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VDMA-Prognose: Wird "Made in China 2025" ein Erfolg, leidet der deutsche Maschinenbau

VDMA-Prognose
Wird „Made in China 2025“ ein Erfolg, leidet der deutsche Maschinenbau

"Made in China 2025": VDMA trifft Prognosen für deutschen Mascheinenbau
Wird "Made in China 2025" ein Erfolg, hat der deutsche Maschinenbau das Nachsehen.
Bild: tanaonte/stock.adobe. com
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Die „Made in China 2025“-Strategie der VR China führt zu einem verschärften Konkurrenzdruck im Maschinen- und Anlagenbau. Das ist die Erkenntnis einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung, des Fraunhofer ISI und des VDMA. Darin wurden verschiedene Szenarien bis zum Jahr 2030 untersucht. Die Unternehmen in Europa können weiterhin vom Aufschwung der Volksrepublik profitieren, aber es wächst die Gefahr sinkender Exporte nach Fernost.

China hat als Exportmarkt eine enorme Bedeutung für den Maschinen- und Anlagenbau. Seit Jahren liefert sich das Reich der Mitte mit den USA ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz in der Export-Rangliste. Angetrieben von der „Made in China 2025“-Strategie wird die Volksrepublik weltweit zu einem immer stärkeren Wettbewerber für Maschinenbauer aus Deutschland und Europa.

Die neue Studie von Bertelsmann-Stiftung, Fraunhofer ISI und VDMA analysiert in mehreren Szenarien die Entwicklung bis zum Jahr 2030. Das Kernergebnis lautet: Hält das Wachstum des chinesischen Maschinenmarkts wie in den vergangenen Jahren an, wird der Maschinen- und Anlagenbau auch im Jahr 2030 noch ein hohes Exportvolumen in die Volksrepublik erzielen.

„Allerdings werden die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft. „Auch die für uns positiven Szenarien deuten auf eine Stagnation der Maschinenexporte nach China ab Mitte des Jahrzehnts hin.“ Sollte China bis 2025 das angestrebte hohe Technologieniveau erreichen, könnten die Maschinenbau-Exporte aus Deutschland ab Mitte des Jahrzehnts wieder auf das Exportniveau des Jahres 2019 sinken.

Made in China 2025: Fünf Szenarien mit unterschiedlichen Folgen

In der Studie „Was Chinas Industriepolitik für die deutsche Wirtschaft bedeutet – Szenarien für ‚Made in China 2025‘ am Beispiel des deutschen Maschinenbaus“ werden insgesamt fünf Szenarien untersucht:

  • Baseline-Szenario: „Made in China 2025“ wird für China nur ein Teilerfolg. In diesem Szenario steigt in den ersten drei bis vier Jahren des Jahrzehnts der Export deutscher Maschinen nach China weiter an. Ab 2025 stagnieren die Exporte.
  • „Made in China 2025“ wird für China ein voller Erfolg (zwei Szenariovarianten): In diesen Szenarien ist mit einem signifikanten Markteinbruch deutscher Maschinen- und Anlagenbauer bis ins Jahr 2030 zu rechnen (Exportvolumen 2030: 13 Milliarden Euro gegenüber 18 Milliarden Euro in 2019).
  • „Made in China 2025“ wird für China kein Erfolg (zwei Szenariovarianten): Sollte die Strategie scheitern, kann der Maschinen- und Anlagenbau aus Deutschland mit einem langfristig starken Wachstum der Exporte nach China rechnen. Entwicklungen, wonach bis 2030 das Exportvolumen gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 verdoppelt wird, sind möglich (34 Milliarden Euro gegenüber 18 Milliarden Euro).

„Das ewige Wachstum auf dem chinesischen Markt dürfte ein Ende finden“, fast Ackermann die Gesamterkenntnis der Studie zusammen. Zwar könnten die Unternehmen noch einige Jahre mit einem Exportwachstum rechnen, der Umfang werde aber tendenziell sinken.

„Es gilt daher, die eigene Abhängigkeit vom chinesischen Markt ständig im Blick zu haben und sich darauf vorzubereiten, rechtzeitig alternative Wachstumsmärkten in Asien zu erschließen“, erläutert Ackermann. Zudem würden chinesische Wettbewerber, die über eine ausreichend gute Technologie verfügen und kostengünstiger sind, sehr erfolgreich auf vielen Schwellenländer-Märkten sein. „Und am Horizont ist auch bereits auf dem europäischen Heimatmarkt der chinesische Wettbewerber zu erkennen“, sagt Ackermann.

VDMA fordert von Politik gesamte EU-Strategie

Was es jetzt brauche, sei eine gemeinsame EU-Strategie, die festlegt, wie man China künftig begegnen wolle – und die möglichst mit den USA abgestimmt werden soll. „Es geht dabei insbesondere um einen erfolgreichen Abschluss des EU-China-Investitionsabkommens mit Verbesserungen beim Marktzugang und Angleichung der Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen in China. Auch müssen Abkommen über Standards auf dem Feld des Schutzes von geistigem Eigentum und des Datenschutzes geschlossen werden“, fordert Ackermann.

Darüber hinaus müssten Deutschland und die EU ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken. Die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa sollte etwa durch Förderung von Forschung, Entwicklung, Bildung und Digitalisierung gestärkt werden. Der VDMA fordert außerdem den Abbau der Bürokratie, da diese das innovative Unternehmertum lähme.

„Solange es kein Level-Playing-Field auf dem chinesischen Markt und auf den internationalen Märkten gibt, muss sich die EU auch vor unfairem Wettbewerb schützen“, fügt Ackermann abschließend hinzu. Das bedeute zum einen die Nutzung der bestehenden handelspolitischen Schutzinstrumente. Zum anderen geht es um den Schutz vor Wettbewerbsverzerrungen durch subventionierte Unternehmen auf dem EU-Binnenmarkt, den Zugang zu den öffentlichen Beschaffungsmärkten der EU und gleiche Wettbewerbsbedingungen bei der Exportfinanzierung. (wag)


Kontakt zum VDMA

VDMA e. V.
Lyoner Str. 18
60528 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 6603 0
E-Mail: kommunikation@vdma.org
Website: www.vdma.org

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