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Mixed Compensation Barometer: Gehälter von Vorstandsvorsitzenden gehen zurück – Frauen liegen beim Gehalt vorn

EY Mixed Compensation Barometer
Gehälter von Vorstandsvorsitzenden gehen zurück

Geld auf der Gehalts- und Lohnabrechnung. DAX-Vorstände haben 2019 weniger verdient als 2018
Vorstandsmitglieder deutscher börsennotierter Unternehmen verdienten 2019 4,6 Prozent weniger als 2018.
Bild: benjaminnolte/stock. adobe.com
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Das Gehalt der Vorstände deutscher börsennotierter Unternehmen ist im zweiten Jahr in Folge gesunken. Im Jahr 2019 ging es durchschnittlich um 4,6 Prozent zurück. Im Schnitt haben die Vorstandsmitglieder 1,99 Millionen Euro verdient. Zu dieser Erkenntnis kommt das Mixed Compensation Barometer von EY. Berücksichtigt wurden nur Vorstandsmitglieder, die das gesamte Geschäftsjahr im Vorstand vertreten waren. 

„Die schwierige konjunkturelle Lage hat im vergangenen Jahr – also bereits vor der Corona-Pandemie – zu deutlichen Gehaltseinbußen bei den Top-Managern geführt“, beobachtet Jens Massmann, Partner bei EY. Bereits 2018 gingen die Gehälter der Vorstände um 0,5 Prozent zurück. Massmann rechnet in diesem Jahr, besonders aufgrund der Pandemie, mit einem weiteren Rückgang der Vergütungen.

Auch weibliche Vorstände verdienen weniger

2018 könnten sich die weiblichen Vorstände noch gegen den Abwärtstrend stemmen. Im vergangenen Jahr sank aber auch ihre Vergütung. Mit minus 5,9 Prozent ging diese sogar noch stärker zurück als bei den Männern (minus drei Prozent).

Trotzdem: Auch 2019 lag das Gehalt der Frauen in den Top-Positionen der DAX-Unternehmen oberhalb dem ihrer männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen. Ein Trend, der seit 2015 anhält.  Im vergangenen Jahr verdienten die Frauen durchschnittlich rund 400.000 Euro mehr.

Weibliche Vorstände verdienten mit 2,14 Millionen Euro 23,1 Prozent mehr als ihre männlichen Kollegen (1,74 Millionen Euro). Im Vorjahr lag der Vorsprung allerdings noch bei 26,7 Prozent.

Getrieben wird das weiterhin deutliche Ergebnis von der prozentual geringeren Anzahl der Vorstandsfrauen in den niedriger vergütenden Indizes MDAX und SDAX. Im DAX sind mehr als zwölf Prozent aller Vorstandsmitglieder (inklusive CEOs) weiblich. Die relative Häufigkeit im MDAX liegt mit sieben Prozent und im SDAX mit fünf Prozent deutlich niedriger.

CEO-Gehälter bleiben beim Vergleich außen vor

Da noch immer sehr wenige weibliche CEOs Unternehmen leiten, bleibt aus Gründen der Vergleichbarkeit der Vergleich zwischen Frauen und Männern in dieser Position außen vor. Die Vorstandsvorsitzenden erzielen nämlich deutlich höhere Gehälter als andere Vorstandsmitglieder.

Beispiel DAX-30: Nach dem Ausscheiden von Jennifer Morgan als Co-CEO bei SAP ist derzeit keine einzige Vorstandsitzende im Amt. Ein CEO erhielt im Jahr 2019 eine durchschnittliche Gesamtdirektvergütung von 5,58 Millionen Euro. Der Durchschnitt aller Vorstandsmitglieder lag bei 3,37 Millionen Euro.

Trend bestätigt: Frauen liegen im DAX-30 vorn

Wie auch in den vergangenen Jahren lag im DAX-30 die Gesamtdirektvergütung der weiblichen Vorstandsmitglieder oberhalb ihrer männlichen Kollegen – durchschnittlich um 30.000 Euro. Im Mittel verdiente ein weibliches DAX-30-Vorstandsmitglied 2,93 Millionen Euro, die männlichen Pendants 2,9 Millionen Euro. Doch auch hier schrumpfte der Vorsprung: Im vergangenen Jahr lag der Unterschied noch bei 124.000 Euro.

„Insgesamt jedoch ist zu resümieren, dass die Gleichberechtigung bei der Vergütung voranschreitet“, erklärt Massmann. Der wichtigste Grund seiner Ansicht nach: Unternehmen sind immer häufiger bestrebt, Frauen für ihr oberstes Führungsgremium zu gewinnen. Da Kandidatinnen knapp seien, erhöhe sich ihr Marktwert und damit auch ihr Salär.

In allen DAX-Indizes verdienen Frauen mehr

Erstmals seit Untersuchungsbeginn im Jahr 2013 wurden Frauen in allen DAX-Indizes besser bezahlt als ihre männlichen Kollegen.

  • MDAX: Das Gehalt der Frauen lag bei 1,44 Millionen Euro, durchschnittlich also um  etwa 115.000 Euro (8,7 Prozent) höher. Frauen verdienten 5,4 Prozent mehr, bei Männern sank das Gehalt um rund elf Prozent.
  • SDAX: Die durchschnittliche Gesamtdirektvergütung bei den Frauen lag 2019 bei 1,07 Millionen Euro. Das sind etwa sieben Prozent mehr als bei den Männern (998.000 Euro, CEO-bereinigt). Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Gehalt um 35 Prozent.

Ausblick 2020: Rückläufige Gehaltsentwicklung aufgrund von Corona

EY geht davon aus, dass die durchschnittliche Vergütung deutscher Vorstandsmitglieder im aktuellen Geschäftsjahr weiter sinken wird. Massmann rechnet damit, dass es sogar deutlich stärker als in den Vorjahren zurückgeht: „Die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage in Folge der Corona-Pandemie wird zwar wenig Einfluss auf die Grundvergütung und die langfristige Vergütung haben, sehr wohl aber auf die kurzfristigen Jahresboni der Vorstandsmitglieder.“

Massmann nennt auch die Gründe, warum die Gehälter zurückgehen: sinkende Umsatzzahlen, erwartete Gewinneinbrüchen und Komplettverzichte auf Boni.

Der erwartete Effekt auf die Vorstandsvergütung sei dennoch überschaubar, da die Unternehmen ihr Vergütungssystem auf langfristige Erfolge ausgerichtet haben. Massmann: „Wir erwarten insgesamt eine durchschnittlich um zehn bis 15 Prozent niedrigere Gesamtdirektvergütung der Vorstände deutscher Unternehmen für 2020.“ (wag)


Kontakt zu EY

Ernst & Young GmbH
Flughafenstraße 61
70629 Stuttgart
Tel.: +49 711 9881 0
E-Mail: info@de.ey.com
Website: www.ey.com/de

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