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Thyssenkrupp Steel startet mit Bluemint Steel Produktion von Stählen mit verminderter CO2-Intensität

Bluemint Steel
Thyssenkrupp Steel startet Produktion von Stählen mit verminderter CO2-Intensität

Christoph Dammermann, Franz Kaldewei, Berhard Osburg, Sören Link Bluemint Steel
NRW-Staatssekretär Christoph Dammermann, Franz Kaldewei, Berhard Osburg, Vostandsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel und Oberbürgermeister Sören Link beim Startschuss für Bluemint Steel. Bild: Thyssenkrupp

Thyssenkrupp Steel hat die ersten Produktmengen der neuen Marke Bluemint Steel mit einer verringerten CO2-Intensität ausgeliefert. Der erste Kunde, der mit Flachstahl-Produkten aus der Bluemint-Familie beliefert wird, ist der Badhersteller Kaldewei aus Ahlen. Die Methode zur Minderung der CO2-Emissionen am Hochofen wurde vom internationalen Zertifizierer DNV bestätigter.

Die Methode ermöglicht die bilanzielle Verteilung der CO2-Einsparungen auf eine bestimmte Menge des Produkts Bluemint pure. Die CO2-Intensität einer solchen Tonne Stahl verringert sich so um 70 Prozent, schreibt Thyssenkrupp in einer Pressemittelung. Beraten wurde das Unternehmen vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Dieses bestätigt auch den Nutzen einer bilanziellen Herangehensweise.

Emissionsminderungs-Berechnung folgt internationalen Standards

Bei Bluemint pure werden alle direkten Emissionen aus der Produktion am Standort Duisburg durch Einsparungen im Produktionsprozess neutralisiert – die Emissionen der sogenannten Vorkette (Scope 3) bleiben erhalten.

Dies sind alle Emissionen, die bei der Produktion und dem Transport der Einsatzstoffe entstehen. Die CO2-Intensität je Tonne verringert sich jeweils um 1,5 Tonnen auf 0,6 Tonnen, eine Absenkung um gut 70 Prozent.

Erzielt wird dieser Effekt durch den Einsatz von HBI, bereits reduziertem Eisenschwamm. So muss weniger Kohle für den Reduktionprozess im Hochofen eingesetzt werden, eine tatsächliche Emissions-Absenkung ist das Ergebnis.

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„Bluemint pure Steel Zertifikate für Stahlprodukte mit reduzierter CO2-Intensität basieren auf CO2-Einsparungen im Stahlproduktions-Prozess, die durch den Austausch von Einsatzstoffen im Hochofen erreicht werden“, erklärt Priti Hoffmann, Sustainability Lead Benelux bei DNV. „Diese Einsparungen werden dann nach einer von DNV gesicherten Methodik auf eine Menge von Stahlprodukten umgelegt. Die Methode zur Berechnung der produktbezogenen CO2-Einsparungen steht im Einklang mit dem international anerkannten Greenhouse Gas Protocol for Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard.“

Käufer, die Bluemint pure erwerben, können die realisierten CO2-Minderungen auf ihre Scope 3-Emissionen anrechnen und damit ihre eigene Klimabilanz verbessern.

„Der Weg, die real erzielten CO2-Senkungen über einen bilanziellen, auf das Produkt angerechneten Ansatz zu verteilen, ist machbar und sinnvoll“, bestätigt auch Stefan Lechtenböhmer vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Wichtig dabei sei aber, dass es sich um zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen handelt und diese Teil einer umfassenden Dekarbonisierungs-Strategie für die Stahlerzeugung sind.

Vermarktungsstart für Bluemint Steel mit verringerter CO2-Intensität

Mit der Einführung der Bluemint-Produktfamilie beginnt zugleich der Vermarktungs-Start für Produkte mit verringerter CO2-Intensität.

„Uns ist es wichtig, unseren Kunden so schnell wie möglich CO2-reduzierte Produkte anzubieten, die auf einer realen und überprüfbaren Einsparung an Kohlendioxid beruhen. Das ist heute der Startpunkt“, sagt Bernhard Osburg, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel. Man werde die Vermarktung von Bluemint jetzt Schritt für Schritt ausweiten. Dazu sei man bei Thyssenkrupp schon „mit einer Reihe weiterer Kunden in Gesprächen“.

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Mit dem neuen Stahl von Thyssenkrupp nehme man eine große Hürde auf dem Weg zur klimaneutralen Ausrichtung, sagt Franz Kaldewei vom Badhersteller Kaldewei. Und weiter: „Bluemint pure gibt uns die Gewissheit, schon heute hochwertigsten Stahl mit einer niedrigeren CO2-Intensität für die Fertigung unserer Badprodukte aus Stahl-Emaille einsetzen zu können.“

TÜV Süd zertifiziert Einsatz von Schrott im Hochofen

Einen zweiten Weg zu Produkten mit verminderter CO2-Intensität hat Thyssenkrupp Steel nach dem Veristeel-Verfahren des TÜV Süd zertifizieren lassen. Hierbei kommt ein hochwertiges Schrott-Recyclingprodukt im Hochofen zum Einsatz. Auch hier könne eine absolute CO2-Einsparung am Standort Duisburg erzielt werden.

Und auch hier ausgelöst durch eine Minderung des Kohleeinsatzes: Für das Aufschmelzen des Schrotts im Hochofen wird entsprechend weniger benötigt. Je Tonne des Recyclingprodukts werde eine Absenkung der CO2-Intensität von 2,1 Tonnen auf 0,75 Tonnen erzielt und bilanziell ausgewiesen. (wag)


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