Konjunktur

Zukunftsaussichten: Arbeitsplatzsorgen nehmen zu

Arbeitsplatzsorgen in deutscher Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft wird schwächer. Nur zwölf Prozent der Arbeitnehmer erwarten eine bessere Wirtschaftslage in Deutschland im neuen Jahr. Bild: ZF Friedrichshafen
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Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) unter 1000 Befragten erwarten nur noch rund 12 Prozent der Bundesbürger für 2020 eine bessere Wirtschaftslage als in 2019. 

Die Verbraucher in Deutschland sehen die Wirtschaftslage hierzulande so kritisch wie lange nicht: So glauben nur noch zwölf Prozent, dass sich die Wirtschaftslage in Deutschland im neuen Jahr verbessern wird – der niedrigste Wert seit 2011. Gleichzeitig gehen 35 Prozent von einer Verschlechterung aus – höher war der Anteil der Pessimisten zuletzt 2012.

Immer weniger sind mit ihrer eigenen finanziellen Lage zufrieden

Auch für sich persönlich sind die Verbraucher, laut der Studie, nicht mehr ganz so positiv gestimmt. 41 Prozent beurteilen ihre eigene finanzielle und wirtschaftliche Situation positiv, zehn Prozent negativ. Damit hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert, als noch 43 Prozent ihre Lage positiv und elf Prozent negativ beurteilten. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 zeigte sich noch gut jeder zweite (51 Prozent) mit der eigenen Finanzlage zufrieden.

Obendrein sinkt in diesem Jahr der Anteil derer, die eine Verbesserung der eigenen Wirtschaftslage für 2020 erwarten, von 26 auf 22 Prozent.

Sparmaßnahmen bei Unterhaltungselektronik und Autos

Angesichts der stotternden Wirtschaft in Deutschland wollen die Verbraucher sparsamer sein: Insbesondere beim Kauf von Unterhaltungselektronik wie Smartphones oder Laptops, bei größeren Einzelanschaffungen wie Autos oder Küchen sowie bei Ausgaben für Haus- und Wohnungsrenovierungen wollen die Verbraucher 2020 den Gürtel enger schnallen. Lediglich für Lebensmittel soll  insgesamt mehr Geld ausgegeben werden.


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„Die deutsche Wirtschaft wächst nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren – im Gegenteil, viele Unternehmen haben zuletzt Gewinnwarnungen herausgegeben oder sogar den Abbau von Arbeitsplätzen verkündet“, kommentiert Thomas Harms, Leiter des Bereichs Consumer Products & Retail bei EY die Zahlen. „An den Verbrauchern ist die Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen: Sie stellen sich auf ungemütlichere Zeiten ein und planen vorsichtshalber, bei ihren eigenen Ausgaben den Rotstift anzusetzen. Für die Konjunktur in Deutschland sind das keine guten Nachrichten – denn zuletzt waren es vor allem die kauffreudigen Verbraucher, die für Wachstum sorgten.“

Angst um den Arbeitsplatz nimmt zu

Ein Grund für das sinkende Konsumentenvertrauen dürften die immer häufiger angekündigten Stellenstreichungspläne namhafter Unternehmen (wie bei Audi, Bosch, Daimler) sein. Derzeit halten nur noch 43 Prozent der Bundesbürger ihren Arbeitsplatz für sehr sicher – vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 49 Prozent, 2016 war der Höchstwert von 67 Prozent erreicht worden. Niedriger als in diesem Jahr war die gefühlte Arbeitsplatzsicherheit nur im Krisenjahr 2009, als 36 Prozent der Befragten angaben, ihr Arbeitsplatz sei sehr sicher.

„Die Beschäftigung in Deutschland stieg 2019 zwar erneut deutlich, und die Arbeitslosigkeit sank auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Dennoch nehmen die Arbeitsplatzsorgen zu“, stellt Bernhard Lorentz, Leiter des Bereichs Government und Public Sector bei EY, fest. „Die Menschen in Deutschland sehen, dass viele Unternehmen darum kämpfen, auch bei konjunkturellem Gegenwind ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren und daher Kostensenkungsprogramme aufsetzen. Tatsächlich führen Trends wie die Digitalisierung und andere technologische Entwicklungen zu enormen Umbrüchen, die bewältigt werden müssen. Unterm Strich aber ist die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer derzeit sehr günstig.“(ag)


Kontakt zu Ernst & Young

Ernst & Young GmbH
Flughafenstraße 61
70629 Stuttgart
Tel.: +49 711 98810
E-Mail: info@de.ey.com
Website: www.ey.com/de

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