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Quantencomputer: Entscheider müssen sich mit Datensicherheit auseinandersetzen

Quantenkommunikation und -computer
Quantencomputer: Entscheider müssen sich mit Datensicherheit auseinandersetzen

Auch wenn Quantencomputer noch nicht marktfähig sind, müssen sich Verantwortliche in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung mit den Risiken für die Datensicherheit auseinandersetzen.
SAP empfiehlt Unternehmen dringend, sich mit der Datensicherheit in Zeiten des Quanteninternet auseinanderzusetzen. Bild: peterschreiber.media / stock.adobe.com
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Auch wenn Quantencomputer noch nicht marktfähig sind, müssen sich Verantwortliche in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung mit den Risiken für die Datensicherheit auseinandersetzen. Denn viele Menschen sind besorgt, dass Quantencomputer die Sicherheitsstandards klassischer Computer ausheben könnten.

Theoretisch könnten Angreifer mithilfe von Quantencomputern vertrauliche und private Daten abfangen, die Unternehmen und Verbraucher täglich weitergeben und speichern – ganz gleich, ob diese Daten verschlüsselt sind oder nicht.

Auf dem Markt jedenfalls tut sich gerade einiges. Analysten von IDC sagen voraus, dass 25 Prozent der Fortune-Global-500-Unternehmen ab 2023 einen Wettbewerbsvorteil durch Quantencomputer erwirtschaften. Laut Gartner werden im selben Zeitraum etwa 20 Prozent der Unternehmen Projekte für Quantencomputer in ihre Budgets einplanen. Heute sind es weniger als ein Prozent. Die Quantenkommunikation entwickelt sich derweil schneller weiter als Quantencomputer.

Quanteninternet könnte recht schnell umgesetzt werden

„Quantenkommunikation nutzt Photonen. Unternehmen können also ein Netzwerk für die Quantenkommunikation schneller aufbauen, indem sie vorhandene Glasfaserkabel verwenden“, sagt Laure Le Bars, Forschungsprojektleiter bei SAP. „Das Quanteninternet könnte recht schnell umgesetzt werden.“

Auf diese Weise könnten Szenarien vermieden werden, bei denen ein Angreifer heute Daten stiehlt und diese behält, bis Quantencomputer verfügbar sind. Womöglich könnten diese Daten nach ein paar Jahren wieder auftauchen, um dann Schaden verursachen – wenn sie Informationen beinhalten, die noch immer relevant sind. „Unternehmen haben jetzt die einmalige Chance, diese neuen Datenschutzprotokolle zu untersuchen“, so Le Bars.

Workshop testet neue Verschlüsselungsmöglichkeiten

Im vergangenen Herbst sponserte die Quantum Internet Alliance (QIA) einen Hackathon, der das Ziel hatte, neue Verschlüsselungsmöglichkeiten zu testen, um Unternehmen besser auf Quantenkommunikation und Quantencomputer vorzubereiten.

„Sichere Kommunikation oder ein Schlüsselaustausch ist über ein Quanten-Kommunikationskanal zwar theoretisch möglich. Das Problem war aber, dies in unsere bestehende Software zu integrieren. Nutzer wollen einfach nur auf einen Button klicken“, sagt Peter Limacher, Quantenexperte bei SAP Security Research. „Über einen Quantenschlüsselaustausch (Quantum Key Distribution, QKD) prüften wir eine standardisierte Methode, um Qubits miteinander zu verbinden und über unterschiedliche Softwareschichten zu verteilen, damit Informationen im Quanteninternet sicher bleiben.“

Quantenschlüssel zur Erhöhung der Sicherheit

Nach den Gesetzen der Quantenmechanik wäre es unmöglich, Gespräche im Quanteninternet unentdeckt zu belauschen. Kriminelle wären so nicht in der Lage, Informationen zu stehlen. Die Daten-Eigentümer wüssten in Echtzeit, wenn die Sicherheit gefährdet ist. Hier kommt die Quantenkommunikation ins Spiel.

„Die Kommunikation in klassischen Netzwerken kann belauscht und abgefangen werden, ohne dass dies jemand mitbekommt“, erklärt Limacher. „Das ist bei der Quantenkommunikation nicht der Fall. Man wüsste sofort, wenn jemand das eigene Gespräch mithört oder versucht, die eigenen Daten weiterzugeben.“

Verschlüsselungs-Maßnahmen werden immer wichtiger

Es wäre der falsche Weg, jetzt als Unternehmen einfach abzuwarten, wie sich die Quantenkommunikation entwickelt. SAP empfiehlt, jetzt zu prüfen, wie sich vertrauliche Daten schützen lassen, noch bevor diese Technologien weit verbreitet sind. Für Unternehmen gelte es, sich mit ausreichenden Verschlüsselungs-Maßnahmen zu schützen, ganz gleich, ob die Daten gerade übertragen werden, in der Cloud gespeichert sind oder auf Laptops liegen.

„Wenn man große Datenmengen in unterschiedlichen Rechenzentren hat, könnte man QKD einführen, um Verschlüsselungsschlüssel nahezu in Echtzeit sicher auszutauschen“, sagte Andrey Hoursanov, SAP-Verantwortlicher für Quantensicherheit. „Wenn dann jemand Informationen abfängt, könnten zahlreiche Schlüssel erforderlich sein, um diese weiter abzufangen. Ein Angriff wäre dadurch viel schwieriger. Das ist nicht zu 100 Prozent sicher, aber zu diesem Zeitpunkt viel besser als alles andere.“

Zweigleisige Entwicklung der Quantentechnologie

Beim QIA-Workshop Anfang des Jahres erstellten die Teilnehmer eine Rangliste von Protokollen in der Quantenkommunikation, die für vorrangige Entwicklungen bei Geschäftsanwendungen verwendet werden sollen. Sie waren sich einig, dass mit der Verbreitung der Quantenkommunikation die drei wichtigsten Protokolle für Unternehmen QKD, Quantum Digital Signature und Quantum Money sein würden.

„Bei all diesen Anwendungsfällen geht es darum, bei Unternehmen Vertrauen zu schaffen, was bei der Weiterentwicklung der Quantentechnologien von wesentlicher Bedeutung ist“, erklärt Limacher. „Unternehmen, die täglich zahlreiche Transaktionen mit Partnern abwickeln, brauchen die Gewissheit, dass unterzeichnete Dokumente und Zahlungen nicht verändert wurden.“ (wag)

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Forbes.com in der Rubrik BrandVoice SAP veröffentlicht.


Kontakt zu SAP

SAP Deutschland SE & Co. KG
Hasso-Plattner-Ring 7
69190 Walldorf
Tel.: +49 62277 47474
E-Mail: info.germany@sap.com
Website: www.sap.com

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