Schätzung des ifo

Rückgang deutscher Automobilproduktion belastet Konjunktur

Konjunktur Automobilindustrie ifo Schätzung
Die Krise der Automobilindustrie hat negative Auswirkungen auf die Konjunktur. Bild: pookpiik / stock.adobe.com
Anzeige

Nach aktuellen Schätzungen des ifo Instituts belastet der kräftige Rückgang der Automobilproduktion in Deutschland die Konjunktur. „Diese Schwäche dürfte den Anstieg der Wirtschaftsleistung 2019 um etwa 0,75 Prozentpunkte gedämpft haben“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Für die Schätzung wurden Zulieferungen aus anderen Branchen berücksichtigt.

Der Strukturwandel in der Automobilbranche hinterlässt jetzt auch seine Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Seit Beginn des Jahres 2019 ist die Beschäftigtenzahl im Kraftfahrzeugbau saisonbereinigt um 1,3 Prozent gesunken. Das ist wesentlich stärker als im übrigen Verarbeitenden Gewerbe (minus 0,2 Prozent).

Bei einer ifo-Umfrage im Dezember hatten außerdem 14 Prozent der Autofirmen angegeben, Kurzarbeit angemeldet zu haben – doppelt so viele wie in der übrigen Industrie. Dort waren es sieben Prozent. Nach Schätzungen des ifo erwarten 19 Prozent der Unternehmen in der Automobilbranche für die kommenden drei Monate Kurzarbeit, in der übrigen Industrie sind es 15 Prozent.

Nachfrage nach deutschen Autos stieg 2019

„Interessanterweise stieg gleichzeitig die Nachfrage nach deutschen Autos 2019“, sagt Wollmershäuser. „Die Kunden wurden aber nicht aus der inländischen Produktion bedient. Denn sie ist im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent geschrumpft, nachdem sie bereits im Jahr 2018 um 9,3 Prozent zurückgegangen war.“ Stattdessen passierte folgendes: Die Branche verstärkte die Produktion deutscher Marken an Standorten außerhalb von Deutschland. Und führte anschließend die Autos nach Deutschland ein. Für den heimischen Automarkt ist diese Vorgehensweise zumindest suboptimal.

Die Produktion deutscher Automobilhersteller in anderen europäischen Ländern legte laut ifo-Schätzung 2,0 Prozent zu. Im Jahr 2018 hatte der Anstieg noch 7,5 Prozent betragen. Gleichzeitig stiegen die deutschen Autoimporte aus der EU zwischen Januar und September 2019 um 16 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Elektroautos mögliche Ursache für Produktionsverlagerung

„Eine mögliche Ursache für die Produktionsverlagerungen der deutschen Automobilhersteller ist ein vermehrtes Umrüsten deutscher Standorte auf die Herstellung von Elektroautos“, analysiert Wollmershäuser. „In der Übergangsphase fällt das Angebot an neu produzierten Pkw in Deutschland weg, und die vormals an den deutschen Standorten produzierten Pkw mit herkömmlichen Antrieben werden in anderen europäischen Ländern hergestellt.“

3,6 Millionen Pkw wurden im vergangenen Jahr in Deutschland zugelassen. Das sind 171.500 Fahrzeuge und damit fünf Prozent mehr als 2018. Die Neuzulassungen deutscher Marken stieg mit 5,1 Prozent stärker als die ausländischer Marken (+4,8 Prozent).

Absatz von Hybrid- und Elektrofahrzeugen steigt

Besonders gefragt waren 2019 Fahrzeuge mit Hybrid- und Elektroantrieben. Aber auch bei Dieselfahrzeugen konnte der Absatz im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, nachdem dieser in den Jahren 2017 und 2018 im Zuge der Dieselskandale und der Diskussion um Dieselfahrverbote eingebrochen war. (wag)


Kontakt zum ifo Institut

ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
Poschingerstraße 5
81679 München
Tel.: +49 89 9224 0
E-Mail: ifo@ifo.de
Website: www.ifo.de

Ebenfalls interessant:

Volkswagen schließt 2019 erfolgreich ab

Anzeige

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Konradin Industrie

Titelbild additive P4
Ausgabe
P4.2019
LESEN
ARCHIV
ABO

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Aktuelle Whitepaper aus der Industrie

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de