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Thyssenkrupp kann mittelfristige Ziele nicht wie geplant erreichen

Geschäftsbericht
Thyssenkrupp kann mittelfristige Ziele nicht wie geplant erreichen

Thyssenkrupp Q1 Headquarter Essen
Das Thyssenkrupp Q1-Headquarter in Essen. Bild: ThyssenKrupp AG
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Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Thyssenkrupp ein leichtes Plus bei Auftragseingang und Umsatz erzielt. Sie stiegen auf jeweils 42,0 Milliarden Euro, was ein Prozent Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Zum Wachstum haben vor allem die Industriegütergeschäfte beigetragen. Die Krise im Automobilsektor bereitet auch Thyssenkrupp Schwierigkeiten. Das operative Ergebnis liegt bei 802 Millionen Euro (Vorjahr: 1,4 Milliarden Euro).

Martina Merz, seit 1. Oktober 2019 Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG, ist mit der insgesamten Performance nicht zufrieden. Das habe auch damit zu tun, „dass notwendige strukturelle Verbesserungen und Restrukturierungen nicht mit der notwendigen Konsequenz umgesetzt wurden“. Das wolle man jetzt aber zügig und systematisch angehen, so Merz. Die Prioritäten des neuen Konzernvorstands lauten daher Performance, Elevator-Transaktion, Zukunft des Stahlgeschäfts und Weiterentwicklung der Organisation. „Wir drehen gerade jeden Stein um Unternehmen um“, beteuert Merz. Die guten Ergebnisse mancher Konzernbereiche dürften nicht über die schwachen anderer hinwegtäuschen.

Der Konzern schreibt in einer Pressemitteilung, dass sich Thyssenkrupp Industrial Solutions auf den operativen Turnaround fokussieren wird und Chancen sieht, verschiedene Geschäfte im Anlagenbau unter einem neuen Dach zu vereinen. Hierzu sollen Zeitnahe Gespräche mit Partnern stattfinden.

Im Bereich System Engineering hat der Restrukturierungsprozess bereits begonnen, 640 Stellen werden wegfallen. Für die Restrukturierung habe der Konzern einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag reserviert.

Elevator-Verkauf wird weiter vorangetrieben

Durch die angestoßenen Maßnahmen erhofft sich Thyssenkrupp operative Verbesserungen. Die im August 2018 aufgestellten Mittelfristziele werde man aber nicht wie geplant im Geschäftsjahr 2020/2021 erreichen, lässt der Konzern wissen. Die Transaktion des Elevator-Geschäfts treibt der Konzern weiter voran, um den finanziellen Spielraum für den Umbau zu vergrößern. Im ersten Quartal 2020 will man entscheiden, welche Optionen konkret weiterverfolgt werden sollen. Das Handelsblatt berichtete jüngst, dass Konkurrenz Kone Kaufinteresse signalisiert habe und mit einer milliardenschweren Vorabzahlung locke. Der Umsatz im Elevator-Geschäft stieg gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent, das bereinigte EBIT verbesserte sich auf 907 Millionen Euro.

In Zukunft will man im Unternehmen flache Hierarchien und eine direktere Art der Zusammenarbeit etablieren. So schafft der Konzern die Matrix-Organisation ab. Bei Components Technology und Industrial Solutions sollen die Führungsgesellschaften weitgehend aufgelöst werden, in der Zentrale die Zahl der zentralen Funktionen von 15 auf 10 reduziert werden. Die Anzahl der knapp 800 Mitarbeiter will Thyssenkrupp hier auf etwa 430 in den kommenden 12 Monaten reduzieren.

Nettoverlust höher als im Vorjahr, vorsichtige Zukunftsprognose

Für das Geschäftsjahr 2018/2019 verzeichnet Thyssenkrupp einen Jahresfehlbetrag von -260 Mio € (Vorjahr -12 Mio €). Nach Abzug der Minderheitenanteile lag der Nettoverlust bei -304 Mio € (Vorjahr: -62 Mio €); das Ergebnis je Aktie betrug -0,49 € (Vorjahr -0,10 €).

Insgesamt blickt man in Essen vorsichtig auf das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 . Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten geben dem Konzern eine nur begrenzte Sichtweite. Insbesondere in den zyklischen Geschäften mit Werkstoffen und bei den Auto-Komponenten führt dies zu einer eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit. Die Fortschritte bei den Industriegütergeschäften führen jedoch dazu, dass der Vorstand mit einem bereinigten EBIT auf Vorjahresniveau rechnet. (wag)


Kontakt zu Thyssenkrupp

Thyssenkrupp AG
Thyssenkrupp Allee 1
45143 Essen
Tel.: +49 201 8440
Website: www.thyssenkrupp.de

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