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Studie von Capgemini: Mobiles Arbeiten führt bei vielen Unternehmen zu Produktivitätssteigerungen

Studie von Capgemini
Mobiles Arbeiten führt bei vielen Unternehmen zu Produktivitätssteigerungen

Junge Frau arbeitet von Zuhause aus. Capgemini hat in einer Studie gezeigt, dass mobiles Arbeiten die Produktivität erhöht.
Mobiles Arbeiten hat zu einer Produktivitätssteigerung in Unternehmen geführt.
Bild: Liubov Levytska/stock. adobe.com
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Mobiles Arbeiten hat bei der Mehrheit der Unternehmen im dritten Quartal 2020 zu Produktivitätssteigerungen geführt. Mitarbeiter belastet das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen, jedoch zusehends. Das zeigt die aktuelle Studie „The Future of Work: From remote to hybrid“ des Capgemini Research Institute, für die weltweit 5.000 Mitarbeiter und 500 Führungskräfte befragt wurden.

Unternehmen sollten jetzt das richtige Arbeits-Modell finden, um weiterhin die Vorteile des mobilen Arbeitens zu nutzen und die Erwartungen der Arbeitnehmer zu erfüllen. Capgemini empfiehlt daher Führungskräften, bestehende Strukturen in Frage zu stellen und zu überdenken sowie organisatorische Silos und Barrieren zwischen den Teams abzubauen.

Weniger Pendelzeit, felxiblere Arbeitszeiten und wirksame Tools für die virtuelle Zusammenarbeit: Aus diesen Gründen stieg bei 63 Prozent der befragten Unternehmen die Produktivität der Mitarbeiter im dritten Quartal 2020 stark an.

Bei den funktionalen Bereichen sind die IT und digitale Funktionen (68 Prozent) führend, gefolgt von Kundenservice (60 Prozent) und Vertrieb und Marketing (59 Prozent). Die Digitalisierung und der Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) hat den Unternehmen in diesen Bereichen zu einer verbesserten Produktivität verholfen.

In den Unternehmen, in denen mehr Vor-Ort-Arbeit nötig ist – also etwa Produktion/Fertigung, F&E/Innovation, Lieferkette – ist der Produktivitätszuwachs mit 51 Prozent am niedrigsten.

Unternehmen erwarten Produktivitätssteigerung um 17 Prozent

Der Studie zufolge rechnen die Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren mit einer allgemeinen Produktivitätssteigerung von 17 Prozent. 88 Prozent der Befragten haben in den vergangenen drei bis vier Monaten bei den Immobilienkosten Einsparungen erzielt. 92 Prozent erwarten Einsparungen in diesem Bereich in den nächsten zwei bis drei Jahren.

Fast 70 Prozent der Unternehmen glauben, dass der Produktivitätszuwachs auch nach der Pandemie anhalten wird. Die Produktivität werde jedoch von der Lernfähigkeit der Unternehmen und der Fähigkeit, sich neu zu orientieren, abhängen. Dabei gelte es allerdings, die Veränderungen in der Denkweise der Mitarbeiter zu berücksichtigen und eine individuelle und organisatorische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) aufzubauen.

Digitalisierung gelingt nur, wenn Mitarbeiter ihr Verhalten ändern

Unternehmen rechnen mit Übergang zu hybridem Modell

In den nächsten zwei bis drei Jahren rechnen etwa drei von zehn Unternehmen damit, dass mehr als 70 Prozent ihrer Mitarbeiter mobil arbeiten werden. Vor Covid-19 waren es nur etwa zehn Prozent der Unternehmen.

48 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihr Büroflächen-Bedarf um mindestens zehn Prozent sinken wird. Darüber hinaus erwarten etwa 45 Prozent der Mitarbeiter, künftig drei oder mehr Tage pro Woche von einem anderen Standort aus zu arbeiten – ein schnell wachsender Trend zu einem hybriden und kooperativen Arbeitsplatz-Modell hin.

