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VDMA sieht schwierige Zeiten für deutschen Maschinenbau durch Coronavirus

Konjunktur
Coronavirus hat schwerwiegende Auswirkungen auf deutschen Maschinenbau

ZF Prüfstand Entwicklung
Im Schatten des Coronavirus: Der deutschen Wirtschaft stehen schwere Zeiten bevor. Bild: ZF Friedrichshafen
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Der deutsche Maschinenbau durchlebt ein noch schwierigeres Jahr als erwartet, so eine Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Zu den bereits seit längerem spürbaren Belastungen – Handelskonflikte, weltwirtschaftliche Schwäche, Strukturwandel im Automobilbau – kommt nun noch das Coronavirus mit seinen nicht absehbaren Folgen für die Gesamtwirtschaft hinzu.

Ein unerwartet schwaches Schlussquartal (minus sieben Prozent) sorgte bereits dafür, dass die Produktion im Maschinenbau im Gesamtjahr 2019 um real 2,8 Prozentpunkte sank.

Die Auftragseingänge sind im vergangenen Jahr um 9 Prozent unter ihrem Vorjahreswert geblieben.

Die Ausbreitung des Coronavirus wirft die deutsche Wirtschaft spürbar zurück. Selbst unter der Annahme, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr entspannt und die Geschäfte wieder besser laufen, würde die zusätzlichen Rückgänge in diesem Jahr nicht mehr wettmachen können, so der VDMA.

„Soweit das heute überhaupt berechenbar ist, erwarten wir für 2020 ein reales Produktionsminus von 5 Prozent“, sagt VDMA-Präsident Carl Martin Welcker.

In der aktuellen schwierigen Lage ist das rasche Handeln der Regierung wichtiger denn je. Die Möglichkeit, dass in Unternehmen Kurzarbeit nun deutlich schneller eingeführt werden kann und die Sozialbeiträge für Ausfallstunden vollständig von der Bundesagentur für Arbeit ohne weitere Bedingungen übernommen werden können, hält der VDMA für richtig und wichtig, heißt es in der Pressemitteilung.

Praktikable Lösung für Kurzarbeit notwendig

„Aber die neuen Kurzarbeitsregelungen müssen selbstverständlich für alle Betriebe gelten. Der Maschinenbau wurde hier bisher vergessen. Viele Unternehmen kämpfen seit Monaten mit Unterauslastung und brauchen dringend eine praktikable Lösung für eine Verlängerung der Kurzarbeit, die nicht zuletzt aufgrund der Pandemie notwendig ist“, fordert VDMA-Präsident Welcker.

Entsprechend dürfe im “Arbeit-von-morgen-Gesetz“ die Kurzarbeit nicht an umfassende Weiterbildung geknüpft werden.

„Wir haben im Augenblick ganz andere Sorgen. Ein Zwang zu einer formalistischen Weiterbildung geht an der Realität völlig vorbei“, betont Welcker.

Die mittelständischen Maschinenbaubetriebe seien selbst an einer kontinuierlichen Weiterbildung ihrer insgesamt rund 1,3 Millionen Beschäftigten interessiert. „Dazu braucht es keinen staatlichen Zwang, der uns noch mehr Bürokratie aufbürdet“, betont Welcker.

Zusätzliche dringende Maßnahmen

Darüber hinaus teilt der VDMA die Befürchtungen führender Ökonomen, dass die nun auf den Weg gebrachten Hilfen für Unternehmen nicht ausreichen werden. Dringend nötig wären folgende Maßnahmen, die innerhalb der verfassungsgemäßen Verschuldungsgrenzen umsetzbar wären:

  • eine zinslose Stundung fälliger Zahlungen bei Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer,
  • eine Ausweitung des Verlustrücktrags,
  • nennenswerte Abschreibungserleichterungen.

Zudem sei es nun höchste Zeit, die immer wieder versprochenen Entlastungen des Mittelstands auch umzusetzen, heißt es von Seiten des VDMA.

„Der Umbau unserer Wirtschaft wird kurz- und mittelfristig nicht durch Finanzierungsprobleme verhindert. Wir leiden vielmehr unter einer Politik, die immer wieder neue Ziele ausruft, ohne eine klare Umsetzungsstrategie zu haben“, mahnt Welcker.

Innovationsanreize sollen Coronakrise bremsen

Außerdem: „Entsenderichtlinie, Handelshemmnisse und vielleicht auch noch ein Lieferkettengesetz – der Gesetzgeber bürdet dem Mittelstand immer neue bürokratische Lasten auf, die unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit verringern und insbesondere kleinere Betriebe zunehmend überfordern“, so Welcker.

Gefragt seien dagegen Anreize für Innovationen, wie zum Beispiel eine Ausweitung der steuerlichen Forschungsförderung. „Die Pandemie geht vorüber, aber die grundsätzlichen Aufgaben bleiben“, resümiert VDMA-Präsident Welcker.(ag)


Kontakt zum VDMA

VDMA e. V.
Lyoner Str. 18
60528 Frankfurt
Tel.: +49 69 6603 0
E-Mail: kommunikation@vdma.org
Website:  www.vdma.org

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