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Bitkom-Studie: Mittelstand hat beim Digital Office und der Digitalisierung noch Nachholbedarf

Digitalisierung
Mittelstand muss beim Digital Office noch nachbessern

Digital Office Studie Bitkom
Vor allem Mittelständler tun sich schwer mit der Digitalisierung der Geschäftsprozesse.
Bild: NicoElNino/stock. adobe.com

Die Corona-Pandemie hat deutschen Unternehmen bei der Digitalisierung einen Schub gegeben. Nachholbedarf beim Digital Office gibt es aber noch im Mittelstand. Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der mittelständischen Unternehmen (100 bis 499 Beschäftigte) sieht sich als Nachzügler, wenn es um die Digitalisierung der Geschäfts- und Verwaltungsprozesse geht. Dasselbe trifft auf ebenfalls 51 Prozent der kleinen Unternehmen (20 bis 99 Beschäftigte) zu.

Anders sieht es bei großen Unternehmen ab 500 Beschäftigten aus. Hier hält sich nur ein Drittel (32 Prozent) für Nachzügler. Zu diesen Ergebnissen kommt der Bitkom in einer repräsentativen Umfrage unter 502 Unternehmen in Deutschland.

„Das digitale Büro sorgte insbesondere in den vergangenen Monaten für bessere Arbeitsfähigkeit und Zusammenarbeit in der hybriden Arbeitswelt“, analysiert Nils Britze die aktuelle Lage. „Aber wir sehen im Mittelstand, dass es bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen konkrete Rückstände gibt.“

Woran das liegt? „Vor allem an strukturellen Digitalisierungs-Defiziten, die im Mittelstand schon seit längerer Zeit bestehen“, sagt Britze, der den Bereich Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom leitet.

Mittelstand investiert zögerlich in Digitalisierung

Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist eher gering: Nur 39 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten geben an, 2020 in die Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Verwaltungsprozesse investiert zu haben. Ebenfalls 39 Prozent investieren im laufenden Jahr.

Die Investitions-Bereitschaft in die Digitalisierungs-Kompetenzen der Mitarbeiter ist sogar auf ein Vor-Corona-Niveau gesunken: Wie bereits 2018 geben 60 Prozent an, gezielt in die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter für die digitale Arbeitswelt zu investieren. 2020, in der Anfangsphase der Pandemie, taten dies noch knapp drei Viertel (72 Prozent).

Parallel dazu nahm das Qualifikations-Level in den Unternehmen ab: 2020 gaben 75 Prozent der Mittelständler an, Mitarbeiter zu beschäftigen, die die Digitalisierung vorantreiben können. Jetzt sagen das nur noch 60 Prozent – 2018 waren es 62 Prozent.

Grafik Nachholbedarf Digital Office Bitkom
Besonders in kleineren Unternehmen besteht bei der Digitalisierung Nachholbedarf. Grafik: Bitkom

Ein Bestandteil des digitalen Büros sind unter anderem papierarme Prozesse. Hier hat der Mittelstand große Fortschritte gemacht: Erfolgten 2018 die Geschäfts-Prozesse erst bei 29 Prozent der Unternehmen überwiegend papierlos, stieg der Wert 2020 auf 40 Prozent. Jetzt verzeichnen die Unternehmen jedoch einen kleinen Rückgang auf 36 Prozent.

Im Einsatz digitaler Lösungen zeigen sich ähnliche Tendenzen: Zwar nutzen derzeit 95 Prozent digitale Lösungen wie CRM, ECM oder ERP – im Vorjahr waren es aber schon 98 Prozent und 2018 96 Prozent.

Dem Mittelstand fehlen Ressourcen, Standards und Datensicherheit

Die größten Hürden für den Mittelstand bei der Digitalisierung des Büros: hoher Investitionsbedarf und im Zeitmangel für Digitalisierungs-Projekte (je 70 Prozent). 67 Prozent beklagen nicht ausreichend Standards.

„Besonders im Mittelstand sollten digitale Geschäftsprozesse als Chance gesehen werden, um knappe Ressourcen effizient zu nutzen und Leistung nachhaltig zu steigern“, sagt Britze. Auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit (60 Prozent) sowie die Angst vor Datenverlust (59 Prozent) spielen bei mittelständischen Unternehmen eine große Rolle.

„Nur durch den Einsatz von modernsten digitalen Technologien lassen sich die hohen Anforderungen an Datensicherheit überhaupt erst umsetzen. Bei der richtigen Ausgestaltung wird das Digital Office zum Wettbewerbsvorteil im Mittelstand“, ist sich der Bitkom-Experte sicher. (wag)

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