend vorhanden und schwer zu finden sind.

Fazit

IT ist der entscheidende Game Changer der Digitalisierung. Deshalb können Unternehmen in einer zunehmend digitalen Welt langfristig nur mit modernen digitalen Ansätzen überzeugen. Unternehmen, die weiterhin an ihren traditionellen IT-Landschaften festhalten, drohen zurückzubleiben. (wag)

Gunnar Menzel ist Chief Technology & Innovation Officer (CTIO) für Europa bei Capgemini


Kontakt zu Capgemini

Capgemini Service SAS
11 rue de Tilsitt
75017 Paris
Tel.: +33 147 545000
Website: www.capgemini.de

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