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Deloitte CFO Survey: CFOs wollen wegen der Corona-Krise deutlich weniger investieren

Deloitte CFO Survey
Corona-Krise: Finanzvorstände wollen deutlich weniger investieren

CFOs verschiedener Unternehmen rechnen damit, dass sich die Konjunktur nur langsam erholt. putilov_denis Adobe Stock
Der "Corona-Crash" könnte weiter anhalten. CFOs verschiedener Unternehmen rechnen mit einer langsamen konjunkturellen Erholung.
Bild: putilov_denis/ stock.adobe.com
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Die Corona-Krise ist auch Thema in der diesjährigen CFO Survey von Deloitte. Das Beratungs-Unternehmen beleuchtet darin unter anderem die Auswirkungen der Pandemie auf die deutsche Wirtschaft. Die CFO Survey wird normalerweise im Mai veröffentlicht, angesichts der aktuellen Lage hat sich Deloitte aber für eine frühere Herausgabe entschieden. Geantwortet haben in diesem Jahr 77 CFOs deutscher Großunternehmen – normalerweise ist die Teilnehmeranzahl doppelt so hoch.

Innerhalb kürzester Zeit haben sich die wirtschaftliche Lage und die Geschäfts-Aussichten angesichts der Einschränkungen fundamental geändert. Die Aussichten sind entsprechend düster.

„Dass eine Rezession unvermeidlich ist, daran besteht kein Zweifel“, konstatiert Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte.

Jetzt sei entscheidend, wie lange und wie tief diese Rezession gehen wird. „Angesichts des heftigen Absturzes bei den Geschäfts-Aussichten zeigen sich aber bereits jetzt sehr starke Effekte in der Wirtschaft, die vor allem die Investitions-Planung betreffen“, so Börsch weiter. Es überrasche dabei kaum, dass die befragten CFOs eher nicht mit einem schnellen Ende der Krise rechnen.

CFOs wollen weniger investieren

Für die Frühjahrs-Ausgabe 2020 der CFO Survey hat Deloitte zwischen dem 10. März und dem 1. April Finanzvorstände deutscher Großunternehmen zu ihrer aktuellen Haltung und weiteren Entwicklung befragt.

Und die Corona-Krise hinterlässt bereits tiefe Spuren: Die Geschäftsaussichten deutscher Unternehmen fielen auf ein Rekord-Tief seit 2012. Im Jahr 2012 wurde die erste CFO Survey erhoben.

Drei Viertel der befragten Finanzvorstände sind deutlich pessimistischer als noch vor drei Monaten. Ein Fünftel der CFOs schätzt die Geschäftsaussichten ihres Unternehmens unverändert ein. Der Trend zu einer Verschlechterung der Geschäftsaussichten, der sich schon 2018 bemerkbar machte, hat sich also massiv beschleunigt.

63 Prozent der CFOs planen einen leichten oder starken Rückgang ihrer Investitionen, etwa die Hälfte erwartet über die kommenden 12 Monate einen Rückgang der Beschäftigtenzahl. Diese Werte standen nur während der Eurokrise 2012 niedriger.

Unternehmen setzen vor allem auf Sicherheit

Auch das gefühlte Unsicherheits-Niveau erreicht nahezu die Werte der Eurokrise: 78 Prozent stufen die Unsicherheit im ökonomischen Umfeld als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein (Spitzenwert 2012: 80 Prozent).

Die unternehmerischen Prioritäten haben sich daher geändert: Im vergangenen Herbst standen noch die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie die Expansion in neue Märkte auf der Prioritäten-Liste ganz oben. Jetzt sind Punkte wie Kostensenkungen und Verschuldungs-Abbau wichtig. Offensive Geschäfts-Strategien werden von defensiven abgelöst.

Coronavirus sortiert die Risiko-Bewertung in Unternehmen neu

Die Risikofaktoren haben sich aus CFO-Sicht ebenfalls drastisch gegenüber der letzten Befragung geändert.

Dabei ist die Angst vor einer möglichen Instabilität des Finanzsystems am stärksten gestiegen (von 21 auf 49 Prozent). Bislang hatten die Themen Fachkräftemangel (59 Prozent) und geopolitische Risiken (60 Prozent) die Risiko-Wahrnehmung dominiert. Sie wurden nun von der Furcht einer sich abschwächenden Inlandsnachfrage (77 Prozent) überholt.

Bei den geopolitischen Risiken bereitet den CFOs die Unterbrechungen der Wertschöpfungs-Kette durch Epidemien am meisten Sorge (76 Prozent). Vorübergehend deutlich in den Hintergrund getreten sind der Handelskonflikt zwischen den USA und China (40 Prozent) und zwischen den USA und der EU (32 Prozent) sowie ein harter Brexit (27 Prozent).

Großteil befürchtet wegen Corona-Krise Umsatz- und Ertragsrückgang

Nur 17 Prozent der Unternehmen befürchten durch die Corona-Krise keine Auswirkungen auf ihre Erträge. Diesen gegenüber stehen 42 Prozent, die in den nächsten sechs Monaten mit einem Ertrags-Rückgang von mehr als einem Zehntel rechnen.

Die Maßnahmen der Unternehmen fallen dabei unterschiedlich aus:

  • 87 Prozent haben Geschäftsreisen und ihre generellen Ausgaben reduziert
  • 72 Prozent haben neue oder alternative Arbeits-Regelungen getroffen
  • Knapp ein Fünftel hat langfristige Investitionen zurückgestellt
  • Acht Prozent arbeiten schon an neuen Kreditfazilitäten

Bei den Umsatz-Erwartungen wird die Tragweite der aktuellen Situation deutlich: Während Eurokrise lag der Index der Umsatz-Erwartungen im Plusbereich. Aktuell befürchten 63 Prozent der Unternehmen einen Rückgang in den kommenden 12 Monaten. Je 18 Prozent gehen von keiner Veränderung oder sogar von einem leichten Anstieg aus.

CFOs hoffen auf Besserung im Jahr 2021

Die Auswirkungen von Covid-19 schätzen die Finanzvorstände eher pessimistisch ein. Die Mehrheitsmeinung folgt nicht der Konjunktur-Prognose eines V-förmigen Aufschwungs.

60 Prozent planen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung bis ins zweite Halbjahr hinein. Sie sehen erst ab 2021 eine Konjunkturerholung.

Ein Fünftel glaubt an einen nur kurzfristigen konjunkturellen Einbruch, dem im zweiten Halbjahr eine Gegenbewegung folgt.

10 Prozent rechnen mit einem Worst-Case-Szenario und einem langfristigen Einbruch der Wirtschaftsleistung.

Rolf Epstein, Partner bei Deloitte und verantwortlich für das CFO Program, bescheinigt der aktuellen CFO Survey, eine deutliche Sprache zu sprechen: „Demnach stellen sich deutsche Unternehmen wohl überwiegend auf eine Konjunkturentwicklung ein, die weniger einem V-Szenario entspricht – also einem Einbruch mit direkt anschließender rascher Erholung – als vielmehr einem U-Szenario, in dem es nach einer Phase der Stagnation mit Zeitverzögerung wieder aufwärts geht. Bis dahin steht Kostenmanagement ganz oben auf der CFO-Agenda.“ (wag)


Kontakt zu Deloitte

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Rosenheimer Platz 4
81669 München
Tel.: +49 89 290360
E-Mail: kontakt@deloitte.de
Website: www.deloitte.de

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