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Technologieeinsatz im Finanz- und Rechnungswesen steigt rapide an

Studie von PwC
Technologieeinsatz im Finanz- und Rechnungswesen steigt rapide an

PwC Studie Technologieeinsatz Finanz- und Rechnungswesen
Bild: Andrey Popov / fotolia.com
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Deutsche Unternehmen machen bei der Digitalisierung ihres Finanz- und Rechnungswesens deutliche Fortschritte. Unter anderem zu diesem Kernergebnis kommt der Studie „Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen 2019 – und was sie für die Abschlussprüfung bedeutet“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erstellt hat. PwC hat dafür 100 Groß- und mittelständische Unternehmen unterschiedlicher Branchen befragt. Die diesjährige Analyse aktualisiert die Ergebnisse aus den Jahren 2016 und 2017.

Etwas weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen (29 Prozent) halten den Technologieeinsatz in ihrem Finanz- und Rechnungswesen für „progressiv“ oder „sehr progressiv“. Das sind deutlich mehr als in der Vorgängerstudie von Ende 2017. Dort hatten sich nur 21 Prozent der Befragten so geäußert. Demgegenüber bezeichnen 26 Prozent ihren Technologieeinsatz als „konservativ“. Prof. Dr. Rüdiger Loitz, Studienautor und Experte bei PwC, ordnet die Antworten der Unternehmen ein: „Auch dieser 26-Prozent-Anteil ist ein Indikator für den Digitalisierungsfortschritt. Denn inzwischen sehen sich viele Unternehmen gegenüber anderen im Rückstand – und das treibt die Entwicklung auch bei den ‚Konservativen‘.“

Dementsprechend planen Unternehmen mittlerweile viel häufiger den Einsatz neuer Technologien in ihrem Finanz- und Rechnungswesen. Konkrete Anwendungsfälle sind dabei vor allem die Belegerkennung (83 Prozent gegenüber 22 Prozent Ende 2017), der direkte Datenaustausch bzw. die direkte Datenverarbeitung (74 Prozent gegenüber 20 Prozent) sowie der Zahlungsverkehr (70 Prozent gegenüber 19 Prozent).

KI-Einsatz beim Auslesen von Rechnungen fast verdoppelt

Zu den neuen Technologien, die Unternehmen besonders in den Blick nehmen, gehören Data Analytics, Cloud-Lösungen, Robotics und Künstliche Intelligenz (KI). KI-Anwendungen spielen für die Mehrheit der befragten Unternehmen aber noch keine große Rolle – 56 Prozent von ihnen setzen KI noch nicht ein, und gerade einmal jedes fünfte Unternehmen nutzt die Technologie bereits. Dennoch: Die Unternehmen, die KI bereits einsetzen, intensivierten die Nutzung gegenüber 2017 deutlich.

Während bei der letzten Analyse erst 39 Prozent der Befragten KI für das automatisierte Auslesen von Rechnungen und Belegen nutzten, sind es inzwischen mit 74 Prozent fast doppelt so viele. Auch beim Monitoring von Buchungsstoffen ist die KI-Nutzung deutlich gestiegen (53 Prozent gegenüber zehn Prozent Ende 2017). Ebenfalls gestiegen ist der Einsatz bei der Konsistenzprüfung von Unterlagen (32 Prozent statt zehn Prozent). Immer häufiger nutzen Unternehmen die Technologie auch für vorausschauende analytische Feststellungen. Bei der letzten Umfrage verwendete noch kein Unternehmen KI für analytische Feststellungen, mittlerweile sind es immerhin 21 Prozent.

Entscheidend bleibt für die befragten Unternehmen, dass die von KI-Anwendungen gelieferten Ergebnisse exakt nachvollziehbar sind – 72 Prozent hielten dies für „wichtig“ oder „sehr wichtig“. „Das Vertrauen in KI und ihr Potenzial hat insgesamt zugenommen“, sagt Loitz. „Ebenso wie beim autonomen Fahren müssen auch in der Abschlussprüfung Fehler ausgeschlossen sein, damit das KI-System zum Beispiel keine falschen Buchungsentscheidungen trifft.“

Datenschutz als größte Hürde für den Technologieeinsatz

Als größte Hürde gelten der Mehrheit der Befragten (79 Prozent gegenüber 18 Prozent 2017) die hohen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit. Ebenfalls stark limitierend wirken die langen Entwicklungszyklen bis zur Marktreife sowie Differenzierungen zwischen Standard- und individuellen Lösungen (65 Prozent gegenüber 14 Prozent Ende 2017). Auch die hohe Veränderungsgeschwindigkeit bei den neuen Technologien empfinden viele der Befragten als hinderlich (56 Prozent statt 13 Prozent Ende 2017). „Diese Ergebnisse spiegeln ganz deutlich die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung“, sagt Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland. Aber auch Angriffe aus dem Internet sorgen für Verunsicherung: „Cyberangriffe werden nicht nur häufiger, sondern auch immer raffinierter. Die Digitalisierung der Geschäftsabläufe oder die zunehmende Allgegenwärtigkeit von Geräten des Internets der Dinge machen Unternehmen und Organisationen anfälliger für Angriffe aus dem Netz“, so Justenhoven. (wag)


Kontakt zu PwC

PricewaterhouseCoopers GmbH
Friedrich-Ebert-Anlage 35-37
60327 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 9585-0
Fax: +49 69 9585-1000
E-Mail: de_kontakt@pwc.com
Website: www.pwc.de

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