Arbeitnehmer äußern auch Kritik am mobilen Arbeiten

Dass die Produktivität gestiegen ist, ist die eine Sache. Die andere ist, dass Arbeitnehmer Bedenken äußern, wenn sie auf das mobile Arbeiten auf lange Sicht betrachten. So sind etwa 56 Prozent über die ständige Erreichbarkeit besorgt. Bei den 26- bis 35-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 60 Prozent. Unternehmen sollten hier ihre Mitarbeiter beim Umgang mit Stress unterstützen, empfiehlt Capgemini in einer Pressemitteilung und stellt gleichzeitig die Frage: Können Produktivitätsgewinne bei einem erfolgreichen hybriden Arbeitsmodell langfristig aufrechterhalten werden?

Schwerpunktseite: Coronavirus

Die Studie zeigt auch, dass sich neu eingestellte Mitarbeiter in einer Remote-Umgebung abgekoppelt vorkommen. 54 Prozent der Mitarbeiter, die in der Pandemie eingestellt wurden, haben sich in den ersten Tagen im neuen Unternehmen verwirrt und verloren gefühlt. 55 Prozent waren sich nicht einmal der Werte und Leistungen des Unternehmens bewusst. Dieses Problem lässt sich auch bei bestehenden Mitarbeitern beobachten: 38 Prozent fanden es schwieriger, virtuell mit den neuen Kollegen zusammenzuarbeiten.

Fokus auf Unterstützung, Anbindung und Vertrauen richten

Langfristig greift der Ansatz des mobilen Arbeitens zu kurz, vermutet Capgemini. In Zukunft gehe es deshalb darum, ein hybrides Modell zu etablieren, das ein Gleichgewicht zwischen der Arbeit zu Hause und im Büro herstellt.

Ziel der Unternehmen wird es daher sein, sich zu differenzieren und das Angebot für die Mitarbeiter auszubauen. Die richtige Balance wird entscheidend sein. Führungskräfte müssen bestehende Strukturen in Frage stellen, die Wirksamkeit von Betriebs-Modellen überdenken und organisatorische Silos und Barrieren zwischen Teams abbauen.

Capgemini-Studie identifiziert Empfehlungen für Unternehmen

Für die Unternehmen hat das Beratungsunternehmen in der Studie einige Empfehlungen identifiziert:

  • Beschaffungs-Modelle überdenken, bei denen die Arbeitsleistung ortsunabhängig erbracht werden kann: Ist mobiles Arbeiten möglich, können Unternehmen die Rekrutierung von Talenten ausweiten und eine fluide Belegschaft wie Freiberufler oder Selbständige einbeziehen
  • Führung neu definieren, Autonomie, Empathie, Transparenz fördern: Mitarbeiter sollten befähigt werden, datengestützte Entscheidungen zu treffen. Führungsqualitäten wie Einfühlungsvermögen, aktives Zuhören und Anpassungsfähigkeit sollten gefördert werden. Digitale Tools können dabei helfen, Anzeichen von Burnout und übermäßigem Stress bei Mitarbeitern zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern
  • Vertrauensbasierte Arbeitskultur mit neuen Ritualen schaffen: Der Aufbau digitaler Communities stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter. Capgemini empfiehlt zudem, neue kollektive Rituale – etwa mehr virtuelle Teambuildings-Aktivitäten – einzuführen
  • Robuste digitale Infrastruktur installieren, um nahtloses digitales Arbeiten zu ermöglichen: IT-Teams sollten schnell eine digitale Infrastruktur einführen, die Belastbarkeit, Agilität und Skalierbarkeit bietet. Unternehmen müssen zudem gezielt in ihre Mitarbeiter und deren Fachwissen im Umgang mit neuen Tools investieren (wag)

Kontakt zu Capgemini

Capgemini Service SAS
11 rue de Tilsitt
75017 Paris, Frankreich
Tel.: +33 1 4754 5000
Website: www.capgemini.com

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