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Smart City Index: Der Digitalverband Bitkom untersucht den Digitalisierungsgrad deutscher Großstädte

Smart City Index
Baden-Württemberg und Hessen haben die smartesten Städte

Smart City Index vom Bitkom vergleicht deutsche Städte miteinander. Bild: NicoElNino via Adobe Stock
In der Smart City der Zukunft ist alles miteinander vernetzt.
Bild: NicoElNino/ stock.adobe.com
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Digitale Technologien – etwa kontaktloses Bezahlen im Bürgeramt oder WiFi-Hotspots – werden in Deutschlands Großstädten sehr unterschiedlich eingesetzt. Das zeigt die Auswertung des Smart City Index des Bitkom. Der Digitalverband hat im vergangenen Jahr den Digitalisierungsgrad deutscher Städte untersucht.

89 Prozent der deutschen Städte ab 100.000 Einwohnern (89 Prozent) bieten ihren Einwohnern und Besuchern ein kostenloses öffentliches WLAN. Doch nur 17 Prozent der Städte bieten das Netz auch außerhalb des Zentrums an. In knapp vier von zehn (38 Prozent) Städten können Nutzer unbegrenzt im öffentlichen WLAN zu surfen – ohne Daten- und Zeitbegrenzung.

Kreditkartenzahlung in den meisten Fällen nicht möglich

In den meisten Städten können Kunden im Bürgeramt ihre Gebühren auch bargeldlos zu bezahlen – solange sie die richtige Karte besitzen. 79 Prozent bieten eine Bezahlung per EC-Karte an, nur sieben Prozent akzeptieren eine Zahlung per Kreditkarte.

Dementsprechend bleibt auch mobiles Bezahlen die Ausnahme: In nur drei der 81 untersuchten Städte (vier Prozent) ist eine Bezahlung per Smartphone möglich bzw. wird geplant, diese Methode anzubieten.

30 Prozent der Städte testen bei der Abfallentsorgung intelligente Mülleimer oder Mülltonnen, die mit Füllstand-Sensoren ausgestattet sind. In mehr als jeder vierten Stadt (26 Prozent) tragen Logistik-Lösungen wie etwa Micro Hubs oder City Logistik Hubs zu einer Verkehrsreduzierung in der Innenstadt bei.

Smart City Index: Fünf Kategorien auf dem Prüfstand

Untersucht wurden alle 81 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern. In die Gesamtbewertung des Smart City Index flossen folgende fünf Kategorien ein:

  • Verwaltung
  • IT und Kommunikation
  • Energie und Umwelt
  • Mobilität
  • Gesellschaft

„Der Smart City Index vermisst alle deutschen Großstädte in puncto Digitalisierung“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die erste Untersuchung in diesem Umfang identifiziert Vorreiter, Nachzügler und Hidden Champions.“

Der Smart City Index ermögliche einen detaillierten Einblick in die Digitalisierung deutscher Großstädte. Auf dessen Basis könne man weiterarbeiten, ist sich Berg sicher: „Die Ergebnisse bieten eine fundierte Grundlage, um die deutsche Smart-City-Landschaft weiterzuentwickeln.“

Spitzenreiter Baden-Württemberg und Hessen, Ost und West gleichauf

Neu beim Smart City Index: Erstmals werden auch Faktoren wie regionale und demografische Einflüsse auf die Digitalisierung deutscher Großstädte untersucht.

Kommunen in Baden-Württemberg und Hessen schneiden im Durchschnitt besonders gut ab – das zeigt sich etwa in den vorderen Platzierungen von Karlsruhe (Platz 2), Stuttgart (3), Heidelberg (6), Darmstadt (10) und Frankfurt am Main (12).

Weniger smart als im Rest Deutschlands sind Städte in Nordrhein-Westfalen. Doch es gibt auch innerhalb der Bundesländer – das zeigt ebenfalls das Beispiel Nordrhein-Westfalen – regionale Unterschiede. Städten der nördlichen Regionen Münsterland und Ostwestfalen-Lippe wie Bielefeld (Platz 19) und Münster (27) können im Bereich Verwaltung punkten. Gute Platzierungen erreichen außerdem Bonn (Platz 7), Köln (8) und Aachen (11) im Rheinland.

Doch das Ruhrgebiet schneidet in allen Kategorien unterdurchschnittlich ab (Ausnahme: Dortmund auf Rang neun).

Ein Gefälle zwischen West und Ost zeichnet sich nicht ab. In der Gesamtwertung gibt es keine Unterschiede zwischen den Städten der neuen Bundesländer und dem Rest der deutschen Städte. Die digitale Infrastruktur ostdeutscher Städte ist weniger gut entwickelt, was diese in anderen Kategorien aber kompensieren können. Besonders viele Punkte in den neuen Bundesländern holen Dresden (Platz 14), Potsdam (15) und Leipzig (17).

Große Städte liegen beim Smart City Index vorn

Besonders größere Städte ab 300.000 Einwohnern schneiden überdurchschnittlich gut ab. Am schwersten haben es Städte mit weniger als 150.000 Einwohnern. Die besten unter ihnen sind Ingolstadt (Platz 21) und Ulm (29).

Eine hohe Einwohnerzahl allein garantiert allerdings noch keine gute Platzierung: Für Essen reicht es trotz mehr als 580.000 Einwohnern nur für Platz 52.

Den größten Vorsprung haben bevölkerungsreiche Städte im Bereich Mobilität, bei den Millionenstädten ist es auch der Bereich IT und Kommunikation.

In den Kategorien Energie und Umwelt, Verwaltung und Gesellschaft können dagegen auch viele kleinere Städte punkten.

Den gesamten Smart City Index 2019, der künftig jährlich erhoben werden soll, finden Sie auf der Website des Bitkom. (wag)


Kontakt zum Bitkom

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Albrechtstraße 10
10117 Berlin-Mitte
Tel.: +49 30 2757 60
E-Mail: bitkom@bitkom.org
Website: www.bitkom.org

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