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Igus: Was ist aus den Manus-Award-Gewinnern geworden?

Kunststofftechnik
Was ist aus den manus Gewinnern geworden? – Teil 3

Igus manus award
Herr Dr. Dorstewitz (Mitte) erhielt 2007 vom Firmengründer Günther Blase (2.v.r) den goldenen manus Award. Bild: Igus GmbH
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Der manus Award ist eine Gemeinschaftsinitiative, die der Kunststoffspezialist Igus alle zwei Jahre ausruft. Bereits über 3.000 Bewerber aus der ganzen Welt haben sich in den letzten Jahren für den Preis beworben, der den kreativen Einsatz von Polymer-Gleitlagern in industriellen Anwendungen auszeichnet. Der Award feiert in diesem Jahr sein 10. Jubiläum. Ein guter Grund zurück zu blicken. 

Die manus Jury zeichnete 2007 die Spaltmaschine zur Lederproduktion „Autosplit-D3“ mit dem manus Award in Gold aus. Ungünstige Umgebungsbedingungen wie Feuchtigkeit, Fette und Chemikalien bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die Verarbeitungsgeschwindigkeit und vor allem -genauigkeit waren die Voraussetzungen bei dieser Anwendung. Bei der Entwicklung der Maschine entschied sich das verantwortliche Ingenieurbüro Dr. Dorstewitz für den umfassenden Einsatz von Kunststoff-Gleitlagern, die unter diesen rauen Umgebungsbedingungen zuverlässig arbeiten. Insgesamt 239 iglidur Gleitlager wurden verbaut. Wir sprachen mit dem Erfinder der Lederspaltmaschine, Herrn Dr. Dorstewitz.

Herr Dorstewitz, was ist passiert, seitdem Sie den manus Award gewonnen haben?

Wir sind weiterhin ein kleines Ingenieurbüro und haben seit den 90er Jahren unsere Kernkompetenzen in dem Aufbau von Anlagen und Fabriken für die Gerbereien, als auch für die Fleischindustrie. In den letzten Jahren haben wir neben der ausgezeichneten Spaltmaschine zur Lederproduktion, vor allem weitere Projekte im Bereich der Fleischindustrie umgesetzt. Hier konstruieren wir Maschinen, die essbare Wurstpelle produzieren. In allen Anlagen – wir sprechen hier über mehrere hunderte – setzen wir auf die Igus Gleitlager aus Kunststoffen, denn sie sind schmiermittelfrei, hygienisch, leicht zur reinigen und je nach Werkstoff FDA-konform, also für den Lebensmittelkontakt zugelassen. Wir haben in den letzten Jahren bereits mehrere tausend Lager in unsere Maschinen weltweit verbaut und sind von der Technik und Langlebigkeit überzeugt.

Was hat die Wurstpelle mit der Lederherstellung zu tun?

Beide Produkte werden aus unterschiedlichen Schichten der Tierhaut gewonnen. Bei der Spaltmaschine werden die Häute nach der Enthaarung auf eine bestimmte Dicke gespalten. Die oberste Schicht, der Narbenspalt, wird für die Lederproduktion genutzt, während die untere Schicht, der Fleischspalt, vorwiegend für die Herstellung von Wursthüllen verarbeitet wird. So bestehen z. B. die meisten Bratwürste aus Rindshautkollagen, welches sich in dem Fleischspalt befindet.

Wie ist der aktuelle Stand des manus Projektes?
Insgesamt wurde die Spaltmaschine fünf Mal gebaut. Und alle fünf Maschinen laufen immer noch bei den weltweit größten Gerbereien in Deutschland. Die Unternehmen, die die Maschinen betreiben, möchten nichts anderes haben. Leider ist die Firma, die die Serienproduktion machen wollte, Konkurs gegangen, sodass wir die fünf Maschinen unter unserer Regie selbst bauen mussten. Das ist außergewöhnlich für unser Ingenieursbüro, da wir die Maschinen normalerweise nur konstruieren und nach Fertigstellung in Gang setzen. Wenn eine Entwicklung zwei oder dreimal gefragt ist, ist es natürlich schön zu sehen, dass ein Konzept sich bewährt hat. Ich bin jedoch ein Mensch, der immer wieder heiß darauf ist, neue Sachen zu machen.

Welchen Einfluss hatte der Gewinn des manus Awards auf ihr Projekt?
Der manus Award hat mich dazu motiviert noch mehr Produkte aus dem Polymer-Gleitlagertechnikbereich auszuprobieren. Zum Beispiel wurde speziell für eine Anwendung von uns ein Teststand bei Igus in Köln aufgebaut. Es ging darum einen Werkstoff zu finden, der mit einer VA-Welle auch bei höheren Temperaturen vernünftig lief und eine hohe Standzeit besitzt. Das wurde von den Ingenieuren bei Igus umgesetzt. Ich selbst hätte es nicht hingekriegt einen solchen Dauerversuch über mehreren Monaten hinweg durchzuführen.

Gab es neue Anwendungen mit Igus, seitdem Sie den manus gewonnen haben? Wenn ja, welche?
Ja, die gab es, und zwar mehrere. Ein Beispiel: Ich konstruiere Förderbänder für die Lebensmittelindustrie, die auch bei der Produktion von Wursthüllen eingesetzt werden. Dort habe ich ein besonderes igubal Flanschlager von Igus verbaut. Es besitzt einen großen Durchmesser von 50 Millimeter und gleicht den Winkelversatz aus, dabei ist es sehr langlebig und eben auch schmiermittelfrei.

Wie sieht Ihr Plan für die Zukunft aus?
Ich bin bereits im 79. Lebensjahr und habe immer noch sehr viele Ideen, jedoch werde ich persönlich nicht mehr viele Projekte umsetzen. Mein Team wird aber weiter neue Maschinen für die Fleischindustrie entwickeln.

Manus Award 2021

Auch in diesem Jahr sucht die Jury unter der Schirmherrschaft von Werner Götz wieder nach einzigartigen Anwendungen mit Kunststoff-Gleitlagern. Bis zu 5.000 Euro Preisgeld erhält der Sieger. Erstmalig haben die Bewerber auch die Chance einen grünen manus Award für den Einsatz von Gleitlagern in einem nachhaltigen Projekt zu gewinnen. Mehr Informationen finden sich unter: www.manus-wettbewerb.de


Kontakt zu Igus

Igus GmbH
Spicher Str. 1a
D-51147 Köln
Tel.: +49 2203 9649 0
E-Mail: info@igus.de
Website: www.igus.de

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